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Sachsen

Von Algen bis Chemie - ein Bild der Elbe

Auf einer Forschungsfahrt mit dem Schiff von Schmilka bis nach Geesthacht untersuchen Leipziger Forscher die Wasserqualität des Flusses. 

Das UFZ-Forschungsschiff Albis
Das UFZ-Forschungsschiff Albis © UFZ/André Künzelmann

Schmilka/Leipzig. Ein Team von Wissenschaftlern untersucht die Wasserqualität der Elbe bei extremem Niedrigwasser. Am Donnerstag startete dazu in Schmilka nahe der Grenze zu Tschechien eine neuntägige Expedition mit dem Forschungsschiff "Albis". Auf der 580 Kilometer langen Strecke bis nach Geesthacht (Schleswig-Holstein) werden die Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) an 24 Standorten Messungen durchführen.

Um ein möglichst genaues Bild zu bekommen, werden die Proben jeweils links- und rechtsseitig sowie in der Flussmitte genommen. Gemessen werden Temperatur, Sauerstoff, die Konzentrationen schwebender Algen, die Trübung des Fließgewässers sowie chemische Parameter wie gelöste Nährstoffe, Schwermetalle, seltene Erden und Mikroschadstoffe.

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Interessant für die Wissenschaftler ist auch die Algenbildung. Durch das Niedrigwasser könne die Balance zwischen günstigem und übermäßigem Algenwachstum gestört werden, hieß es. Da bei diesem Wasserstand die Elbe sehr langsam fließe und stark besonnt sei, könnte es besonders in unteren Flussabschnitten zu einer starken Abwertung der Wasserqualität durch Algen kommen.

Zusätzlich finden Messungen an den Einmündungen der Nebenflüsse Saale, Mulde, Schwarze Elster und Havel statt, die die Wasserqualität der Elbe beeinflussen. 

Anders als mit Standardmessungen vom Ufer aus sei es mit dieser Messfahrt möglich, sich über 580 Kilometer ein detailliertes Bild zu machen, welche Prozesse etwa bei der Umwandlung von Nährstoffen und Schadstoffen im Wasserkörper der Elbe ablaufen, erklärten die Forscher.

Ständig an Bord der "Albis", die mit einem Tiefgang von 40 bis 50 Zentimetern extra für flache Gewässer ausgelegt ist, sind ein Wissenschaftler und drei Techniker. Erster Etappenort war Dresden. Geesthacht soll am 6. September erreicht werden.  (dpa)