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Radebeul

Fotowahn im Mohnblumenfeld

Für das vermeintlich perfekte Instagram-Bild fahren derzeit viele zum Fotografieren zu einem Mohnfeld in Radebeul. Das ist mittlerweile niedergetrampelt.

Breite Trampelpfade ziehen sich durch das Mohnblumenfeld in Radebeul.
Breite Trampelpfade ziehen sich durch das Mohnblumenfeld in Radebeul. © Arvid Müller

Die Blüten in Nahaufnahme, verschwommene Hintergründe und Menschen, vorzugsweise junge Frauen, die verträumt in das rote Blütenmeer schauen – das Mohnblumenfeld in der Nähe vom Radebeuler Kaufland hat in den letzten Wochen zahlreiche Fotobegeisterte angezogen. An vielen Abenden konnte man zig Leute auf dem Acker sehen, die dort zwischen den Blüten posierten. Plattformen wie Instagram und Facebook sind voll mit Bildern aus dem Feld. Sogar ein Unterwäsche-Shooting fand dort statt. Doch die vielen Hobbyfotografen und -modells haben ihre Spuren hinterlassen. Denn nicht jeder fotografierte vom Rand, viele liefen für ihre Motive weit hinein.

Inzwischen ist das Feld, auf dem die letzten Mohnblumen mittlerweile verblühen, an vielen Stellen niedergetreten. Breite Trampelpfade ziehen sich über den gesamten Acker. Wie in einem Irrgarten sieht es dort aus. Das verärgert vor allem diejenigen, die einfach nur den Anblick des Feldes genießen wollten. Eine Frechheit sei es, so ein schönes Naturgeschenk für ein paar Fotos zu zerstören, sagt eine Radebeulerin, die dort regelmäßig spazieren geht. 

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Auch ein Anwohner ist über den Fotowahn im Mohnblumenfeld verärgert. „Früher war es der pure Hunger, der den Menschen dazu verleitet hat, einen Bauern zu bestehlen. Heute ist es der pure Wahn nach Aufmerksamkeit und Anerkennung im sozialen Leben“, sagt der Radebeuler. „ In ihrem Tunnelblick vergessen diese Leute, dass sie gerade eben auf einem Land stehen, was nicht ihnen gehört.“

Nicht nur, dass die Saat auf dem Feld zertrampelt werde, viele Fotowütigen hinterließen auch rücksichtslos Müll am Feldrand, beklagt er.