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Foulen erwünscht

Beim Bubbleball wird der Gegner aus dem Weg gerammt. Jeder Sturz bietet Torchancen.

© Christian Juppe

Von Nadine Franke

Dresden. Auf dem Spielfeld tummeln sich zehn anderthalb Meter große Bälle, aus denen nur noch Beine herausschauen. Zwischen den Toren jagen sie einem Fußball nach. Ein großer Ball von Team Blau holt zum Schuss aus, doch bevor er den kleinen Fußball trifft, stößt ein zweiter mannshoher Ball von hinten gegen ihn und wirft ihn zu Boden. Die Torchance ist verstrichen, vom Zuschauerrang erklingen Lacher.

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Anpfiff für den ersten Bubbleball Cup in der Dresdner Ballsportarena: Fritz Hamisch hat die Fußballschuhe zu Hause gelassen und ist in einen Bubbleball geschlüpft.
Anpfiff für den ersten Bubbleball Cup in der Dresdner Ballsportarena: Fritz Hamisch hat die Fußballschuhe zu Hause gelassen und ist in einen Bubbleball geschlüpft. © Christian Juppe

In dem Ball kämpft Fritz Hamisch darum, wieder auf die Beine zu kommen. Wie ein Käfer liegt er auf dem Rücken. Zuerst hängen die Füße nur zappelnd in der Luft, während er versucht, umgeben von dem durchsichtigen, mit luftgefüllten Bubbleball, seine Orientierung wieder zu finden. Dann stützt er sich mit seinem Knie ab und stemmt sich hoch. Verletzt hat er sich nicht, nur für die Zuschauer ist es lustig anzusehen. Bis sie selbst in einem der Bubblebälle stecken und auf die Nase fallen.

Denn ein Sturz bleibt beim Bubbleball-Fußball nicht aus. Es ist das erste Turnier dieser Art in Dresden, das am Sonnabend zwischen sieben Teams in der Ballsportarena ausgetragen wird. „Witzig anzuschauen, aber es ist mega anstrengend“, sagt Fritz Hamisch, als er nach seinem ersten Spiel aus der Bubble, auch Bouncing Ball genannt, schlüpft. Mit sechs Freunden ist er zu dem Turnier gekommen, um dieses Spiel mal auszuprobieren, das der Sportveranstalter Bubbleball Fußball aus Dresden anbietet. Es ist das erste Mal für Hamisch. Normalerweise steht er für den Sportverein Blau-Gelb Stolpen auf dem Feld. Seit zehn Jahren spielt der 18-Jährige aus Lauterbach Fußball. Doch Bubbleball ist eine ganz neue Herausforderung.

„Das ist völlig anders“, sagt er. Durch den Bubbleball sieht man nicht mehr richtig. Geschmeidige Drehungen sind auch nicht mehr möglich. Denn im Inneren des Balls gibt es zwei Gurte, durch die Fritz zuerst die Arme schiebt, bevor er mit den Händen nach den beiden Griffen greift. Dann müssen auch noch die Füße richtig koordiniert werden, um den Ball zu treffen. Zusätzlich wird es ausgesprochen warm in diesem Ball, sodass die acht Minuten Spielzeit pro Runde erst einmal nicht viel klingen, doch sehr anstrengend sind.

In der ersten Runde geht Fritz mit seinem Team noch etwas vorsichtiger vor. Ab dem zweiten der insgesamt sechs Spiele haben sie eine Strategie und versuchen auch ihre Gegenspieler bewusst mit den Bubblebällen von den Füßen zu holen. Die Hände hat Fritz zwar nicht zur Verfügung und auch jeder Kopfeinsatz gestaltet sich schwierig, doch Foulen ist in diesem Spiel nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Wer von einem anderen Spieler gerammt wird, fällt. Denn das Gleichgewicht in dem Bubble zu halten, ist nahezu unmöglich. Unter Umständen passiert das mit so viel Schwung, dass der Bubble kopfüber zum Stillstand kommt und die Beine in die Höhe recken. Das ist Fritz Hamisch glücklicherweise nicht passiert.

Doch auch ein Tor konnte er bei dem dreistündigen Turnier nicht landen. Was beim Bubbleball aber auch besonders schwer ist, denn ein Bubble ist fast so breit wie das kleine Hallentor. Ganz unbeschadet verlässt Hamisch das Spielfeld am Ende auch nicht. Die Bubblebälle polstern den Spieler, meist kann nur an den Knien oder Füßen etwas passieren. Das geschah nicht. Dafür hat sich der 18-Jährige die Haut an den Fingerknöcheln an den Griffen abgerieben. „Aber das macht gar nichts“, tut er es lachend ab. Er wolle Bubbleball mit seinem Team unbedingt wieder spielen.

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