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Fränkische Tradition im sächsischen Garten

Thea Dietrich erfüllt sich einen Wunsch. Sie hat nun einen Osterbrunnen. Die Originale wird sie sich bald ansehen.

© André Braun

Von Sylvia Mende

Wenn Thea Dietrich von Osterbrunnen spricht, kommt sie förmlich ins Schwärmen. Seit etwa zehn Jahren fahren sie und ihr Mann an einem Osterfeiertag in die Fränkische Schweiz, um sich die Osterbrunnen auf den Dorfplätzen anzuschauen. Die Brunnen werden mit bemalten Ostereiern und anderen Verzierungen geschmückt. „Es sind wahre Kunstwerke“, so Thea Dietrich. Auf die Idee, an einem Tag nach Franken zu fahren, sei sie durch einen Bericht im Radio gekommen. „Es war alles so schön beschrieben, dass ich mir einfach einmal das Original anschauen wollte. Und nun fahren wir jedes Jahr in die Fränkische Schweiz“, sagte Thea Dietrich. Sie weiß ganz genau, wo die schönsten Osterbrunnen zu finden sind. Auch in Hirschberg und Hinterhermsdorf gebe es schon diese Tradition, so die Harthaerin. Sie informiere sich in den Medien, wo Brunnen zu Ostern geschmückt werden. Auch die Kinder und Enkel würden Informationsmaterial mitbringen. „Und wenn wir irgendwo sind, gehe ich in die Stadtinformation und bringe mir ebenfalls Flyer mit“, so Thea Dietrich. Da sie nicht ständig mit ihrem Mann unterwegs sein kann und auch sonst nicht gut zu Fuß ist, hat sie sich einen langersehnten Wunsch erfüllt und im Garten hinter dem Haus an der Weststraße den Brunnen nach fränkischer Tradition geschmückt. „So ist die Vorfreude auf Ostern und den Ausflug nach Franken noch größer“, sagte Thea Dietrich. „Denn Brunnen haben wir schon seit DDR-Zeiten. Es ist unser Froschbrunnen, den wir bei Festen zur Bierkühlung nutzen“, so Gerhard Dietrich. Mit Hilfe einer Kurbel wird das Gefäß, das an einem Seil hängt nach oben gekurbelt. Obwohl im Garten von Familie Dietrich schon seit langer Zeit der Brunnen steht, wurde er in diesem Jahr zum ersten Mal geschmückt. Beim Winden der Ranken hat Enkeltochter Maria (10) geholfen. Unterstützung gab es von Sarah (5). Sie half beim Aufhängen der Ostereier am Baum. Nicht nur der Garten ist schon geschmückt, auch in der Wohnung von Familie Dietrich ist alles schon bereit für das Osterfest. Doch da sind sie ja kaum daheim. Den ersten Feiertag geht es nach Franken, und ein Besuch in der Gegend um Kamenz darf auch nicht fehlen. „Wir sehen uns so gern das Osterreiten an. Das ist schon faszinierend“, so Gerhard Dietrich.

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