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Frank Richter will OB werden

Der prominente Dresdner Ex-DDR-Bürgerrechtler und Theologe Frank Richter strebt das Oberbürgermeisteramt in Meißen an. Er hat dafür einen konkreten Grund.

© Thomas Kretschel

Meißen. Der Bürgerrechtler und Dresdner Theologe Frank Richter geht in die Politik. Auf SZ-Anfrage bestätigte der 57-Jährige am Mittwoch seine Kandidatur als Meißener Oberbürgermeister.

Er bereite sich darauf vor, die Gespräche mit einer Bürgerinitiative liefen aber noch. Richter wird nach SZ-Informationen als unabhängiger Kandidat antreten. „Mir bereitet die politische Entwicklung in Sachsen große Sorgen“, begründete Richter gegenüber der SZ seinen Schritt in die aktive Politik. „Besonders beschäftigt mich die Neigung vieler Bürgerinnen und Bürger, sich im äußerst rechten Spektrum zu beheimaten.“

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Richter hatte seine ersten Berührungspunkte mit der Politik bereits zur Wende-Zeit. Im Herbst 1989 hatte er, damals noch katholischer Priester im Bistum Dresden-Meißen, versucht zwischen Demonstranten und Polizei zu vermitteln, damit die Auseinandersetzungen gewaltfrei blieben. Kurz nach der Wende war Richter dann in der „Gruppe der 20“ in Dresden aktiv. Seine stark ausgeprägte Dialog-Fähigkeit setzte Richter immer wieder in Sachsen ein, zuletzt als Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Dresden. Unter anderem vermittelte er auch Gespräche mit der vor drei Jahren aufgekommenen Pegida-Bewegung. Derzeit ist Richter als Geschäftsführer in der Stiftung Frauenkirche tätig. Im vergangenen Sommer war Richter aus Enttäuschung über die sächsische CDU und vor allem ihrer Schulpolitik nach über 27 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei ausgetreten.

Das Wahlbündnis „Meißen kann mehr“ bestätigte am Mittwochnachmittag der SZ die Kandidatur von Frank Richter. Der Kandidat werde sich am Donnerstagabend zu einer Buchlesung im Landesgymnasium St. Afra selbst den Meißnern vorstellen.

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Amtsinhaber in Meißen ist der 55-jährige parteilose Olaf Raschke. Er tritt zur Wahl am 9. September erneut an und erhält die Unterstützung der CDU. In einer Kampfabstimmung Anfang März setzte er sich gegen den Stadtrats-Fraktionschef Falk Werner Orgus durch. Vermutlich wird ihn auch die in Meißen starke AfD unterstützen. Die FDP hat einen eigenen Kandidaten, den jungen Stadtvorsitzenden Martin Bahrmann. Die Linken und Grünen sowie vermutlich auch die SPD stellen keine eigenen Kandidaten auf, werden sich auf die Seite des Bündnisses „Meißen kann mehr“ mit Frank Richter schlagen. Frank Richter ist in Meißen geboren. (SZ)