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Französin und Kurdin in Zentralafrika von Rebellen entführt

Seit zwei Jahren versinkt Zentralafrika in religiöser Gewalt. Jetzt entführen christliche Kämpfer zunächst eine Französin und dann eine kurdische UN-Mitarbeiterin. Ihr Motiv ist Rache.

Paris/Bangui. Christliche Rebellen haben in der Zentralafrikanischen Republik zwei Ausländerinnen entführt.

Eine französische Entwicklungshelferin sei bereits am Montag zusammen mit einem örtlichen Mitarbeiter von Kämpfern der Anti-Balaka verschleppt worden, bestätigte das Außenministerium in Paris. Am Dienstag entführten Rebellen Augenzeugen zufolge eine kurdische Mitarbeiterin der UN-Friedensmission Minusca.

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Die Täter hätten auf einem Marktplatz in der Hauptstadt Bangui einen Bus der Minusca gestoppt und die Frau mitgenommen, erklärte ein Kaffeeverkäufer, der anonym bleiben wollte: „Wir sahen, wie die weiße Frau zusammen mit drei Anti-Balaka-Kämpfern in einem Auto weggefahren wurde.“

Nur wenige Stunden zuvor war die 67-jährige Französin entführt worden, die in dem Bürgerkriegsland für eine katholische Vereinigung zur Förderung von Gesundheit und Bildung in Dörfern aktiv war. Die Regierung in Paris forderte die umgehende Freilassung der Französin. Der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, stehe mit den Entführern in Kontakt und verhandle über die Freilassung der beiden Geiseln, berichtete der Radiosender Nedeke Luka.

Französische Truppen hätten den Stadtteil Boy Rabe in Bangui umstellt. Es werde vermutet, dass die Entführten dort festgehalten würden. Die Täter wollten offenbar Vergeltung für die Festnahme des Anti-Balaka-Anführers Rodrigue Ngaibona in der vergangenen Woche.

Frankreich hat seit gut einem Jahr Soldaten zum Schutz der Zivilbevölkerung in dem Land stationiert. Zentralafrika war im März 2013 ins Chaos gerutscht, nachdem muslimische Séléka-Rebellen die Macht an sich gerissen hatten. Seitdem kommt es immer wieder zu schwerer, religiös motivierter Gewalt. Mehr als eine Million Menschen wurden bereits vertrieben. (dpa)

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