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Franzosen feiern weiter

Julian Alaphilippe erfüllt sich beim Alpenauftakt der Tour seinen Traum vom Etappensieg.

© dpa/Yorick Jansens

Von Christoph Leuchtenberg und Emanuel Reinke

Schon drei Kilometer vor dem Ziel startete Julian Alaphilippe seine Jubel-Arie. Nach dem Ende seiner grandiosen Solofahrt weinte der erste Alpenkönig der Tour de France minutenlang Freudentränen. Zwei Tage nach dem WM-Triumph der französischen Fußballer hat der 26-Jährige auch den Radprofis der Grande Nation einen Festtag beschert.

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„Mir fehlen die Worte. Ein Sieg bei der Tour ist immer mein großer Traum gewesen“, sagte der Quick-Step-Profi, nachdem er auf der ersten Alpenetappe nach Le Grand-Bornand für den Premierensieg der Gastgeber bei der 105. Frankreich-Rundfahrt gesorgt hatte: „Ich habe dafür alles gegeben, auf den letzten Kilometern mein Inneres auf den Tisch gelegt. Jetzt bin ich einfach nur glücklich.“

Während die Favoriten der großen Schleife um Christopher Froome die Füße stillhielten, setzte sich Alaphilippe nach vier hohen Pässen durch. „Ich wusste, dass dies meine Etappe werden könnte“, sagte Allrounder, der in dieser Saison den Frühjahrsklassiker Fleche Wallonne gewonnen und am Dienstag bereits kurz nach dem Start in Annecy mit etwa 20 anderen Fahrern attackiert hatte.

Für Quick-Step war es nach zwei Sprinterfolgen von Fernando Gaviria der dritte Sieg bei dieser Tour de France und der 50. Triumph in diesem Jahr. Mehr hatte seit Einführung der WorldTour zum gleichen Zeitpunkt nur Columbia-HTC im Jahr 2009 mit 55 Erfolgen eingefahren. Alaphilippe übernahm auch das Trikot des besten Bergfahrers der Frankreich-Rundfahrt.

Da die Anwärter auf den Gesamtsieg angesichts der Strapazen der nächsten beiden Tage beim Hochgebirgsauftakt nicht mehr als das Nötigste taten, verteidigte der Belgier Greg Van Avermaet das Gelbe Trikot des Spitzenreiters zum siebenten Mal hintereinander erfolgreich. Der Olympiasieger gehörte ebenfalls zu den Ausreißern um Alaphilippe und erreichte das Ziel als Vierter mit 1:44 Minuten Rückstand noch deutlich vor der großen Favoritengruppe, die 3:23 Minuten zurücklag.

Auf der gefürchteten, 1,8 Kilometer langen Schotterpassage nach der zweiten großen Bergwertung des Tages auf dem Plateau des Glieres, der ersten unbefestigten Straße bei einer großen Schleife seit 1987, erwischte ausgerechnet Froome ein Defekt. Der Sky-Kapitän war kurz isoliert, fand aber am folgenden Anstieg ins Feld zurück. Sein Rennstall beherrschte wie bei den Bergetappen der vergangenen Jahre gewohnt das Bild an der Spitze der Favoritengruppe. Er hatte leichtes Spiel: Kein Froome-Gegner riskierte eine Attacke. (sid)