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Franzosen wollen Geld

Sie sollen das neue Traumpaar auf dem Eis werden. Aber noch dürfen Aljona Savchenko und Bruno Massot nicht starten.

© dpa

Für Aljona Savchenko wird die Hängepartie um ihren neuen Partner mehr und mehr zum Ärgernis. Seit 16 Monaten darf die fünfmalige Paarlauf-Weltmeisterin mit dem Franzosen Bruno Massot nur trainieren, keine Wettkämpfe bestreiten. „Man sitzt wie in einem Loch. Es fühlt sich an, als ob man einen Kartoffelsack auf den Schultern hat“, sagte die 31-Jährige am Wochenende. Das zeigt Wirkung: Bei der eher mauen Präsentation seiner neuen Kür in Berlin erntete das deutsch-französische Duo nur schütteren Applaus.

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Playoff-Auftakt Ende März

Das Team von Chefcoach Alexander Waibl hat noch zwei Spiele der Hauptrunde vor der Brust bevor die wohl spannendste Zeit der Saison startet.

Nun soll ein Gipfel der Verbandsoberen am Mittwoch in Paris den Gordischen Knoten durchschlagen. Frankreichs umtriebiger Verbandspräsident Didier Gailhaguet will sich indes die Freigabe des 26-Jährigen gut bezahlen lassen. Eine fünfstellige Summe, dem Vernehmen nach 70 000 Euro, hat er für die Ausbildung in Rechnung gestellt, für den deutschen Sportdirektor Udo Dönsdorf ein Unding: „Wenn das Schule macht, können Athleten kleinerer Verbände überhaupt nicht mehr wechseln.“

Was Massot selbst tun kann, hat er bereits getan. Er büffelt in Oberstdorf fleißig die deutsche Sprache, der Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft liegt seit einer knappen Woche bei den zuständigen Behörden in Sonthofen. Was bleibt, ist Hoffnung: „Ich wünsche mir einen Kompromiss.“ Dass es dazu noch nicht gekommen ist, ist für Trainer Alexander König auch die Folge allzu schleppender Verhandlungen: „Die DEU nimmt die Hinhaltetaktik der Franzosen einfach so hin, das nervt.“

Und es mehren sich prompt die Zweifel, dass Massot seinen Vorgänger Robin Szolkowy irgendwann einmal adäquat ersetzen kann. Die ständigen Vergleiche mit dem „Ex“ Savchenkos, „sind anscheinend tatsächlich Brunos Problem“, sagte die gebürtige Ukrainerin offen. Szolkowy ist 2014 ins Trainerlager gewechselt und betreut russische Paare, kümmert sich aber auch um den deutschen Nachwuchs.

Die Teamkollegen leiden mit dem neu zusammengestellten Paar. „Mit Blick auf Olympia 2018 wird es jetzt langsam schon fast knapp, man braucht im Eiskunstlauf einen langen Vorlauf“, sagte der Olympia-Achte Peter Liebers und kann den Frust nachvollziehen: „Was da gerade passiert, ist eigentlich ein Berufsverbot.“ (sid)