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Frau stirbt wegen angeblicher Affäre

Vor den Augen seiner beiden kleinen Kinder ersticht ein 33-Jähriger seine Ehefrau in einer Asylunterkunft in Borna. Der Ehemann fühlte sich in seiner Ehre verletzt. Das Urteil ist eindeutig.

© Hendrik Schmidt/dpa

Leipzig. Für die Richter war es ein Mord aus Heimtücke: Nach der Tötung seiner Ehefrau ist ein 33-Jähriger vom Landgericht Leipzig zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. „Der Angeklagte hat unvermittelt auf sein arg- und wehrloses Opfer eingestochen“, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf am Freitag. Das Motiv habe in der vom Angeklagten angenommenen, aber nicht begründeten Eifersucht gelegen.

Der Syrer hatte in dem Prozess die Tat zugegeben. Demnach hat er in einer Asylunterkunft in Borna zugestochen, weil ihn seine Frau über Monate hinweg mit einem anderen Mann betrogen haben soll. Am Abend des 4. Februar dieses Jahres hatte er seiner 24 Jahre alten Ehefrau nach einem Streit einen wuchtigen Stich mit einem Küchenmesser in den Oberkörper versetzt. Die Frau war an inneren Blutungen gestorben. Die Tat hatte sich vor den Augen der beiden damals ein und zwei Jahre alten Söhne des Paares ereignet. Sie sind seitdem in der Obhut des Jugendamtes.

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Die Umstände in dem Fall sind laut Strafkammer besonders tragisch und mit einer bedauerlichen Vorgeschichte des Angeklagten verbunden. 2013 hatte der gelernte Maler bei einer Autoexplosion in seiner Heimat sein linkes Bein verloren. Ein Jahr später heiratete er eine entfernte Verwandte, mit der er über die Türkei 2016 nach Portugal geflüchtet war und dort einen Asylantrag gestellt hatte. Das Paar flüchtete aber weiter nach Dresden und stellte erneut einen Asylantrag. Dann wurden sie in die Asylbewerberunterkunft nach Borna gebracht.

Dort soll die 24-Jährige nach Überzeugung des Angeklagten eine Affäre mit einem Kurden gehabt haben. Die Beziehung zu dem Mann war nach Überzeugung des Gerichts höchstens platonisch. „Aber der Argwohn des Angeklagten war geweckt. Er überwachte seine Ehefrau sogar mit einer Handy-App“. Im Prozess hatte der Angeklagte ausgesagt, seine Ehefrau habe ihn am Tattag nach einem Streit mit den Worten gekränkt: „Du bist kein Mann mehr“. Dann habe er zugestochen.

Der Vorsitzende Richter betonte, der Angeklagte habe nicht nur der Ehefrau das Leben genommen. „Sie haben das Leben und die Zukunft ihrer Kinder aufs Schwerste in Gefahr gebracht“, sagte Jagenlauf. Es bleibe zu hoffen, dass die Kinder mit Hilfe der Behörden die schrecklichen Erlebnisse irgendwann bewältigen können.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung wegen Totschlags in einem minderschweren Fall gefordert. Der Rechtsanwalt kündigte an, nach einem Gespräch mit dem Angeklagten die Möglichkeit einer Revision zu prüfen. (dpa)