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Frauen bekommen viel weniger Rente

Im Durchschnitt bekommen Männer 1.182 Euro, Frauen 755 Euro. Die Lücke im Westen ist dabei größer als im Osten.

Aus der Lohnlücke im Arbeitsleben entwickelt sich im Alter eine Rentenkluft. © imago

Frauen erhalten im Schnitt in Deutschland jeden Monat eine um 427 Euro und damit um 36 Prozent geringere Rente als Männer. Dabei ist die Differenz in Ostdeutschland niedriger als im Westen. Im Osten ist die Rente von Frauen im Schnitt auch um rund 30 Prozent höher als bei Frauen im Westen. Dies zeigt eine Studie der DekaBank, die in dieser Woche in Frankfurt vorgestellt wurde.

„Aus der Lohnlücke im Arbeitsleben entwickelt sich im Alter eine Rentenkluft“, betont Gabriele Widmann, Volkswirtin bei der DekaBank. Dies treffe vor allem Frauen. Deshalb seien auch knapp 60 Prozent der Frauen mit ihrer Altersabsicherung unzufrieden. Eigentlich müssten sie sich, so Widmann, wegen der niedrigen Rente deshalb noch mehr um die Vorsorge kümmern als Männer. Freilich, das hatte unlängst eine andere Studie gezeigt, fehlt einem Drittel der Haushalte am Ende des Monats Geld, um überhaupt sparen zu können.

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Im Schnitt erhielten Männer der DekaBank-Studie zufolge in Deutschland 2017 eine monatliche Rente in Höhe von 1.182 Euro. Frauen dagegen kamen nur auf 755 Euro. Die höchsten Altersbezüge erhielten danach Rentner im Osten Berlins mit 1.268 Euro. Dort kamen Frauen auf 1.026 Euro. Bei Männern steht das Saarland mit 1.245 Euro vor NRW mit 1.242 Euro und Baden-Württemberg mit 1.220 Euro an der Spitze. In Sachsen sind es 1.207 Euro, in Brandenburg 1.200, in Bayern aber nur 1.141 Euro. Am Schluss rangiert Berlin-West mit lediglich 1.058 Euro für Männer.

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Bei Frauen werden nach Ost-Berlin die höchsten Renten in Brandenburg (935 Euro) und Sachsen (924 Euro) gezahlt. Am schlechtesten stehen Rentnerinnen im Saarland mit im Schnitt 532 Euro da. In Bayern werden Frauen 654, in Baden-Württemberg 681, im Westen Berlins im Schnitt 789 Euro Rente gezahlt. Dass Frauen im Osten besser abschneiden, liegt nach Angaben von DekaBank-Volkswirtin Widmann daran, dass sie länger gearbeitet haben. „Durch die längere und oft ununterbrochene Berufstätigkeit konnten Frauen dort mehr in die Rentenkasse einzahlen.“

Generell ist der Unterschied zwischen der höchsten und niedrigsten Rente bei Männern mit 210 Euro bundesweit deutlich geringer als bei Frauen. Hier bekommen Frauen im Saarland in Schnitt 494 Euro und damit fast die Hälfte weniger als Frauen im Osten Berlins.

Die größten Unterschiede zum Nachteil der Frauen gegenüber Männern hat die DekaBank mit 57 Prozent im Saarland festgestellt. 51 Prozent sind es in NRW, 44 Prozent in Baden-Württemberg und 43 Prozent in Bayern. Im Osten der Republik ist die Lücke zwischen den staatlichen Altersbezügen von Frauen und Männern deutlich geringer. Im Osten Berlins liegt sie nur bei 19 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 21, in Brandenburg bei 22 und in Sachsen bei 23 Prozent. Am größten ist der Nachteil von Frauen in Ostdeutschland im Berliner Westen mit 25 Prozent.

Für Widmann ergibt sich aus den Ergebnissen der Studie, dass sich Frauen viel stärker noch als Männer mit der privaten Altersvorsorge befassen müssten. Damit täten sie sich aber schwer. Denn im bundesweiten Durchschnitt beschäftigt sich nicht einmal ein Drittel aller Frauen, hat die DekaBank ermittelt, gerne mit der eigenen Geldanlage. Bei den Männern ist es fast die Hälfte.

Hinzu kommt noch ein unterschiedliches Anlageverhalten. Während Männer eher in Aktien investieren, vertrauen Frauen ihr Geld lieber Sparbüchern an – die jedoch deutlich geringere Erträge bringen als Aktien. Die Marktforscher vom GfK-Institut haben zusammen mit dem Storch Research Institut, gegründet vom früheren Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer, im vergangenen November 10 000 Deutsche befragt, in welcher Anlageform sie 100 Euro monatlich sparen würden. Das Ergebnis: Jede dritte Frau würde ein Sparbuch, Festgeld oder Girokonto dafür wählen, nicht einmal jede zehnte Frau würde dafür auch Aktien oder Aktienfonds erwägen (13 Prozent der Befragten). Bei Männern ist es gerade umgekehrt.

(Angaben in Brutto)