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Frauke Petry stellt „Blaue Wende“ in Pirna vor

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Landkreis seit der Bundestagswahl wollten 150 Bürger die einstige AfD-Chefin hören.

© Norbert Millauer

Von Franz Werfel

Pirna. Etwa 150 Bürger aus der Region, drei Kamerateams und einige AfD-Mitglieder – das Interesse an Frauke Petrys erstem Auftritt in ihrem Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge seit der Bundestagswahl vor zwei Monaten war groß. Am Donnerstagabend hatte die frühere AfD-Bundeschefin in den Gasthof Zum Lindental in Pirnas Ortsteil Zuschendorf eingeladen. Dort wollte sie das von ihr initiierte Bürgerforum Blaue Wende sowie die von ihr gegründete Blaue Partei vorstellen.

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Etwa 150 Besucher waren auf die neue Partei  gespannt.
Etwa 150 Besucher waren auf die neue Partei gespannt. © Norbert Millauer
Die Medien zeigten reges Interesse an Petrys Auftritt.
Die Medien zeigten reges Interesse an Petrys Auftritt. © Norbert Millauer

Zudem war es Petrys erklärtes Anliegen, mit den Wählern im Landkreis ins Gespräch zu kommen. Sie wollte noch einmal erklären, warum sie aus der AfD ausgetreten ist. „Immer mussten die Vernünftigen in der AfD sich im Landtag für die Entgleisungen anderer Mitglieder rechtfertigen. Vernünftiges, sachorientiertes Arbeiten war so nicht möglich. Wir konnten fast keine Netzwerke aufbauen“, sagte sie. Ein Großteil der Arbeit wäre für parteiinterne Querelen draufgegangen. Ohne diesen Ballast wolle sie sich künftig auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren. Die 42-Jährige möchte sowohl ihr Mandat im Sächsischen Landtag als auch im Bundestag ausführen.

Sie wolle ihre Zeit im Bundestag nutzen, die Anliegen der Bürger zu hören und sich für diese einsetzen. „Es ist klar, dass das aus der Opposition heraus schwerer ist als in der Regierung“, so Petry. Die Frage nach Neuwahlen stelle sich derzeit nicht. Im Fall von Neuwahlen könnte Petry schnell wieder aus dem Bundestag fliegen.

Am 24. September wurde sie – als Direktkandidatin der AfD im Landkreis – mit 37 Prozent der Erststimmen in den Bundestag gewählt. Einen Tag nach der Wahl kündigte sie an, nicht Teil der AfD-Fraktion sein zu wollen. Eine Woche darauf trat sie aus der Partei aus. Im Sächsischen Landtag sitzt sie zusammen mit vier weiteren ehemaligen AfD-Mitgliedern als fraktionslose „Blaue Gruppe“. Im Dezember möchte Frauke Petry, die mit ihren fünf Kindern in Leipzig lebt, ein Wahlkreisbüro in der Pirnaer Innenstadt eröffnen.

Den ganzen Bericht zur Veranstaltung lesen Sie am Sonnabend in Ihrer Sächsischen Zeitung oder auf SZ-Online.