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Freie Handwerker suchen sich Chefs

In Sachsen suchen sich freie Handwerker vermehrt eine sozialversicherte Anstellung - auch wenn damit Unterordnung verbunden ist.

Dresden. Wer sein eigener Herr sein will, erlernt gerne einen Handwerksberuf – diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. In Sachsen wechseln selbstständige Handwerker derzeit gerne in eine sozialversicherte Anstellung, auch wenn damit Unterordnung verbunden ist. Sachsens Handwerkstags-Präsident Roland Ermer teilte am Montag mit, die Zahl der Betriebe im Freistaat sei voriges Jahr wieder kleiner geworden.

Am Silvestertag zählten demnach 57 397 Betriebe zum sächsischen Handwerk. Zu Beginn des vorigen Jahres waren es noch 902 mehr. Allerdings bedeutet diese Zahl nicht, dass kaum noch Betriebe eröffnet werden. Vielmehr zählte der Sächsische Handwerkstag 4 081 Abgänge, aber auch 3 179 Zugänge im vergangenen Jahr. Präsident Ermer sprach von Abmeldungen von Ein-Personen-Unternehmen. Ehemalige „Soloselbstständige“ wechselten in wettbewerbsfähige Unternehmen. Die Linke schlug vor, ein Mindesthonorar vorzuschreiben – ähnlich dem Mindestlohn.

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Zugleich fehle laut Ermer zunehmend qualifizierter Nachwuchs an Führungskräften, die bestehende Betriebe übernehmen könnten. Seit 2013 schrumpft die Zahl der Betriebe in Sachsen. Vorher hatte die Statistik ein starkes Wachstum gezeigt – auch wegen einer Reform im Handwerksrecht 2004, die Anmeldungen erleichterte.

Auf dem Rückzug sind laut Handwerkstag vor allem Maurer und Betonbauer, Elektrotechniker sowie Maler und Lackierer, bei den zulassungsfreien Handwerken vor allem Fliesenleger sowie Experten, die Fertigteile einbauen. (SZ/mz)