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Freiraum Elbtal gibt nicht auf

Am 27. Februar wird das Gelände des Vereins für das Bauprojekt Marina Garden geräumt. Um das zu verhindern, gaben die Künstler Unterschriften im Rathaus ab.

© Sven Ellger

Von Sarah Grundmann

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Es war ein ungewohnter Anblick: In vier Bussen rollte gestern gegen 14 Uhr eine Gruppe bunt gekleideter Künstler vor dem Dresdner Rathaus an. Die Mitglieder des Vereins Freiraum Elbtal wollten ein Zeichen setzen. Mit einer Unterschriftenliste versuchen die Kreativen, die Räumung ihres Geländes auf der Leipziger Straße 33a doch noch zu verhindern – knapp 9 000 haben sie zusammenbekommen.

Erst kürzlich wurde die Zwangsräumung des Geländes mit einem Gerichtsvollzieher beschlossen, am 27. Februar um 8 Uhr müssen alle Kreativen das Areal unterhalb der Leipziger Straße verlassen. Denn dort möchte Investorin Regine Töberich das Quartier „Marina Garden“ mit insgesamt 224 Wohnungen bauen. Derzeit liegt das Projekt allerdings auf Eis, da Rot-Grün-Rot einen Gegenentwurf vorgelegt haben, über den im Stadtrat noch nicht entschieden wurde. Solange der Bau nicht beginnt, möchten die Künstler das Grundstück weiterhin nutzen.

Einige sind zwar vorübergehend auf dem Globus-Gelände untergekommen, aber ein harter Kern ist geblieben. „Wenn wir jetzt umziehen, muss alles neu organisiert werden“, sagt die Sprecherin des Vereins, Stephanie Schulz. „Außerdem ist es für uns sehr schwer, eine geeignete Ersatzfläche zu finden.“ Schließlich brauchen die Künstler viel Platz für ihre Werkstätten.

Deshalb sollten die Unterschriften gestern an Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) übergeben werden – doch so weit kam es nicht. Denn Orosz war nicht im Haus, die Liste wurde von einem Rathausmitarbeiter entgegengenommen. Noch heute sollen sie an Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) übergeben werden. Außerdem soll ein Gesprächstermin mit Marx vereinbart werden. Die Vereinsmitglieder hoffen, dass er noch vor der Räumung stattfindet.

„Richtig glücklich bin ich mit dem heutigen Ergebnis nicht“, sagt Vereinsvorstand Thomas Herold. „Aber wenigstens sind die Unterschriften als symbolischer Akt übergeben. Wir sind dankbar für so viel Unterstützung.“ Die erhält Freiraum Elbtal auch von Stadträten. Torsten Schulze (Grüne) und Kristin Hofmann (Linke) setzen sich für den Verbleib des Vereins ein. „Für eine lebens- und liebenswerte Stadt muss es Plätze geben, an denen sich Einwohner ausprobieren können“, so Hofmann.