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Freispruch für Brauereichef

Der Chef der Brauerei in Hartmannsdorf stand wegen verschiedener Vorwürfe vor Gericht. Kein einziger ist wahr.

Von Helene Krause

Sichtlich erleichtert verließ der Angeklagte gestern den Verhandlungssaal des Amtsgerichts Döbeln. Obwohl der Staatsanwalt auf schuldig plädierte, sprach der Richter den 52-Jährigen in allen Punkten frei. Vorgeworfen wurde dem Brauereichef Sachbeschädigung, die Herbeiführung von Brandgefahr und falsche Verdächtigung.

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Den Chef einer Baufirma hatte der 52-Jährige wegen Diebstahls angezeigt. Der Mann soll dem Angeklagten ein Notstromaggregat gestohlen haben. Doch der gab vor, dass er das Gerät für 2.000 Euro von dem Brauereiinhaber gekauft habe. Eine Rechnung für den Kauf gibt es nicht. Zwei Mitarbeiter der Baufirma soll der Beschuldigte gefragt haben, ob sie an einem Rohr schweißen können. Dass es sich um eine Gasleitung handelte, verschwieg er. Gasgeruch will keiner wahrgenommen haben.

Weil Zeugen in der ersten Verhandlung widersprüchliche Angaben gemacht hatten, wurden gestern weitere gehört. So auch der polnische Bauarbeiter, der angeblich das Loch, in dem das Gasrohr lag, zugepflastert hatte. „Angeschweißt war nichts“, erklärte er in der Verhandlung. Ein weiterer Mitarbeiter der Baufirma, der in der ersten Verhandlung als Zeuge unentschuldigt fehlte, erklärte, dass er gesehen habe, wie sein Chef das Notstromaggregat bezahlt habe. Angeblich sei das auf dem Hof der Brauerei passiert. Er habe neben den beiden Geschäftsleuten gestanden. Bezahlt worden wäre mit 100-Euro-Scheinen.

Der Bauunternehmer hatte seine Leute von der Brauerei abgezogen, obwohl noch nicht alle Arbeiten erledigt waren. Im Juni schickte er dennoch eine Rechnung über 11.000 Euro. Weil auf der Rechnung mehr Stunden standen, als tatsächlich geleistet wurden, bezahlte der Chef der Brauerei nur 7.000 Euro. Ob der Bauunternehmer daraufhin das Notstromaggregat aus der Brauerei holte und sich zusätzlich mit der Anzeige, eine Gasleitung angezapft zu haben, für das fehlende Geld rächen wollte, wollte die Staatsanwaltschaft klären.

In der Urteilsbegründung sagte der Richter, dass es für die Vorwürfe keine Beweise gibt. So hatte der Bauunternehmer in der polizeilichen Vernehmung ausgesagt, dass er das angezapfte Gasrohr selbst gesehen habe. Vor Gericht erklärte er jedoch, dass seine Arbeiter ihm das gesagt hätten. Dass an der Leitung etwas verändert wurde, bestätigte ein Gutachter, aber wann, konnte er nicht sagen. „Wenn man eine Umgehungsleitung zieht, fällt das bei der Überprüfung auf. Außerdem merkt auch der Versorger, wenn der Gasverbrauch erheblich runtergeht“, so der Richter.