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Freital darf an die Autobahn

Die bürokratischen Hürden für das Hinweisschild sind genommen. Nun muss nur noch die Stadt handeln – und bezahlen.

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Von Matthias Weigel

Freital bekommt nun endlich zwei touristische Hinweistafeln an der Autobahn. Das sächsische Verkehrsministerium hat jetzt dem Antrag der Stadt zugestimmt. An der A 17 wirbt künftig zwischen den Anschlussstellen Dresden-Gorbitz und Dresden-Südvorstadt in beiden Fahrtrichtungen jeweils eine der charakteristischen braunen Tafeln für Schloss Burgk.

Der ehemalige Herrensitz aus der Renaissance am Fuße des Windbergs beherbergt unter anderem das Stadtmuseum, umfangreiche Bergbauschauen – mit Technikgarten, Mundloch und der ältesten Grubenlok Dorothea – sowie die „Städtischen Sammlungen Freital“, die die Kunstentwicklungen in der Region Dresden zwischen 1890 und 1950 unter anderem mit neun klassischen Gemälden von Otto Dix dokumentieren. Seit 1993 befindet sich auch die Kunstsammlung von Friedrich Pappermann im Schloss, die der Dresdner Künstler dem Museum 1993 stiftete und dafür 1994 die Ehrenbürgerschaft Freitals erhielt. Das Schloss wird mit seinen Sälen auch gern als Tagungs- und Veranstaltungsort sowie für Hochzeiten genutzt. Freital hat das Ensemble in den letzten Jahren für viele Millionen Euro saniert und will und muss auch in den Folgejahren weiter in die Anlage investieren.

„Das Freitaler Schloss Burgk ist ein Genuss für Kunstliebhaber und eine Freude für alle am Bergbau interessierten Menschen. Die Verbindung von Museum, mittelalterlichem Herrensitz und sächsischem Berggeschrey macht das Schloss zu einem lohnenswerten Ausflugsziel“, so Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP). „Mit den neuen Hinweistafeln an der Autobahn wollen wir dafür sorgen, dass sich vorbeifahrende Touristen für einen Abstecher in das Freitaler Schloss Burgk entscheiden.“

Doch bevor die Schilder tatsächlich stehen, ist die Stadt Freital als Antragsteller gefragt: Die Aufstellung kann vorgenommen werden, sobald die Schilder gefertigt sind. Dafür – und auch für die Finanzierung – ist sie nämlich selbst verantwortlich. Aus dem Rathaus hieß es jüngst aber, dass man die Sache schnellstens abwickeln will. Das Geld steht schließlich auch schon länger dafür bereit. Durchschnittlich zwischen 5 000 und 7 000 Euro pro Schild fallen an.

Bereits im Jahr 2000 hatte Freital beim Freistaat Tafeln an der A 4 bei Wilsdruff und an der A 17 an der Abfahrt Dresden-Gorbitz beantragt. Damals wollte Freital mit „Wilhelmine-Reichard-Stadt“, „Tor zum Osterzgebirge“ oder „Stadt der Tradition“ auf sich aufmerksam machen. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt – - die Plätze seien schon vom Tharandter Wald, Meißen und der Weißeritztalbahn belegt.

2011 aber änderten sich die Vorschriften – nun sind bis zu vier statt lediglich zwei der sogenannten „Touristischen Unterrichtungstafeln“ zwischen zwei Abfahrten in Sachsen möglich, solange sie mindestens 250 Meter auseinander stehen. Die Freitaler FDP hatte nach diesem Vorstoß ihrer Landesregierung die Stadt zum erneuten Antrag ermuntert, um endlich in Sachen Tourismus aktiv zu werden.

Im Oktober 2012 wurden dann vom Landesamt zwei Standorte an der A 17, nämlich in Fahrtrichtung Prag vor der Ausfahrt Südvorstadt und in Richtung Dresden vor der Anschlussstelle Dresden-Gorbitz genehmigt. Ein Schild mit Ortsbezeichnung ganz nach FDP-Geschmack: „Freital - Schloss Burgk.“ Seither war das Verfahren aber etwas ins Stocken geraten.

Voraussetzungen für die Werbung ist, dass das Ziel öffentlich zugänglich und der Ort touristisch bedeutsam ist – laut Vorgabe also mindestens 10 000 Gästeankünfte beziehungsweise 25 000 Übernachtungen pro Jahr vorweisen kann. Außerdem darf der Ort nicht mehr als zehn Kilometer von der Autobahn entfernt sein.