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Freital bald in der Regionalliga?

Vorm Gastspiel im Stadtkulturhaus plaudert Eduard Geyer über seine Verbindung zu Freital und Dixie Dörners Hochzeit.

© Daniel Förster

Freital. Er holte zwei Meistertitel mit Dynamo Dresden, führte Energie Cottbus von der Regional- in die Bundesliga und leitete sogar die DDR-Nationalmannschaft. Eduard „Ede“ Geyers Fußballkarriere ist reich an Erfolgen, Pokalsiegen und Anekdoten. Davon wird er am Donnerstag im Freitaler Stadtkulturhaus berichten und dabei sein Buch „Einwürfe“ vorstellen.

Herr Geyer, Sportvereine in Freital standen schon immer im Schatten von Dresden. Haben Sie als Dynamo-Trainer auch Spieler von hier weggelockt?

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Ich kann mich nicht erinnern. Aber es kann schon sein, dass auch mal ein Spieler von Stahl Freital dabei war. Als Trainer hat man natürlich immer mal geguckt. Meistens war es aber so, dass junge, talentierte Spieler so oder so nach Dresden gingen. Die wollten ja alle zu Dynamo.

Welche Beziehung haben Sie zur Stadt?

Ein guter Schulfreund war mal Vorsitzender bei Stahl Freital. Ansonsten war ich natürlich ab und zu mal hier. Ich weiß zumindest auch, dass Dixie Dörner (ehemaliger Dynamospieler, Anm. d. Red.) in Freital geheiratet hat und wir dort zum Polterabend waren. Mit Dynamo waren wir auch öfter dort für Freundschaftsspiele. Freital ist ja ziemlich eng verknüpft mit Dresden. Damals hatte die Stadt noch eine ganz gute Mannschaft zusammen und spielte in der Bezirksliga.

Jetzt nur noch Landesklasse, genauso wie der Hainsberger SV. Auch Energie Cottbus, die Sie einst in die Bundesliga führten, spielt nur noch viertklassig. Wie sehr schmerzt das?

Die Probleme dort sind leider hausgemacht. Vor allem in der Zweiten Liga wurden Fehler begangen, die man schwer kompensieren kann. An der Entwicklung ist der Verein selbst schuld.

Aber es gibt auch positive Beispiele, etwa Dynamo oder Union Berlin. Geht es mit dem Ostfußball wieder aufwärts?

Zumindest ist es ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass auch Magdeburg vielleicht in die Zweite Liga aufsteigt und Dynamo sich etabliert. Aber grundsätzlich sind wir sehr, sehr weit weg von der Bundesliga und internationalen Wettbewerben.

RB Leipzig aber nicht. Wie kritisch sehen Sie den Klub und seinen
Großsponsor Red Bull?

Leipzig hat ja eine große Fußballtradition, ist Gründungsort des Deutschen Fußballbunds. Und nun wird dort wieder guter Fußball gespielt. Wenn RB zugelassen ist, dann ist es legitim, dass sie auch spielen. Man sollte nicht so heuchlerisch sein und das verteufeln. Ob man den Klub nun mag oder nicht: Dort wird zumindest gute Arbeit geleistet. Andere Vereine haben schon viel mehr Geld verbrannt.

Ist ein Großsponsor heute der einzige Weg, um oben mitzuspielen? Mit Cottbus hatten Sie ja auch keine unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten.

Das stimmt, aber es ist schwer, sich oben auch zu etablieren. Wenn man ganz hoch will, braucht man viel, viel Geld. Aber sich abhängig zu machen von einem Einzelnen, das ist auch gefährlich.

Wo stehen Dynamo und Energie in fünf Jahren?

Bei Dynamo hoffe ich, dass sie dann in der Bundesliga spielen. Für Cottbus wird es schwer. Wenn sie gut arbeiten, können sie wieder aufsteigen und sich in der Dritten Liga etablieren.

Und Freital?

Schwer zu sagen, ich schau nur ab und zu mal in die unteren Klassen herein. Aber grundsätzlich wäre Freital ein Kandidat für die Regionalliga. Das wäre angebracht für die Größe der Stadt.

Was können die Gäste am Donnerstag im Stadtkulturhaus erwarten?

Das Ganze ist ja als Lesung angekündigt zu meinem Buch „Einwürfe“. Das ist 2015 erschienen. Anlass war das letzte Spiel der DDR-Nationalmannschaft vor 25 Jahren. Es wird aber mehr ein Gespräch sein. Ich denke, das Publikum wird gut unterhalten. Bisher war es jedenfalls immer lustig. Die Gäste können auch Fragen stellen zum Buch, zum Fußball oder allgemeinen Dingen.

Das Interview führte Tobias Hoeflich.

„Eduard Geyer – eine Fußballlegende über Fußball, das Leben und die Welt …“ am Donnerstag, 19.30 Uhr, im Stadtkulturhaus Freital, Karten kosten 12 Euro