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Freital will Containerplätze streichen

Die Standorte von Glas- oder Altkleidercontainern sind oft verdreckt. Die Stadt erwägt deswegen nun drastische Mittel.

© Steffen Stein

Von Tobias Winzer

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Freital. Blaue Säcke, vollgepackt mit Müll. Hausrat, der einfach neben die Straße gestellt wird. Und Container, die beschmiert, beklebt oder aufgebrochen werden. 58 Stellplätze für Glascontainer gibt es in Freital. Weil einige Freitaler meinen, an diesen Containern auch ihren restlichen Müll entsorgen zu können, werden sie zum Problem für das Stadtbild. Um diese Entwicklung zu stoppen, erwägt die Stadtverwaltung nun drastische Mittel: Sollten die Containerstellplätze weiterhin als Mülllager missbraucht werden und andere Maßnahmen nichts bringen, werden einige Standorte gestrichen.

Bereits Ende Januar hatte die Sächsische Zeitung über das Problem berichtet. Ein Leser hatte sich damals an die Redaktion gewandt und über die Vermüllung der Container an der Uferstraße/Franz-Schubert-Straße berichtet. Er war über einen Stapel Kleider vor den Wertstoffcontainern gestolpert – und das nicht zum ersten Mal. Weil sich neben ihm auch viele weitere Freitaler bei der Stadt über den Zustand der Stellplätze beschwerten, hat sich das Rathaus nun des Problems angenommen. Neben dem benannten Standort hat die Verwaltung noch sechs weitere Problemstellen ausgemacht: an der Uferstraße/Paul-Büttner-Straße, an der Dresdner Straße/Albert-Schweitzer-Straße, an der Windbergallee/Burgker Straße, an der Johannisstraße/Lessingstraße, an der alten Feilenfabrik sowie an der Südstraße/Dresdner Straße.

Wie Rathaussprecher Matthias Weigel mitteilt, werden dort immer wieder Müll abgestellt oder Dinge, die eigentlich in den Container sollen. „Auch Schmierereien, Aufkleber oder Vandalismusschäden sind festzustellen.“ Das Problem ist zwar nicht neu. Die Stadtverwaltung erreichen immer wieder Hinweise von Bürgern zu dem Thema. „In jüngster Zeit war dieser Rhythmus dichter als sonst – es gab also gebündelt mehr Hinweise“, so Weigel.

Gereinigt werden die 58 Containerstellplätze im Stadtgebiet durch die Straßenmeisterei und das Straßenbauamt der Stadt. Sie übernehmen das im Auftrag des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE), wofür es eine jährliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 90 Cent pro Einwohner gibt – macht bei rund 40 000 Einwohnern etwa 36 000 Euro. Weil sich immer häufiger Menschen über verschmutzte Stellplätze beschweren, musste die Stadt in den vergangenen Wochen häufiger zu Sondereinsätzen ausrücken – außerhalb der normalen Reinigungszyklen. In der Regel werden die Plätze je nach Standort wöchentlich, zweimal pro Monat oder auch nur einmal pro Monat gereinigt. Weigel spricht von „gut einem Dutzend Sondereinsätze“ in den vergangenen Monaten.

Wegen der aktuellen Situation müssen auch die Zyklen verändert werden, was Mehraufwand und letztlich auch Mehrkosten bedeutet: Der Containerstellplatz am Sachsenplatz, der auch häufiger vermüllt sein soll, wird nunmehr wöchentlich gereinigt statt wie zuvor nur alle zwei Wochen. Welche Mehrkosten bislang genau dadurch entstanden sind, teilt die Stadtverwaltung nicht mit. Das Rathaus plant nun aber mehrere Maßnahmen gegen den Müll an falscher Stelle. Schilder sollen darauf hinweisen, dass der Hausmüll an Glascontainern nichts zu suchen hat. Außerdem plant die Stadt mehr Kontrollen. Als letztes Mittel könnten die problematischen Standorte gestrichen werden. „Die Stadt hat daran kein gesteigertes Interesse und das sollte nur als letzter Schritt in Betracht gezogen werden“, so Weigel.

Fest steht: Die Vermüllung an Glascontainern ist nicht das einzige Problem. Auch vor und neben Altkleidercontainern sieht es häufig unordentlich aus. Wie Rathaussprecher Weigel mitteilt, gibt es derzeit 60 solche Container von sieben verschiedenen Anbietern. Die Verträge werden mit der städtischen Freitaler Projektentwicklung (FPE) geschlossen. Die Container werden meist wöchentlich, mindestens jedoch alle 14 Tage geleert. Sollten sie überfüllt oder der Standort vermüllt sein, nehme die FPE Kontakt mit den Anbietern auf. Das Problem: Nicht alle Container stehen auf öffentlichen Grundstücken. Auf private Standorte habe die Stadt kaum Einfluss, heißt es.