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Musiker schenken Freital eine Hymne

Es geht um ein Ständchen zum Stadtgeburtstag. Text und Arrangement sind fertig, nun wird gleich an zwei Versionen gearbeitet.

Andreas Schulz, Marcus Lobe, Harry Kraut und Heiko Jacobs spielen ein Lied zum Stadtgeburtstag ein.
Andreas Schulz, Marcus Lobe, Harry Kraut und Heiko Jacobs spielen ein Lied zum Stadtgeburtstag ein. © Annett Heyse

Als Treffpunkt haben sie die Aussicht am Windbergdenkmal gewählt. Von hier hat man den besten Blick auf die Stadt. Auf die Weißeritz, die ehemaligen Kohlehalden, das Jochhöhschlösschen, die Bahntrasse, das Edelstahlwerk, die Weinberge bei Pesterwitz. All das, was Freital so ausmacht. Ihre Stadt, der sie nun zum 100-Jährigen ein Lied widmen.

Andreas Schulz und Harry Kraut sind Musiker, Heiko Jacobs ist Tontechniker und Marcus Lobe hat den Text geschrieben. "Lied für Freital" heißt es schlicht, im Refrain werden der Windberg hoch oben über der Stadt, aber auch die Macken Freitals besungen.

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Die Stadt ist eben keine Schönheit, aber man hat hier immer was daraus gemacht. Und wenn mal mal genauer hinschaut, gibt es neben all den Kanten doch so viele schöne Ecken. Darum geht es im Freital-Lied.

Freital-Lied schon vor zwei Jahren getextet

Die Idee, der Stadt ein Lied zum 100. Geburtstag zu komponieren, stammt von Marcus Lobe. Der 49-Jährige arbeitet im Verlag der Sächsischen Zeitung. "Als die Stadtverwaltung vor etwa drei Jahren zu Ideen für das Stadtjubiläum aufrief, kam mir die Idee, ein Lied zu schreiben", erinnert sich Lobe.

Erfahrungen damit hat er bereits. Seit fast drei Jahrzehnten dichtet er in seiner Freizeit Lieder, mal poppig, mal rockig. 2015 veröffentlichte er ein Kinderhörspiel - "Die Abenteuer des kleinen Clowns Pipallo". Was lag da näher, als Freital mit einem Geburtstagsständchen zu würdigen?

Marcus Lobe sprach den Musiker Andreas Schulz an, der sofort seine Mitarbeit zusagte. Schulz ist Berufsmusiker, hat jahrelange Bühnenerfahrung in diversen Bands gesammelt, arbeitet bei Studioproduktionen mit und bildet gemeinsam mit Wolfgang Grünler das Duo "Two of Us Unplugged". "Als Andreas mit im Boot war, habe ich den Text geschrieben", erzählt Marcus Lobe. Das war Anfang 2019.

Künstlerseele siegt über Geldproblem

Mehrmals habe man anschließend Kontakt mit dem Vorbereitungs-Team zur 100-Jahr-Feier gehabt, berichten die beiden. Es ging vor allem auch um eine finanzielle Unterstützung für die Produktion und eine Vermarktung des Liedes.

Im Herbst 2020 kam dann die Absage von der Stadtverwaltung - Geld gab es somit keines. "Unsere erste Reaktion war: Dann lassen wir das", berichtet Marcus Lobe. Doch am Ende siegte die Künstlerseele über den Kostenaspekt. Das Lied war zu diesem Zeitpunkt grob fertig, Melodie und Arrangement geschrieben. Schulz: "Da haben wir gesagt: Wir machen es trotzdem."

Mittlerweile zum Projekt dazugestoßen war Harry Kraut. Kraut ist Ur-Freitaler und vielen noch von der Musik- und Kabarettgruppe Stahlspritzer bekannt. Heute ist Kraut ein Teil von Nordstern, einer Band, die mit Seemannsrock und Shantys erfolgreich im Kielwasser der noch erfolgreicheren Band Santiano segelt. Harry Kraut spielt Geige, Gitarre und möchte das Freital-Lied nun mit veredeln.

Video zum Song geplant

Denn bis zum fertigen Song ist es noch viel Arbeit. Zwar spielten die Musiker gemeinsam mit dem Nordstern-Sänger Andi bereits ein Demo ein, aber an dem muss nun noch fleißig gearbeitet werden. "Das ist sozusagen die Rohversion. Jetzt müssen wir noch einige Tonspuren drauflegen und weiter an dem Lied feilen", erläutert Andreas Schulz.

Am Ende wird es zwei Versionen geben: Eine poppige mit klassischen Elementen, die man gut bei Partys und im Bierzelt auflegen kann. Und eine akustische, eher rockige Variante. Im September wollen die Musiker mit ihrem Freital-Lied fertig sein. Die Miete für Studio und Technik werden sie aus eigener Tasche aufbringen.

Heiko Jacobs wird das Projekt als Tontechniker unterstützen und auch ein Video drehen. Höchstwahrscheinlich werde man das Freital-Lied dann bei Youtube einstellen und eventuell auch als MP3-Datei übers Internet vertreiben. Da sind die Musiker sich noch nicht ganz einig.

Eine Streicheleinheit für die Künstlerseele wäre es, wenn das Freital-Lied zum Stadtfest gespielt würde. Was kann es Schöneres geben, als Hunderte begeisterte Menschen, die den Rhythmus klatschen und folgenden Refrain mitsingen:

Und wenn ich dann oben auf dem Windberg steh und zu Dir hinab, zu Dir mein Freital seh; dann weiß ich, egal, was immer Du für Macken hast, dass Du mir immer Heimat bist und Heimat warst.

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