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Freital macht Gewinn durch Abwasser

Der Abwasserbetrieb der Stadt Freital hat seine Zahlen vorgestellt. Er hat mehr eingenommen, als erwartet. Dafür gibt es Gründe.

Auch die Entsorgung von Abwasser kostet eine Stange Geld
Auch die Entsorgung von Abwasser kostet eine Stange Geld © Klaus-Dieter Brühl

Ums Thema Abwasser muss man sich in Freital derzeit keine Sorgen machen. Der Abwasserbetrieb hat jetzt seine Zahlen veröffentlicht. Dabei kam raus: Er hat sogar Gewinn gemacht. Die Schulden bleiben trotzdem bei mehreren Millionen Euro.

Die Entsorgung von Abwasser kostet die Stadt Freital mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr. Sie werden per Gebühren auf die Bevölkerung verteilt - all das wird genau kalkuliert. Im vergangenen Jahr hat der Abwasserbetrieb aber 590.000 Euro mehr eingenommen als geplant.

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Dafür gebe es zwei Gründe, erklärt Betriebsleiter Daniel Hartig. Zum einen sind neue Wohngebiete hinzugekommen. Deshalb wurde mehr Schmutzwasser eingeleitet. Die Einnahmen stiegen von 4,5 auf 4,8 Millionen Euro.

Zum anderen war der Preis für das eingeleitete Regenwasser zu hoch. Die getrennte Gebühr für Schmutz- und Regenwasser gibt es in Freital seit 2017. Damit soll der Anreiz geschaffen werden, mehr Flächen zu entsiegeln oder das Regenwasser zu nutzen. Denn: Wer viel Regenwasser in die Kanalisation leitet, beansprucht diese stärker und muss deshalb mehr bezahlen.

Gebühr für Regenwasser gesenkt

Problem für 2019 war, dass sich viele Eigentümer nicht zurückgemeldet haben. Daniel Hartig vermutet, dass die Grundstücksflächen zu groß kalkuliert wurden. Viele Bürger zahlten mehr als nötig. Der Preis ist deshalb seit dem 1. Januar 2020 von bisher 0,84 Cent auf 0,61 Cent gesenkt worden. Trotzdem wartet der Abwasserbetrieb noch auf die Rückmeldung der Freitaler.

Auch für das Jahr 2020 rechnet der Betrieb mit mehr Einnahmen als geplant. Betriebsleiter Daniel Hartig erklärt, dass jedes Jahr anders sei. Ein Jahr regne es zu viel, im anderen zu wenig. Das erschwere die Planung.

Die Überschüsse werden jedoch für das nächste Jahr verrechnet und in neue Investitionen gesteckt. Auch die Schulden des Betriebes müssen getilgt werden. Diese sanken zuletzt: Im Vergleich zu 2010 ist der Schuldenstand auf 15,7 Millionen reduziert worden - also fast drei Millionen weniger.

Sicher vor Platzregen

Um die Stadt künftig sicherer vor Überflutungen zu machen, hat der Abwasserbetrieb auch investiert: Im Jahr 2019 wurden insgesamt 1,3 Millionen Euro ausgegeben. In der Poisentalstraße Ecke Wartburgstraße wurde ein 30 Meter langer Stauraum errichtet. Das kostete ca. 600.000 Euro. "Damit wollen wir künftig besser auf Starkniederschläge reagieren", erklärt Daniel Hartig.

"Insgesamt", fasst der Betriebsleiter zusammen, "war 2019 ein ganz normales Wirtschaftsjahr". Keine großen Risiken, keine Neuverschuldung. Und das alles trotz Corona.

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