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Anklage wegen Brandstiftung in Freital

In Freital brannte Anfang des Jahres der Proberaum einer Band. Schnell war klar: Das Feuer wurde gelegt. Ein Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft.

Der Täter hatte Fenster eingeschlagen und soll den Probenraum einer Band in Brand gesetzt haben.
Der Täter hatte Fenster eingeschlagen und soll den Probenraum einer Band in Brand gesetzt haben. © Thomas Morgenroth

Diesen Krimi schreibt das Leben. In einer Nacht Anfang Januar brennt es in Freital-Döhlen. Die Feuerwehr rückt an und löscht die Flammen. Betroffen von den Zerstörungen ist der Raum einer Band, die dort einiges an Instrumenten und Technik stehen hat: Klavier, Schlagzeug, E-Gitarren, Verstärker und vieles mehr. Ein Bandmitglied hat den Brand selber entdeckt. Der junge Mann hatte da so eine Ahnung, die sich unheilvoll bestätigen sollte.

Denn das Feuer war nicht einfach so ausgebrochen. Es war keine Unachtsamkeit und auch kein technischer Defekt. Nein, es ist mit ziemlicher Sicherheit mutwillig gelegt worden. Das hatte die Polizei recht schnell herausgefunden. Auch ein Tatverdächtiger geriet alsbald in den Fokus der Ermittler, wurde festgenommen und verhört. Die Verdachtsmomente erhärteten sich, Haftbefehl wurde beantragt. Seither sitzt der 38-jährige Deutsche in Untersuchungshaft.

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10.000 Euro Sachschaden an Instrumenten und Technik

Am Dienstagvormittag teilte die Staatsanwaltschaft Dresden nun mit, gegen den Mann "Anklage zum Amtsgericht Pirna – Schöffengericht – unter anderem wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung erhoben" zu haben. Dem Beschuldigten werde vorgeworfen, "am 3. Januar dieses Jahres gegen 23.45 Uhr durch ein von ihm eingeschlagenes Fenster in das Gebäude Dresdner Straße 166 in Freital eingedrungen zu sein."

Drinnen soll er versucht haben, ein Klavier zu entzünden, was ihm nicht gelungen sei. "Anschließend soll der Beschuldigte das Gebäude verlassen, von außen ein weiteres Fenster eingeschlagen und den Probenraum einer Band in Brand gesetzt haben, indem er die hinter dem Fenster angebrachte Dämmung anzündete", heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden weiter.

Durch das Feuer ist ein Fenster samt Fensterrahmen komplett zerstört worden, ein zweites Fenster teilweise. "Am Inventar entstand ein geschätzter Schaden von 10.000 Euro. Der Gebäudeschaden ist noch nicht bekannt", so die Staatsanwaltschaft.

Brandstiftung, Bedrohung, Körperverletzung

Der Beschuldigte sieht sich allerdings nicht nur mit einer Anklage wegen Brandstiftung konfrontiert. Er ist außerdem in vier Fällen von Bedrohung und wegen "vorsätzlicher Körperverletzung zum Nachteil seiner ehemaligen Lebensgefährtin" angeklagt, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Hier lässt sich die Verbindung zur Band erahnen. Denn die genannte ehemalige Lebensgefährtin bewegt sich im privaten Umfeld der Mitglieder. Die Bedrohungen richteten sich wohl zum Teil auch gegen die Musiker. Daher auch die eingangs erwähnte Vorahnung eines der Bandmitglieder, das den Brand entdeckte.

"Wie Phönix aus der Asche"

Der beschuldigte 38-jährige Mann ist bereits vorbestraft und steht sogar noch unter Bewährung, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Er befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Mit der Anklageerhebung ist nun das Amtsgericht in Pirna am Zug. Es muss über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden und einen Termin für die Verhandlung bestimmen.

Die Band selber ist dabei, einen neuen Proberaum einzurichten. Dabei erhält sie nach eigenen Angaben Unterstützung von Fans, Freunden und Familie. 3.500 Euro an Spenden seien zusammengekommen. Viele hätten beim Aufräumen, Saubermachen und Renovieren tatkräftig mitgeholfen.

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Die Musiker aus Freital und Dresden zeigten sich nicht nur auf ihrer Facebook-Seite unendlich dankbar dafür. "Wie Phönix aus der Asche", heißt es da in einem kleinen Videoclip, den sie als Danksagung an alle ins Netz gestellt haben. So findet dieser Krimi einen guten Abschluss. Und der Bandname "Dawn of the Unleashed", auf Deutsch "Morgendämmerung der Entfesselten" bekommt eine ganz neue Bedeutung.

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