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Kein Weihnachtsmarkt am Schloss Nöthnitz

Das Risiko für einen Totalausfall ist den Veranstaltern zu groß. Sie planen aber für den beliebten Familienmarkt einen Ersatz an anderer Stelle.

Der Weihnachtsmarkt der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz fand im letzten Jahr auf Schloss Nöthnitz statt. Dieses Jahr wird alles anders.
Der Weihnachtsmarkt der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz fand im letzten Jahr auf Schloss Nöthnitz statt. Dieses Jahr wird alles anders. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der kleinste sächsische Weihnachtsmarkt - wie die Gemeinde Bannewitz ihn liebevoll selbst nennt - in Possendorf soll am ersten Adventswochenende wie geplant stattfinden. Unter strengen Hygieneregeln würden die elf Buden mit weihnachtlichen Waren bestückt, Musik werde auch gespielt, sagt Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos): "Bei uns wird es auch Glühwein und Bratwurst geben." Die Stadt Leipzig hatte angekündigt, diese beiden Dinge zum Weihnachtsmarkt wegen Corona nicht zu erlauben. 

Noch ist Fröse optimistisch: "So lange es die Zahlen und die Allgemeinverfügung zulassen, halten wir am Possendorfer Weihnachtsmarkt fest, und auch am dritten Advent am Weihnachtsmarkt, den die Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz veranstaltet."

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Genau dieser beliebte und traditionelle Weihnachtsmarkt wird allerdings in diesem Jahr nicht auf dem Schlosshof in Nötnitz stattfinden, sagt Veranstalterin Anne-Marie Zabel von der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz: "Das hat finanzielle und logistische Gründe. Wir werden im Bürgerpark Bannewitz, direkt hinter dem Bürgerhaus, den Weihnachtsmarkt aufbauen, denn dadurch können wir alles direkt aus der angrenzenden Musikschule zum Bürgerpark tragen." 

Zudem müsste die Musikschule für die Nutzung der Fläche rund um das Schloss Nöthnitz Miete bezahlen, und das sei in diesem Jahr fatal, erklärt Anne-Marie Zabel: "Falls wir den Weihnachtsmarkt doch kurzfristig wegen Corona absagen müssen, hätten wir durch die Mietzahlungen Verluste, die unsere Existenz bedrohen würden." 

Deshalb würden die 17 weihnachtlichen Buden nun rund um das Bürgerhaus herum und im Park aufgestellt. In diesem Jahr findet der Weihnachtsmarkt aber nicht am zweiten Adventswochenende, sondern erst am dritten statt. Am 12. und 13. Dezember soll der Markt jeweils ab 12 Uhr durch eine Bläsergruppe aus der Region musikalisch eröffnet werden und lädt dann am Sonnabend bis 19 Uhr und am Sonntag bis 18 Uhr Gäste zum Bummeln und Stöbern ein.

Nach derzeitigen Plänen werde ein Einbahnstraßensystem die Besucher über den Markt geleiten. Außerdem soll die Besucheranzahl per Chips gezählt werden. Bisher ist keine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung geplant, ebenso wenig wie eine Kontaktverfolgung. Doch schlussendlich werde die neue sächsische Corona-Allgemeinverfügung am 3. November darüber entscheiden, ob, und wenn ja wie die Märkte abgehalten werden dürfen.

Alternative am Bürgerhaus

Die Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz veranstaltet seit knapp 20 Jahren eigentlich auf dem Schlossgelände Nöthnitz ihren beliebten Weihnachtsmarkt und hofft, im Jahr 2021 auch diesen traditionellen Platz wieder mieten zu können. Dennoch würde auch am Ausweich-Platz mit vielen Attraktionen aufgewartet, die Weihnachtsstimmung aufkommen lassen, sagt  Anne-Marie Zabel: "An den Ständen wird es handwerkliche Produkte geben, wie  eine Zinngießerei, Klöppeln, eine Schmiede, wo Kinder selbst einen Nagel herstellen dürfen, es gibt Holzspielzeug, eine Schokoladenmanufaktur, ofenfrisches Brot, Lebkuchen und natürlich Speisen und Glühwein."

Zudem würde die Feuerwehr die Feuerstelle aufbauen und kontrollieren und der Musikschul-Vorstand werde wie immer höchstpersönlich den heißen Kakao für die Kinder anrühren. Nur Waffeln würde es wegen den strengen Hygieneregeln in diesem Advent nicht geben.

Musikalisch werde der Markt am Abend von den eigenen Turmbläsern beendet, zudem sollen auf der Bühne die Tanzgruppen auftreten. "Ob der Chor singen wird, wissen wir noch nicht, da wir die ganze Zeit nicht proben konnten, und es soll ja auch professionell sein", erklärt Zabel.

Wie steht es um andere Märkte?

Einen kleinen Weihnachtsmarkt soll es auch am Marienschacht in Bannewitz geben. Am ersten Adventswochenende können dort kleine Gäste unter anderem Geschenke basteln, und auf der Bühne spielen die "Elbscheechen" Weihnachtsmusik. Zudem hat sich auch die Musik-, Tanz- und Kunstschule mit ihrem Orchester angemeldet. Der Markt startet am Sonnabend 14 Uhr und geht bis 22 Uhr. Am Adventssonntag ist der Markt zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet.

Abgesagt wurde für dieses Jahr bereits das Glühweinfest in Hänichen, das im Dezember geplant war. Hier fehle es an Toilettenanlagen, in denen sich die Gäste auch ihre Hände waschen und desinfizieren können, teilt die Verwaltung mit.

Als Testlauf für die Ausrichtung des Possendorfer Weihnachtsmarktes galt die Umsetzung des Hygienekonzeptes beim Herbstmarkt im Oktober auf dem Parkplatz vor der Kirche. Damals wurden unter anderem Absperrbänder sowie ein extra Ein-und Ausgang errichtet, die Tische weit von einander entfernt aufgestellt. Das Maskentragen im Freien oblag dabei der Freiwilligkeit.

Dieses Hygienekonzept wurde nach abschließenden Einschätzungen der Bannewitzer Gemeindeverwaltung von den Besuchern gut angenommen und vor allem auch umgesetzt.

Doch nun sorgen die steigenden Corona-Zahlen im Landkreis für Zurückhaltung bei den Planungen der Weihnachtsmärkte. Der Possendorfer Markt soll eigentlich am 28. und 29. November stattfinden, zwischen 12 und 18 Uhr. Wie genau er und die anderen Märkte umgesetzt werden können und ob sie überhaupt stattfinden dürfen, soll am 3. November mit der neuen Allgemeinverfügung für Sachsen endgültig feststehen.

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