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Kreischa: Klinik hebt Besuchsverbot auf

Mehr als 1.000 Covid-Patienten wurden in der Bavaria-Klinik behandelt. Angehörige dürfen endlich wieder ins Haus. Doch es gibt noch einige Einschränkungen.

Die Bavaria-Klinik in Kreischa öffnet ab Montag wieder für Besucher.
Die Bavaria-Klinik in Kreischa öffnet ab Montag wieder für Besucher. © Egbert Kamprath

Nachdem die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gesunken ist, öffnet die Bavaria-Klinik in Kreischa ab Montag, den 7. Juni, wieder für Besucher. Das teilte Klinik-Sprecherin Kathleen Balle mit. Wer seine Angehörigen im Haus treffen möchte, muss allerdings vorher einen Termin vereinbaren. Dies ist online ab diesen Donnerstag über das Internetportal der Klinik oder auch telefonisch möglich.

Es gibt allerdings noch einige Einschränkungen. So müssen Gäste entweder einen negativen Schnelltest oder einen negativen PCR-Test vorweisen. Dies gelte auch für bereits geimpfte oder genesene Personen, so Balle weiter. Nicht anerkannt werde ein zu Hause absolvierter Selbsttest.

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Bundesnotbremse greift nicht mehr

Die Corona-Inzidenz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt seit acht Tagen stabil unter 100. Damit treten die Maßnahmen der sogenannten Bundesnotbremse wieder außer Kraft. Am 2. Juni meldete das maßgebliche Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 54,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Die Bavaria-Klinik Kreischa ist zwar in der Pandemie nicht in die Versorgungsstruktur der Krankenhäuser eingegliedert, die für die Erstversorgung von Patienten zuständig sind, und verfügt deshalb auch nicht über Kapazitäten für eine Notaufnahme.

Dennoch hat die Bavaria-Klinik einen erheblichen Anteil an der medizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten geleistet. "Insgesamt haben wir seit Beginn der Pandemie mehr als 1.000 Patienten behandelt, die mit dem Coronavirus infiziert beziehungsweise an Covid-19 erkrankt waren", teilt die Klinik mit. Das sind ausschließlich Patienten gewesen, die von anderen Krankenhäusern übernommen wurden und weiterhin werden.

Spezialisten für Beatmung und Dialyse

Die Klinik ist insbesondere mit ihrem Zentrum für Langzeitbeatmung und Beatmungsentwöhnung auf die Behandlung von beatmungspflichtigen Patienten und die Entwöhnung von maschineller Beatmung spezialisiert.

Für die Behandlung dieser Patienten stehen in Kreischa 130 Intensivbetten zur Verfügung, die über Beatmungsmaschinen und Dialysemöglichkeiten verfügen. Über die zentrale Klinikleitstelle wurden Corona-Patienten aus allen Teilen Sachsens nach Kreischa verlegt.

Das hat zwischenzeitlich enorm geholfen, dass die Krankenhäuser die Notfallversorgung aufrecht erhalten konnten. Ende vergangenen Jahres mussten in den Krankenhäusern des Landkreises bis zu 200 Covid-Patienten an einem Tag stationär behandelt werden, viele davon auf der Intensivstation. Aktuell hat das Landratsamt gemeldet, dass sich derzeit noch 42 Covid-Patienten im Landkreis in Krankenhäusern befinden, davon fünf auf Intensivstationen.

Zahl der Intensiv-Patienten geht zurück

Es ist eine Besonderheit der Bavaria-Klinik in Kreischa, dass sie als Reha-Klinik ins Intensivregister des Vereins Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) aufgenommen wurde. Das wurde von Regierungen auch als eine der Grundlagen für Entscheidungen über Corona-Maßnahmen herangezogen.

In Sachsen waren zeitweise von 1.500 zur Verfügung stehenden Intensivbetten knapp 600 mit Covid-Patienten belegt, das waren rund 40 Prozent. Gegenwärtig liegt der Anteil noch bei 13,5 Prozent. Die Tendenz ist weiter fallend. Auch deshalb können die Maßnahmen wieder gelockert werden.

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Damit in Kreischa die gebuchte Besuchszeit voll ausgeschöpft werden kann, bittet die Klinikleitung alle Gäste darum, den erforderlichen Corona-Test vorher zu absolvieren und dabei auch genügend Zeit für eventuelle Wartezeiten einzuplanen. In Kreischa bietet beispielsweise die Apotheke am Haußmannplatz kostenlose Schnelltests an und ebenso das klinikeigene Testzentrum an der Dresdner Straße.

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