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Freital: Farbreste im Birkigter Bach sorgen für Ärger

Ein Kleingärtner beobachtet, wie immer wieder Abwasser in seinen Gartenteich fließen. Zumindest einem Verursacher sind die Behörden jetzt auf der Spur.

Diese grau-weiße Brühe ist wohl auf Farbreste zurückzuführen, die achtlos in eine Schleuse gekippt wurden.
Diese grau-weiße Brühe ist wohl auf Farbreste zurückzuführen, die achtlos in eine Schleuse gekippt wurden. © Karl-Ludwig Oberthür

Das Problem ums Abwasser im Birkigter Bach scheint vorerst geklärt. Wie das Landratsamt Pirna auf Nachfrage mitteilte, wurde bei einer Kontrolle im Einzugsbereich des verrohrten Gewässers Rückstände an einem Straßeneinlauf festgestellt. Vermutlich handele es sich um Farbreste, so die Behörde.

Diese Farbreste gelangten über die Schleuse in den Birkigter Bach. Das Gewässer verläuft unterirdisch in Richtung Weißeritz und mündet dort in den Fluss. Auf dem Weg dahin kommt der Bach kurz zutage und durchquert einen größeren Gartenteich.

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Der Pächter Eberhard Küttner hatte sich an die Sächsische Zeitung gewandt, nachdem er in den vergangenen Monaten wiederholt Abwasser in seinem Teich hatte.

"Mal ist es grau-weiß, mal schlammfarben. Es wurde auch schon Jauche in den Bach geleitet und landete bei mir im Teich", berichtete er und informierte auch die Stadtverwaltung über die Vorfälle. Die wiederum schaltete die Untere Wasserbehörde des Landkreises ein.

Bauherr muss sich äußern

"Es bestand Anlass zur Annahme, dass die festgestellten Farbreste mit einer im Umfeld durchgeführten privaten Baumaßnahme in Verbindung stehen und Farbreste oder Reste von Reinigungswasser in den Straßeneinlauf entsorgt wurden", heißt es aus dem Landratsamt konkret zu einem Vorgang, der sich am 10. August abspielte.

Weil sich die Schleuse auf Dresdner Stadtgebiet befindet, wurde zusätzlich auch die Untere Wasserbehörde Dresden über den Vorfall informiert.

Zudem wird jetzt der Eigentümer des Baugrundstücks zu der Sache um Stellungnahme gebeten. Der Vorgang ist noch nicht abgeschlossen.

Abwasserprobleme seit den 1980er-Jahren

Zumindest hat sich die Situation am Bach verbessert, wie Eberhard Küttner weiter berichtet. "Das Wasser ist jetzt klar, ich kann nicht feststellen, dass Abwasser mitkommt."

Der Rentner bewirtschaftet im Bereich Coschützer Straße/Collmweg einen etwa 4.000 Quadratmeter großen Garten, der einst zum Grundstück des Kraftwerkes Birkigt gehörte. Er berichtet, dass der Teich immer mehr verlande und macht dafür auch das Einleiten von Abwasser verantwortlich.

Die Hälfte aller Schleusen führen in Gewässer

Schon Ende der 1980er-Jahre wandte er sich erstmals an die Behörden. Damals wurde die Firma Schokopack als Verursacher ausfindig gemacht, die Reinigungswasser in Schleusen einleitete, die wiederum in den Bach mündeten.

Mehrmals in den folgenden Jahren befassten sich verschiedene Ämter, die Polizei und sogar die Staatsanwaltschaft mit dem Problem, weil es wiederholt zu Verunreinigungen kam.

Dieser Teich im Eberhard Küttner ist eigentlich ein kleines Paradies: Hier brüten Enten, es gibt Libellen und Frösche. Doch das Gewässer verlandet, weil der Birkigter Bach immer wieder Abwasser mitführt.
Dieser Teich im Eberhard Küttner ist eigentlich ein kleines Paradies: Hier brüten Enten, es gibt Libellen und Frösche. Doch das Gewässer verlandet, weil der Birkigter Bach immer wieder Abwasser mitführt. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Birkigter Bach verläuft teils unter Freitaler, teils unter Dresdner Stadtgebiet. Er wird unter anderem von Wasser gespeist, welches aus einem alten Steinkohlebergwerk stammt. Teilweise münden Straßeneinläufe in den Bach.

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Vielen Anwohnern und möglicherweise auch manchen Handwerkern sei das oft nicht bewusst, heißt es aus dem Landratsamt. "Die Einleitung von Abwasser oder die Entsorgung von Stoffen in Straßeneinläufe ist unzulässig, wird aber leider aus Gewohnheit oftmals von Anliegern praktiziert." In Freital münden gut 50 Prozent aller Schleusen in Gewässer wie den Birkigter Bach.

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