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Dorfhain ist zurück in der Zukunft

Daten werden im Ort jetzt bis zu einhundertmal schneller übertragen - dank der Initiative eines Professors und seiner Mitstreiter.

Der Breitbandausbau in Dorfhain wird gefeiert. Mit dabei: Bürgermeister Olaf Schwalbe (CDU), Unternehmer Jens Jähning und Alexander Zacharias, Professor Ralf Lehnert, Landrat Michael Geisler (CDU) und Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) (v. l.)
Der Breitbandausbau in Dorfhain wird gefeiert. Mit dabei: Bürgermeister Olaf Schwalbe (CDU), Unternehmer Jens Jähning und Alexander Zacharias, Professor Ralf Lehnert, Landrat Michael Geisler (CDU) und Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) (v. l.) © Daniel Schäfer

Im kleinen beschaulichen Dorfhain am Tharandter Wald mit gerade knapp 1.100 Einwohnern hat die Breitband-Datenautobahn Fahrt aufgenommen. Bewohner und Firmen können jetzt zehn- bis hundertmal schneller als vorher ihre Daten übertragen und empfangen. Der von der Gemeinde eingesetzte Betreiber Sachsen-Energie bietet eine Datenrate von bis zu ein Gigabit pro Sekunde an - und hat bereits 130 Verträge mit Dorfhainern abgeschlossen.

Dorfhain gehört neben Heidenau und Wilsdruff zu den drei Orten im Kreis, die ihre kommunalen Projekte für ein schnelleres Internet beendet und damit am sogenannten "Weiße Flecken"-Programm teilgenommen haben, so Kati Zuber, Landkreiskoordinatorin für den Breitbandausbau. 17 weitere Kommunen planen einen eigenen Breitbandausbau. Andere schließen sich einem Ausbauprogramm des Landkreises an, mit dem auch Wilsdruff und Dippoldiswalde die verbliebenen weißen Flecken noch ausbauen wollen. Weiße Flecken sind die Stellen, bei denen eine Internetgeschwindigkeit von weniger als 30 Megabyte je Sekunde anliegt.

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80 Kilometer Glasfaserkabel verlegt

Eineinhalb Jahre lang wurde in Dorfhain das Glasfaser-Breitbandnetz aufgebaut. Angeschlossen sind 370 Gebäude mit 550 Wohn- und Geschäftseinheiten, wie Projektleiter Dominik Drechsel sagt. "Dafür haben die Mitarbeiter von drei Firmen 18 Kilometer Tiefbauarbeiten durchgeführt, 30 Kilometer Rohre und 80 Kilometer Glasfaserkabel verlegt."

Bis auf vier Häuser sind alle angeschlossen. Nun wird sich auch Alexander Zacharias, Mitgeschäftsführer der Jähnig GmbH an der Talstraße überlegen, ob er im Dresdner Homeoffice arbeitet oder doch lieber nach Dorfhain mit der nun schnelleren Datenübertragung fährt, sagte er bei der offiziellen Übergabe des neuen Netzes.

Die erste Hürde war eine Berlin-Fahrt

Dazu hatte Bürgermeister Olaf Schwalbe (CDU) noch einmal alle Beteiligten eingeladen, um ihnen für diesen Kraftakt zu danken, der mit der Zusage von 50.000 Euro Anschubfinanzierung durch Alexander Dobrindt (CSU), Bundesminister für Verkehr und Infrastruktur, im Jahr 2016 begann.

Mit Schwalbe auf Berlin-Fahrt war damals der Dorfhainer Ralf Lehnert, inzwischen emeritierter Professor am Lehrstuhl Telekommunikation der TU Dresden. Schon Jahre zuvor hatte er in der Gemeinde Druck gemacht und das Projekt initiiert.

80 Prozent der Einwohner hätten sich bei einer Bürgerversammlung für den Ausbau ausgesprochen, sagt Schwalbe rückblickend - und sich sogar finanziell beteiligt. Dass es am Ende kostenfrei für die Dorfhainer ausgegangen ist, sei der Förderung des 3,2 Millionen-Projektes durch Bund und Freistaat zu verdanken, so Schwalbe - und vielleicht auch der "gewachsenen Gemeinschaft und der eigenständigen Wege, für die Dorfhain steht", wie es Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) sagte.

Jetzt geht es um ein noch schnelleres Netz

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Inzwischen gibt es laut Kati Zuber eine neue Förderrichtlinie des Bundes. Geplant ist damit der Ausbau überall dort, wo weniger als 100 Megabyte pro Sekunde Internetversorgung anliegen - die sogenannten "Grauen Flecke". Diese förderfähigen Punkte im Landkreis herauszufinden, werde derzeit erkundet. Dafür soll die Abfrage bei den Telekommunikationsunternehmen über alle Kommunen des Landkreises durchgeführt werden. Diesem Vorhaben hat der Kreistag bereits zugestimmt.

Auch in Dorfhain ist das neue Glasfasernetz noch ausbaufähig. Doch erst einmal ist die Kommune zurück in der Zukunft, wie es bei der Inbetriebnahme formuliert wurde. Und das reicht den Dorfhainern - zumindest vorerst.

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