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Kindermode handgemacht in Freital

Mit der Eröffnung von "Handmade by Tony" erfüllt sich Carina Milbrand den Traum vom Kindermode-Laden. Doch das meiste Geld verdient sie bisher woanders.

Carina Milbrand in ihrem neu eröffneten Geschäft mit selbst geschneiderten Babymoden in Freital.
Carina Milbrand in ihrem neu eröffneten Geschäft mit selbst geschneiderten Babymoden in Freital. © Egbert Kamprath

Alles begann mit einem Baby-Schlafsack. Ohne den wollte Carina Milbrands Sohn nämlich nicht schlafen. Dabei war er mit fünf Jahren schon lange zu groß für die Modelle, die es zu kaufen gab. "Also habe ich einfach selbst einen für ihn designt und genäht", erinnert sich die dreifache Mutter. Mittlerweile ist ihr jüngster Sohn zehn und Carina Milbrand näht längst nicht mehr nur für ihn.

Die gelernte Schneiderin betreibt seit Mitte Juli das Geschäft "Handmade by Tony" an der Dresdner Straße 345 in Freital. Neben Baby- und Kindermode bietet Milbrand dort auch selbst gehäkelte Stofftiere und Accessoires an.

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"Bisher war hier eher wenig los", sagt die Ladenbesitzerin. Doch das sei für sie kein Grund zur Sorge. "Ich will auch erstmal ankommen." Außerdem ist der kleine Laden lediglich ihr drittes Standbein. Neben einer Teilzeitstelle hat Carina Milbrand sich in den vergangenen Jahren erfolgreich als Online-Händlerin für Kindermode etabliert. Auf Verkaufs-Plattformen wie Etsy und Ebay bietet sie ihre selbst designte und handgenähte Kindermode an. "Dort mache ich bisher den größten Teil meiner Verkäufe."

Ladengeschäft und Werkstatt in einem

Die Gründerin freut sich dennoch besonders, wenn die Kunden bei ihr im Laden kaufen. "So kann ich individuelle Wünsche einfach besser umsetzen." Gerade wenn die Kunden sich den Stoff selbst aussuchen wollen, sei es wichtig, dass sie diesen vor Ort anschauen und vor allem anfassen könnten.

Genäht werden die Kleider direkt vor Ort, denn Carina Milbrand nutzt die Räumlichkeiten in der Dresdner Straße auch als Werkstatt. "Nach mehreren Jahren Produktion zu Hause, war echt kein Platz mehr in der Wohnung. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt so einen schönen Ort für meine Stücke habe."

Eine Hose, die mitwächst

Den meisten Spaß hat Carina Milbrand, wenn sie sich neue Designs ausdenken kann. "Im Nähen bin ich mittlerweile flott. Wenn ich aber an neuen Entwürfen sitze, dann kann es schon mal eine Weile dauern, bis das erste Stück fertig ist."

Eines von Carina Milbrands eigenen Designs ist eine Hose, die mitwächst. Dank eines speziellen Schnitts lassen sich die Hosen anfangs einfach umschlagen. Gerade in Phasen, in denen die Kinder schnell wachsen, können Eltern so vermeiden, andauernd neue Kleidungsstücke kaufen zu müssen. "Ich muss aber ehrlich sagen, dass diese Hosen nicht besonders häufig gekauft werden", sagt die Ladenbesitzerin.

Viel besser laufen Kleidungsstücke, die aufgrund ihres Motivs oder ihrer Farbe klar einem Geschlecht zugeordnet werden können. "Geschlechtsneutrale Mode ist hier nicht gefragt. Gerade die Großeltern suchen oft speziell nach Mädchen- oder Jungs-Sachen."

Stoffqualität ist wichtig

Besonders wichtig ist der Schneiderin, dass die Qualität der verwendeten Stoffe gut ist. "Bei mir kosten die Stücke ja ein bisschen mehr als bei C&A." Mit dreistelligen Preisen muss im "Handmade by Tony" dennoch niemand rechnen. Einfache Hosen für Babys kosten dort um die 12 Euro.

Einige Materialien neigten laut Milbrand zum sogenannten Pilling. Damit sind kleine Knötchen gemeint, die sich bei schlechter Stoffqualität nach einiger Zeit auf der Kleidung bilden. "Wenn ich merke, dass das bei einem meiner Stoffe passiert, dann verwende ich den nicht weiter."

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Doch selbst die beste Stoffqualität kann nicht verhindern, dass Kinderkleidung manchmal kaputtgeht. "Wenn ein Kind immer wieder auf die Knie fällt, dann reißt auch das beste Material nach einiger Zeit auf", sagt Carina Milbrand.

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