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Freital: Die Erdbeersaison geht los

Auf den Feldern in Freital und der Region beginnt die Selbstpflücke. Aus einem Grund sind die roten Früchtchen dieses Jahr besonders groß.

Lecker Obst: Christina Schmidt kommt regelmäßig auf die Pesterwitzer Felder.
Lecker Obst: Christina Schmidt kommt regelmäßig auf die Pesterwitzer Felder. © Egbert Kamprath

Wenn es so etwas wie eine Traum-Erdbeere gibt, dann diese: groß, knallrot und saftig-süß. Genau solche Früchtchen wachsen derzeit auf den Feldern bei Pesterwitz. "Wenn jetzt nichts schiefgeht und das Wetter hält, denn wird es eine gute Saison", sagt Stefanie Folde-Jäpel mit Blick auf den blauen Himmel.

Die Familie Folde betreibt das Gut Pesterwitz. Sie leben vom Wein- und Obstanbau, die Ernte wird im eigenen Hofladen verkauft. Das Markenzeichen sind die Äpfel, doch die Erdbeeren sind eindeutig der große Sympathieträger. Die roten Früchtchen locken jedes Jahr hunderte Besucher auf die Felder. Die Selbstpflücke ist beliebt, manche Kunden kommen gleich mit großen Körben oder Eimern zur Ernte.

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Drei Erdbeerfelder in der Region

Christina Schmidt hat sich nur eine mittelgroße Schüssel mitgebracht. "Die Zeiten, als ich noch Erdbeermarmelade gemacht habe, sind vorbei", sagt sie. Am liebsten mag sie die Erdbeeren heute frisch vom Feld auf den Tisch. "So schmecken sie am besten." Dafür kommt sie gerne mehrmals im Frühsommer aus dem Dresdner Westen nach Pesterwitz zur Selbstpflücke.

Lange mussten die Erdbeer-Fans dieses Jahr auf den Saisonstart warten. Erst jetzt, Mitte Juni, geht es endlich los. Auch in Oberhäslich bei Dippoldiswalde kann geerntet werden, in wenigen Tagen öffnet zudem das Feld im Wilsdruffer Ortsteil Kleinopitz.

"Was heiß endlich", sagt Stefanie Folde-Jäpel dazu. Noch vor wenigen Jahren sei eine Erntezeit von Mitte Juni bis Mitte Juli ganz normal gewesen. "Das bestätigen uns auch die älteren Kunden."

Ganz normales Wetter gewünscht

Erst in den vergangenen Jahren hatte sich die Erdbeersaison, begünstigt durch warme Frühlingsmonate, immer mehr in den Mai hinein verlagert. Der Klimawandel kam auf den Pesterwitzer Feldern aber gar nicht gut an. Denn die Pflanzen litten unter Trockenheit und Hitze. Es gab Ausfälle bei den Jungpflanzen, auch die Qualität der Früchte war nicht durchweg spitzenmäßig. Jäpel-Folde: "Wenn das Wasser fehlt, werden die Erdbeeren leider nicht so groß und saftig."

Dieses Jahr ist alles anders. Der kälteste Frühling seit Jahrzehnten mit seinen vielen Regenfällen hat den Pflanzen auf den drei Feldern rund um Pesterwitz gut getan. Sie konnten sich richtig vollsaugen und haben viele Früchte gebildet, die nun schwer herunterhängen.

Gerade rechtzeitig setzt nun der Sommer mit Hitze ein - genau in der Phase, in der die Erdbeeren viel Wärme und Sonne brauchen, um zu reifen.

Viel Regen im Frühjahr haben die Früchte ordentlich wachsen lassen.
Viel Regen im Frühjahr haben die Früchte ordentlich wachsen lassen. © Egbert Kamprath

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Wichtig sei nun, so Stefanie Folde-Jäpel, dass auch die Nächte nicht zu kalt werden. Denn der Reifeprozess der Erdbeere geht nach Sonnenuntergang weiter, wenn die Wetterbedingungen stimmen.

Damit sich die Saison etwas zieht, baut man in Pesterwitz seit Jahren frühe, mittlere und späte Sorten an. Während es also in etlichen Pflanzenreihen schon rot leuchtet, blüht es ein paar Meter weiter noch. In Pesterwitz rechnet man so mit einer Erntezeit von vier bis fünf Wochen Länge und reger Nachfrage. Denn die Selbstpflücke ist immer beliebter geworden, die Nachfrage steigt.

Anbaufläche vergrößert

Dafür hat man die Anbaufläche für Erdbeeren mit den Jahren immer wieder vergrößert. Mittlerweile gibt es drei Felder. Die am Sportplatz und am Jochhöhschlösschen sind für die Selbstpflücker. Auf einem dritten Feld, in Richtung Dresden-Dölzschen gelegen, wird die Ernte für den Hofladen eingeholt. Zudem stellen die Pesterwitzer Erdbeermarmelade und Erdbeersaft her.

Damit es an Nachschub nicht fehlt, müssen die Obstbauern schon immer eine Saison vorausdenken und ihre Erdbeerfelder "wandern" lassen. Maximal drei Jahre belässt man die Pflanzen auf einer Fläche, dann braucht es ein neues Feld mit jungen Pflanzen.

Bereits jetzt ist für das Erntejahr 2022 neben dem Sportplatz ein Erdbeerfeld bestellt, ein weiteres wurde an der Dölzschner Straße angelegt. Nun aber schaut man erst einmal auf die kommenden Wochen. Die Landwirte wünschen sich warme Tage, mal einen Regenschauer und möglichst keine Gewitter mit Hagel. Dann könnte es ein richtig gutes Erdbeerjahr werden.

Hier kann gepflückt werden:

  • Pesterwitz: Erich-Hanisch-Straße gegenüber Sportplatz und Feld am Jochhöhschlösschen, Dölzschener Straße, geöffnet täglich 8 bis 18 Uhr
  • Kleinopitz: Feld am Ortseingang aus Richtung Oberhermsdorf, öffnet ab Mitte Juni
  • Oberhäslich: Feld an der Straße in Richtung Reinholdshain, geöffnet Montag bis Sonnabend 8 bis 18.30 Uhr, Sonntag 8 bis 12 Uhr
  • Dresden: Feld Hohendölzschener Straße, geöffnet Montag bis Sonnabend 8 bis 18.30 Uhr, Sonntag 8 bis 12 Uhr

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