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Etikettenschwindel im Supermarkt

Durch das Austauschen von Barcodes versuchte ein Freitaler günstiger einzukaufen. Dafür erhielt er vom Gericht Dippoldiswalde nun die Quittung.

Schon der Versuch ist strafbar: Ein Freitaler tauschte im Supermarkt Etiketten aus. Er wurde erwischt.
Schon der Versuch ist strafbar: Ein Freitaler tauschte im Supermarkt Etiketten aus. Er wurde erwischt. © ZB

Von Anne Schicht

Statt Produkte zu stehlen, hatte der 41-Jährige im Bannewitzer Real einen vermeintlich raffinierteren Plan. Er tauschte die Etiketten mit dem Barcode so, dass er bei dem Kauf seiner Produkte Geld sparen würde. Doch er wurde schon vor dem Bezahlen vom Supermarktpersonal gestellt. Wäre sein Plan aufgegangen, hätte er etwas über 32 Euro „gespart“. Nun bekam er noch zusätzlich einen Strafbefehl von der Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung. 

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Eine Urkunde hat laut Rechtsprechung drei Eigenschaften, die ein Barcode auf dem Produkt erfüllt: Die Urkunde muss eine sogenannte Gedankenerklärung beinhalten. Hier ermöglicht der Barcode eine genaue Zuordnung, um welches Produkt es sich handelt. Es lässt sich sogar weltweit identifizieren. Zum anderen ist eine Urkunde zum Beweis im Rechtsverkehr bestimmt und lässt den Aussteller erkennen. 

All das trifft auf den kleinen aufgeklebten Barcodeschnipsel zu. Nach dieser Definition ist übrigens auch der Bierdeckel eine Urkunde, auf den der Wirt durch Striche markiert, wie viele Bier ein Gast trinkt. Kratzt der Gast Striche weg, dann begeht er eine Urkundenfälschung. Und diese kann von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug geahndet werden.

500 Euro Strafe plus Kosten fürs Gericht

Wegen Betrugs war der Barcode-Austauscher dagegen nicht angeklagt, denn zum Vollzug der betrügerischen Absicht ist es nicht gekommen. Er erhielt für seine Tat einen Strafbefehl. Demnach sollte er 25 Tagessätze á 20 Euro zahlen. Gegen diesen legte er fristgerecht Einspruch ein. So kam es zur mündlichen Hauptverhandlung - allerdings ohne den Angeklagten, denn der fehlte unentschuldigt. 

Richter Christian Mansch machte deshalb kurzen Prozess. Der Einspruch wurde vom Gericht verworfen und der Strafausspruch aufrechterhalten. Alles in allem ein teurer Spaß für den Verurteilten, denn neben den 500 Euro Strafe muss er nun auch noch zusätzlich Gerichtskosten und Auslagen übernehmen.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, denn nach Verkündigung hat der Verurteilte noch zwei Wochen Zeit in Berufung zu gehen. 

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