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So sieht es in Freitals neuer Chirurgie aus

Die einzige niedergelassene chirurgische Praxis der Stadt ist umgezogen. Hier haben die Ärzte bessere Bedingungen - was auch für die Patienten von Vorteil ist.

Die Gemeinschaftspraxis von Andrej Krč, René Tischler, Beate Müller und Thomas Bether (v.li.) ist umgezogen.
Die Gemeinschaftspraxis von Andrej Krč, René Tischler, Beate Müller und Thomas Bether (v.li.) ist umgezogen. © Karl-Ludwig Oberthür

Es ist wie der Sprung in eine andere Galaxie: War Freitals einzige niedergelassene Chirurgie bisher in einem maroden Flachbau an der Fuhrmannstraße untergebracht, residiert man jetzt in einem modernen Neubau an der Dresdner Straße.

Hinter sich gelassen haben die Mediziner eine Praxis, deren Atmosphäre noch ein bisschen an die beginnenden 90er-Jahre erinnerte. Im "Haus am Capitol" gleich neben dem ehemaligen Kino ist alles neu, modern, hell und großzügig.

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"Wir fühlen uns hier sehr wohl, haben mehr Platz und viel bessere Bedingungen", sagt Chirurg Thomas Bether.

Neuer Röntgenapparat liefert schärfere Bilder

Die Wohlfühlatmosphäre beginnt schon an der Praxistür, die sich zu einem freundlichen Wartebereich mit Empfangstresen öffnet. Mit dem Umzug wurden komplett neue Möbel gekauft, alle Behandlungsräume entsprechend neu eingerichtet und das digitale Verwaltungssystem umgestellt.

Der größte Vorteil um neuen Domizil ist das Platzangebot. Im Gebäude belegt die Praxis die gesamte erste Etage mit gut 470 Quadratmetern Fläche. Es gibt mehr Sprechzimmer als im alten Haus, dazu kommen zwei Räume für kleine Eingriffe und die Behandlung von Verletzungen, Wunden oder Entzündungen.

Im Röntgenraum steht ein neuer Apparat, der nun voll digital funktioniert und schärfere Bilder als das Vorgängermodell liefert.

Julia Mühl (links) und Monique Schubert arbeiten am Empfang. Mit dem Umzug wurden neue Möbel angeschafft und ein neues Verwaltungssystem eingeführt.
Julia Mühl (links) und Monique Schubert arbeiten am Empfang. Mit dem Umzug wurden neue Möbel angeschafft und ein neues Verwaltungssystem eingeführt. © Karl-Ludwig Oberthür
Chris Kunath (links) und Sarah Tost arbeiten im Röntgenraum. Ein neuer Apparat liefert qualitativ bessere Bilder als das Vorgängermodell in der alten Praxis.
Chris Kunath (links) und Sarah Tost arbeiten im Röntgenraum. Ein neuer Apparat liefert qualitativ bessere Bilder als das Vorgängermodell in der alten Praxis. © Karl-Ludwig Oberthür
Ein Blick in den Wartebereich, durch dessen hohe Fenster viel Licht einfällt.
Ein Blick in den Wartebereich, durch dessen hohe Fenster viel Licht einfällt. © Karl-Ludwig Oberthür
Susann Seppelt (links) und Kristin Schweighofer reinigen im Sterilisationsraum die Instrumenten.
Susann Seppelt (links) und Kristin Schweighofer reinigen im Sterilisationsraum die Instrumenten. © Karl-Ludwig Oberthür

Gut ausgestatteter Operationssaal

Das Herzstück der Chirurgie ist jedoch der neue Operationssaal. Nach allen aktuellen Vorgaben ausgestattet und mit einem Raumluftsystem arbeitend, können hier alle notwendigen Eingriffe vorgenommen und darüber hinaus das Angebotsspektrum der Praxis erweitert werden. Und heutzutage - das wissen Fachunkundige oft nicht - wird viel mehr von niedergelassenen Medizinern operiert als vor Jahrzehnten.

Bei Chirurgie denken viele Menschen noch immer an Gipsverbände und das Nähen von Platzwunden. Alles überholt. Gegipst eher selten, wie Beate Müller erklärt: "Wir verwenden heutzutage oft Kunststoffsysteme, also sogenannte Schuhe."

Darüber hinaus nehmen Chirurgen in ihren Praxen aber auch viele andere Behandlungen und Eingriffe vor, die noch vor Jahrzehnten zum klassischen Spektrum eines Krankenhauses gehörten. Zu nennen wäre da die Hand- und Gefäßchirurgie, Operationen an Hand, Knie- und Fußgelenken, Operationen von Leisten- und Nabelbrüchen, die Entfernung von Geschwulsten.

"Wir machen hier alles von der Diagnose, über die Therapie oder Operation bis hin zur Nachbehandlung", erläutert René Tischler, einer der vier Ärzte. Müssen Eingriffe unter Narkose stattfinden, kommt zusätzlich ein Anästhesist dazu. Im nahegelegenen Aufwachraum können die Patienten dann allmählich wieder auf die Beine kommen.

Von der Poliklinik zur Privatpraxis

Die Praxis an der Fuhrmannstraße ist schon lange eine Institution in Freital. Hier landeten sie alle: Die größeren und kleineren Missgeschicke aus dem Alltag, die Arbeitsunfälle, die Sportler mit ihren Problemen nach Training oder Punktspielen.

In den 50er- und 60er-Jahren war die Chirurgie eine Privatpraxis, bevor sie Mitte der 70er-Jahre zur Poliklinik umgebaut wurde. Beate Müller ist die Ärztin mit den meisten Berufsjahren im Team, sie machte sich 1992 mit ihrer damaligen Kollegin Claudia Schmidt selbstständig. Später stießen Thomas Bether und René Tischler dazu.

Claudia Schmidt hat den Umzug noch mit gestemmt, bevor sie vor wenigen Tagen in den Ruhestand ging. Für sie ist Andrej Krč neu in der Praxis, ein Mediziner, der in Prag studiert hat und schon seit zehn Jahren in Deutschland arbeitet, unter anderem auch an einem Dresdner Krankenhaus.

Umzug nach Hainsberg scheiterte

Seit Jahren suchten Freitals Chirurgen nach einem Neuanfang an anderer Adresse. Denn eine Sanierung mit notwendigen Erweiterungen in der Fuhrmannstraße bei laufendem Betrieb war nicht möglich. Zu belastend und aufwendig wäre ein Arbeiten inmitten einer Baustelle für Ärzte, Schwestern und auch die Patienten geworden.

Lange liebäugelte man mit einem Umzug in den ehemaligen Kindergarten an der Dresdner Straße in Hainsberg. Es gab schon Umbaupläne für die alte Villa. Das war 2018. "Das Vorhaben scheiterte letztendlich an der Wirtschaftlichkeit. Viele Vorstellungen unsererseits waren in dem Gebäude nicht so ohne weiteres umsetzbar", begründet René Tischler. Zudem hätte man sich in Hainsberg über zwei Etagen verteilen müssen.

Im Haus am Capitol konnte hingegen man alle Vorstellungen, Wünsche und Anforderungen schon in die Bauplanung einbeziehen und sich die Praxis quasi so zurechtschneidern, wie man sie brauchte.

Trotzdem, das geben vier Ärzte und acht Schwestern offen zu, habe es einige Tage gedauert, bis sich alle Abläufe im neuen Domizil eingespielt hätten. Die Patienten nahmen es locker. Sie freuen sich stattdessen über die neue Praxis. Bether: "Wir haben bisher nur positive Reaktionen bekommen."

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