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Freitaler "Hains" zieht positive Bilanz

Das Jahr 2020 ging auch am Freizeitzentrum nicht spurlos vorbei. Doch anders als zu vermuten. Ein optimistischer Blick in die Zukunft.

Daniel Wirth und Jörg Schneider vom "Hains" in der neuen Infrarotsauna. Bisher war diese nach der Eröffnung im Oktober nur wenige Tage in Betrieb.
Daniel Wirth und Jörg Schneider vom "Hains" in der neuen Infrarotsauna. Bisher war diese nach der Eröffnung im Oktober nur wenige Tage in Betrieb. © Karl-Ludwig Oberthuer

Das Freizeitzentrum „Hains“ in Freital erlebte wie wir alle 2020 ein Auf und Ab. Im Falle von Erlebnisbad, Sauna, Fitnessstudio, Gastronomie, Bowlingbahn und anderer Angebote hieß das: auf und zu und wieder auf und wieder zu. Und das für alle Bereiche auch noch unterschiedlich geregelt. Dennoch ziehen die Macher auch vor diesem Hintergrund eine positive Bilanz - trotz Verlusten.

„Wir sind trotz Corona sehr zufrieden“, sagt Jörg Schneider. Er ist Geschäftsführer der Technischen Werke Freital, unter deren Dach auch das Freizeitzentrum Hains firmiert. „Natürlich haben wir nicht den Umsatz der vergangenen Jahre erzielt. Wir haben seit März ja mehr oder weniger geschlossen.“

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In Zahlen ausgedrückt sieht das so aus: „In normalen Jahren haben wir in etwa 450.000 Besucher“, sagt Daniel Wirth, Gesamtleiter des Freizeitzentrums. „2020 war es etwas weniger als die Hälfte.“ So stehe man auch beim Umsatz bei nur etwa 45 Prozent eines durchschnittlichen Jahres. Aber: „Wir haben alles gegeben, waren immer da, wenn wir durften“, sagt Wirth.

Schwimmhalle innerhalb einer Woche startklar

Das zeigte sich Anfang Juni. Als die Corona-Infektionszahlen sanken und Freizeiteinrichtungen wieder öffnen durften, war die Schwimmhalle des Hains innerhalb einer Woche startklar und öffnete für Besucher. Zum Vergleich: In Dresden brauchten die Bäder dafür ganze drei Wochen.

„Das ist gar nicht so leicht, immer im Standby zu sein“, sagt Jörg Schneider. Vor allem für die Mitarbeiter sei das sehr schwierig. Erst Kurzarbeit null, dann plötzlich wieder hundert Prozent Leistung bringen. „Das ist mental eine sehr schwierige Situation für die Mitarbeiter.“ Auch jetzt sei das wieder der Fall. 40 Leute, die sonst in der Schwimmhalle, dem Fitnessstudio, der Sauna und hinterm Tresen für das Wohlbefinden der Gäste da sind, sind in Kurzarbeit. „Und das Schlimme ist: Keiner kann sagen, wie lange das noch geht“, so Schneider und bringt einen Vergleich.

Das Hochwasser 2002 habe vor allem an der Bausubstanz viel größeren Schaden angerichtet. Aber als das Ereignis vorbei war, war klar: „Jetzt wird angepackt und wieder aufgebaut.“ Man habe sich Ziele setzen können und gewusst, wann man fertig ist und es weitergeht. Das sei bei Corona anders und mache es besonders schwierig.

"Der Winter ist für uns besonders wichtig"

Im Hains versuchen die Verantwortlichen die Gratwanderung. Auch jetzt haben sie das Wasser im Becken gelassen, damit sie, sobald sie es dürfen, auch schnell wieder öffnen können. „Der Winter ist für uns besonders wichtig“, sagt Wirth.

Die Schließzeit im Frühjahr war genutzt worden, um nötige Säuberungs- und Reparaturarbeiten zu erledigen. Auch die eine oder andere kleine Verschönerung wurde vorgezogen und angegangen. Vor allem aber die große Investition in die Sauna hat das Hains im Jahr 2020 durchgezogen. „Dafür war die Schließzeit, so komisch das klingt, durchaus von Vorteil“, sagt Daniel Wirth. „Denn die Baufirmen hatten Freiheiten, die bei einem laufenden Betrieb ringsrum nicht so gegeben gewesen wären.“ Zwei Millionen Euro sind planmäßig verbaut worden.

„Als die ersten Corona-Maßnahmen kamen, waren viele verunsichert. Auch die Baufirmen wussten in dem Moment noch nicht so recht, wie es weitergeht“, sagt Wirth. Da sei es für beide Seiten gut gewesen, dass das Projekt Saunabau schon auf dem Tisch lag und verlässliche Verträge gemacht werden konnten.

Sauna-Öffnung unter Auflagen

Im Oktober ist die neue Saunalandschaft dann unter Auflagen eröffnet worden. Drei Wochen später musste sie wegen der erneut steigenden Zahlen bei den Corona-Infektionen schon wieder schließen. „Die kurze Zeit der Öffnung hat uns aber gezeigt, dass wir da vieles richtig gemacht haben“, sagt Jörg Schneider. „Die Gäste kamen zahlreich, eigentlich alle waren begeistert.“ Natürlich habe es am Anfang ein paar kleinere Probleme gegeben, aber die seien darauf zurückzuführen, dass alle - sowohl Gäste als auch Mitarbeiter - erst einmal lernen mussten, mit den neuen Möglichkeiten umzugehen.

Abkühlen: Der Schnee kann zum Abreiben genutzt werden, wird aber künstlich produziert.
Abkühlen: Der Schnee kann zum Abreiben genutzt werden, wird aber künstlich produziert. © Egbert Kamprath
Schwitzen: Das Feuer in der Kaminsauna ist echt, aber nicht die Holzscheite. Gas speist die Flamme.
Schwitzen: Das Feuer in der Kaminsauna ist echt, aber nicht die Holzscheite. Gas speist die Flamme. © Egbert Kamprath
Schwimmen: Das Becken im Hains ist nach wie vor gefüllt. Doch Besucher dürfen noch nicht wieder rein.
Schwimmen: Das Becken im Hains ist nach wie vor gefüllt. Doch Besucher dürfen noch nicht wieder rein. © www.hains.de
Tagen: Anfang Juni schlossen sich im Hains drei Sportverein zum neuen SC Freital zusammen.
Tagen: Anfang Juni schlossen sich im Hains drei Sportverein zum neuen SC Freital zusammen. © Egbert Kamprath

Mit dem Blick ins neue Jahr hoffen die Hains-Verantwortlichen, dass sie möglichst bald wieder öffnen dürfen. „Wir planen ein normales Jahr“, sagt Daniel Wirth. „Wir arbeiten daran, auch jetzt schon Verträge für ein paar Veranstaltungen zu machen, um etwas anbieten zu können, falls es erlaubt wird.“ Das bedürfe jetzt noch mehr Arbeit, weil die Gestaltung der Verträge gewissermaßen coronasicher sein muss.

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Im Moment ruht das Geschäft noch komplett. „Wir halten die Halle in Ordnung und sauber.“ So könne man dann auch auf die sonst übliche Schließwoche zur Jahresreinigung verzichten. „Das haben wir dann schon erledigt.“ Eine Woche mehr Umsatz in diesen Zeiten sei wichtig. Deshalb auch das Wasser im Becken. „Wenn wir jetzt tausend Kubikmeter ablassen, die wir dann wieder reinfüllen müssen, das kostet nicht nur Zeit.“ Jetzt sei die Halle zwar kalt, aber man könne nahezu von einem auf den anderen Tag öffnen.

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