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Freital: Gymnasiastinnen siegen bei Russischolympiade

Lisa-Thao Vu und Luna Windisch vom Weißeritzgymnasium überzeugten auf Sachsenebene. Lisa fährt sogar zur Bundesolympiade.

Lisa-Thao Vu (li.) und Luna Windisch vom Weißeritzgymnasium Freital haben die Russischolympiade mit Bravour gemeistert.
Lisa-Thao Vu (li.) und Luna Windisch vom Weißeritzgymnasium Freital haben die Russischolympiade mit Bravour gemeistert. © Egbert Kamprath

Ihre Urkunden sind in kyrillischer Schrift geschrieben und mit Matrjoschkas verziert. Lisa-Thao Vu und Luna Windisch geben eine kleine Kostprobe ihrer Sprachkenntnisse dazu. Die 15-jährige Lisa erkämpfte bei der 10. Landesrussischolympiade in Dresden den zweiten Platz im Anfängerniveau A1, sie wurde sogar zur 15. Bundesolympiade berufen. Die 16-jährige Luna wurde Dritte auf dem gleichen Sprachniveau. Seit der 8. Jahrgangsstufe lernen die jetzigen Zehntklässlerinnen Russisch als dritte Fremdsprache am Weißeritzgymnasium Freital.

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„Die Schulleitung war vom Erfolg der Mädchen hellauf begeistert. In ihrer Russischgruppe wurden Lisa und Luna nach der Olympiade mit Beifall begrüßt“, sagt ihre Fachlehrerin Christine Amstein-Bahmann und schiebt nach: Das tolle Ergebnis stehe schon auf der Homepage der Schule, die sehr offen für Fremdsprachen sei. Das Besondere: Lisa aus Tharandt und Luna aus Freital-Birkigt haben die Herausforderung gemeistert, obwohl ihre ersten beiden Russisch-Lernjahre in die Zeit der Corona-Pandemie fielen. „Weil eine Sprache vom Sprechen lebt, habe ich den Schülern während des Homeschoolings von Anfang an auch Online-Unterricht gegeben. Wir haben die Gruppe, zu der Schüler aus sechs Klassen gehören, dafür manchmal auch geteilt“, sagt Christine Amstein-Bahmann, die außerdem Geografie lehrt.

Russisch lernen nach eigenem System

Sie hat Erfahrung darin, geeignete Schüler für die Russischolympiade zu motivieren und vorzubereiten. Bevor sie im Jahr 2018 ans Weißeritzgymnasium kam, unterrichtete sie ab 1994 in Brand-Erbisdorf. Schon da engagierte sie sich für die Olympiade, die auf Sachsenebene nur aller drei Jahre ausgetragen wird. Auch Schüler, die Russisch als zweite Fremdsprache erlernen, nehmen daran teil. „Es gehört Mut dazu, in einer dritten Fremdsprache anzutreten - wie Lisa und Luna. Doch wer mehrere Sprachen bewusst und gern lernt, arbeitet anders. Diese Schülerinnen und Schüler entwickeln ein eigenes System“, sagt die Russischlehrerin.

Lisa und Luna lernen auch Englisch und Spanisch. Am Weißeritzgymnasium werden sonst außerdem Französisch und Latein gelehrt. „Ich mag Sprachen, ich sehe darin meine Stärke. Sie öffnen auch neue Türen“, sagt Lisa-Thao Vu, die in ihrer Familie extra noch alltägliches Vietnamesisch spricht. Lesen und schreiben könne sie es aber weniger, sagt sie.

„Mir gefällt die kyrillische Schrift, die wir in Russisch gelernt haben. Wir können sie sogar als Geheimschrift benutzen, wenn jemand sie nicht kennt“, sagt Luna Windisch. Im Bulgarien-Urlaub habe sie vorm Beginn ihres Russischunterrichtes schon gestaunt, wie ihre Eltern dort Kyrillisches lesen konnten.

Begeistert erzählen die Mädchen dann von den Eindrücken im interkulturellen Kinder- und Elternzentrum Kolibri, wo das Finale der 10. Landesrussischolympiade ausgetragen wurde. 23 Schülerinnen und Schüler nahmen auf drei Niveaustufen teil.

In der prüfungsfreien Zeit konnten sie Matrjoschkas gestalten und vieles mehr. „Wir sahen eine wunderschöne Matrjoschka-Ausstellung. Eine Opernsängerin sang für uns. Es gab russisches Essen“, sagt Luna. Lisa erzählt: „Alle dort freuten sich, dass wir die Sprache lernen.“ Im Sprechen, Hören und Lesen mussten sie sich unter Beweis stellen.

Es geht nicht nur um Konkurrenz

Die Berufung zur Bundesolympiade, die vom 23. bis 26. März 2022 im hessischen Marburg stattfindet, nimmt Lisa auch etwas sportlich. – Sie spielt schon länger Fußball, seit Kurzem ist sie zum 1. FFC Fortuna Dresden gewechselt. – „Turniere kenne ich“, sagt sie und verrät: Sie sei aufgeregt, freue sich aber schon auf das Trainingslager für die Olympiade am 5. November. „Dann lerne ich die anderen sechs Starter des Teams aus Sachsen kennen. Es geht nicht nur um Konkurrenz. Wir brauchen uns auch. In Dresden mussten wir uns auch gegenseitig befragen.“

„Es ist schön für Lehrer, wenn eine dritte Fremdsprache so beachtet wird. Jede Sprache eröffnet einen neuen Kulturkreis“, sagt Christine Amstein-Bahmann und offenbart: Ihr großer Wunsch sei die Vorbereitung eines Schüleraustauschs, wenn es die Corona-Situation wieder erlaube.

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