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Investitionen 2022: Freitals fünf wichtigste Baustellen

Der Stadtrat schnürt ein Millionenpaket für Straßen, Schulen und die neue Feuerwache. Am Jahresende rechnet die Kämmerei mit einer guten Nachricht.

Von Annett Heyse
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Die Lessing-Schule in Freital reicht für die vielen Klassen nicht mehr aus und soll erweitert werden.
Die Lessing-Schule in Freital reicht für die vielen Klassen nicht mehr aus und soll erweitert werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Stadt Freital möchte in diesem Jahr 83 Millionen Euro ausgeben. So finanzstark ist der Haushaltsplan, den die Stadträte in ihrer Januarsitzung kürzlich verabschiedet haben.

Zeitig wie noch nie in den vergangenen Jahren steht damit der Plan für alle kommunalen Aufwendungen und Investitionen. Keine Selbstverständlichkeit sei dabei die Größenordnung, sagte Oberbürgermeister Uwe Rumberg. "Wir haben aufgrund der Corona-Pandemie einige Einbrüche, die Rücklagen schmelzen ab. Aber wir wollen alle bereits seit Längerem geplante Investitionen durchziehen."

Wesentliche Einnahmen im Haushalt 2022 stellen die Gewerbesteuer mit rund 11,7 Millionen Euro, Gemeindeanteile an der Einkommensteuer mit rund 13,2 Millionen Euro, allgemeine Schlüsselzuweisungen mit rund 21,7 Millionen Euro und laufende Zweckzuweisungen, zum Beispiel für Kinderbetreuung, Ganztagesprojekte und den Straßenlastenausgleich, von rund 11,1 Millionen Euro dar.

Jedoch liegen die Einnahmen der Stadt in diesem Jahr voraussichtlich nur bei 79 Millionen Euro. Das Defizit wird die Kämmerei unter anderem aus der Kapitalrücklage ausgleichen.

Denn eines möchte die Verwaltung unbedingt vermeiden: neue Schulden. Was die Verbindlichkeiten betrifft, steht man so gut da wie nie in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt derzeit noch bei 5,88 Euro und soll zum Jahresende abgebaut sein.

Baustelle Nummer 1: Die Feuerwache

Ein neues, größeres und moderneres Depot für die Feuerwehr wird Freitals größtes Bauprojekt der kommenden vier Jahre. Bis 2026 sollen rund 13,4 Millionen Euro dafür ausgegeben werden.

Einen ersten Schritt hat die Stadt bereits gemacht und dem Glaswerk ein Stück Grundstücksfläche - knapp 6.000 Quadratmeter - in unmittelbarer Nachbarschaft zum jetzigen Feuerwehrgebäude abgekauft.

Im nächsten Schritt soll nun ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Ziel ist es, den Siegerentwurf zum genauen Bauplan weiterzuentwickeln und umzusetzen.

Zu klein und zu alt: Die Feuerwache Döhlen, gleichzeitig Freitals Brandzentrale, bekommt einen Ersatzbau.
Zu klein und zu alt: Die Feuerwache Döhlen, gleichzeitig Freitals Brandzentrale, bekommt einen Ersatzbau. © Egbert Kamprath

"Ich bin gespannt, was bei dem Wettbewerb herauskommt", sagte Oberbürgermeister Uwe Rumberg kürzlich im Gespräch gegenüber saechsische.de. Man lasse sich überraschen und hoffe auf tolle Vorschläge. Der Wettbewerb soll im April bekannt gegeben werden, im September kürt ein Preisgericht den Sieger.

Baustelle Nummer 2: Die Lessing-Schule

Die Schülerzahlen im Stadtgebiet kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Das hat vor allem für die Lessing-Schule Folgen. Das Gebäude aus der Jahrhundertwende, welches von Grund- und Oberschule gemeinsam genutzt wird, reicht nicht mehr für so viele Klassen. "Die Schule platzt aus allen Nähten", sagte Oberbürgermeister Rumberg, der früher selbst an der Lessing-Schule lernte.

Ein Teil der Schüler, das sogenannte Produktive Lernen, musste schon ausgelagert werden. Die Grundschüler haben nicht genügend separate Horträume für die Betreuung am Nachmittag zur Verfügung.

Kleiner als sie aussieht: Die Lessingschule im Stadtteil Potschappel soll einen Anbau bekommen. Aus dem derzeit L-förmigen Grundriss wird ein U-förmiges Gebäude.
Kleiner als sie aussieht: Die Lessingschule im Stadtteil Potschappel soll einen Anbau bekommen. Aus dem derzeit L-förmigen Grundriss wird ein U-förmiges Gebäude. © Karl-Ludwig Oberthür

Deshalb soll ein Anbau entstehen. Dafür wurde bereits Baufreiheit geschaffen - mehrere alte Bäume im Schulhof mussten gefällt werden. Erste Baumaßnahmen begannen bereits im Dezember.

Der Rohbau soll in diesem Jahr hochgezogen werden, im kommenden Jahr wird das Gebäude mit dem Innenausbau vollendet. Die Kosten liegen bei insgesamt 3,4 Millionen Euro.

Baustelle Nummer 3: Die Rabenauer Straße

Endlich, werden viele Freitaler sagen und noch im Hinterkopf haben, dass die Sanierung der Rabenauer Straße seit Jahren versprochen wurde. Das Vorhaben war einst für 2018 geplant, dann rückte es mit schöner Regelmäßigkeit ein Jahr weiter. Der Grund: Freital hatte beim Land Sachsen einen Förderzuschuss beantragt, der lange nicht gewährt wurde. Kurz vor Jahresfrist 2021 traf die Bewilligung endlich doch im Rathaus ein.

Geplant ist, die Straße in mehreren Etappen bis zum Ortsende auszubauen. In diesem Jahr erfolgt der erste Bauabschnitt, beginnend ab der Ampelkreuzung Hainsberger Straße. Die Straße erhält einen neuen Unterbau, beidseitig Fußwege, neue Straßenbeleuchtung und eine Fußgängerampel in Höhe Tulpenstraße. Bergab wird zudem ein Radstreifen angelegt. Kostenpunkt: 2,5 Millionen Euro.

Die Rabenauer Straße wird grundhaft ausgebaut und bekommt auf Höhe Tulpenstraße eine Fußgängerampel.
Die Rabenauer Straße wird grundhaft ausgebaut und bekommt auf Höhe Tulpenstraße eine Fußgängerampel. © Karl-Ludwig Oberthür

Und das ist längst nicht das einzige Straßenbauprojekt 2022. Insgesamt stehen 4,6 Millionen Euro für die Verkehrsinfrastruktur und den Hochwasserschutz zur Verfügung. Unter anderem geplant: der Ausbau der Gitterseer Straße, der Zöllmener Straße, der Bau eines neuen Park&Ride am Bahnhof Potschappel und die Hangsicherung an der Höckendorfer Straße.

Für weitere 640.000 Euro bekommt die Dresdner Straße in Potschappel eine neue Deckschicht.

Baustelle Nummer 4: Kindergarten Pesterwitz

Von allen Kindertagesstätten der Stadt Freital gibt es derzeit die größten Nöte in Pesterwitz. Das Problem: Die Kita Märchenland besteht aus mehreren Gebäudeteilen, die zu unterschiedlichen Zeiten errichtet worden sind. Ein Containerbau steht bereits deutlich über dem einst geplanten Zeitraumraum. Dieser soll nun abgerissen werden.

Der Kindergarten "Märchenland" in Pesterwitz bekommt übergangsweise einen neuen Containerbau. Der alte soll nun abgerissen werden.
Der Kindergarten "Märchenland" in Pesterwitz bekommt übergangsweise einen neuen Containerbau. Der alte soll nun abgerissen werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Zuvor wird ein neues, zeitlich begrenztes Provisorium errichtet, in das die Mädchen und Jungen im Sommer 2022 vorerst umziehen. Perspektivisch soll ein kompletter Neubau her.

Das Projekt Märchenland ist nicht Freitals einzige Kita-Baustelle. Derzeit bereits in vollem Gang ist die Erweiterung der Kita Storchenbrunnen. Dort hat bereits der Innenausbau begonnen, eine Inbetriebnahme ist für den Spätsommer 2022 geplant.

Insgesamt gibt Freital dieses Jahr rund 2,2 Millionen Euro für die Erweiterungen oder Ersatzbauten der Kindergärten aus.

Baustelle Nummer 5: Scheune Schloss Burgk

Die alte Scheune unmittelbar am Eingang ist das einzig unsanierte Gebäude des gesamten Schlossensembles. Nun soll sie zur Projekt- und Veranstaltungsscheune umgebaut werden. Gerade Veranstaltungsräume werden auch dringend benötigt, ist doch die Nachfrage groß und kann oft nicht befriedigt werden.

Außerdem möchte die Stadt mehr familiäre Angebote im Schloss Burgk schaffen und in der Scheune auch eine Tourismusinformation einrichten.

Diese alte Scheune am Zugang zum Schloss Burgk ist derzeit kein Hingucker. Bald soll sie zur Projekt- und Veranstaltungsscheune, inklusive Tourismusinformation, umgebaut werden.
Diese alte Scheune am Zugang zum Schloss Burgk ist derzeit kein Hingucker. Bald soll sie zur Projekt- und Veranstaltungsscheune, inklusive Tourismusinformation, umgebaut werden. © Karl-Ludwig Oberthuer

Mit der Erweiterung der Veranstaltungsflächen im Schlossareal wird die Möglichkeit geschaffen, größere und witterungsunabhängige Veranstaltungen durchzuführen. Gleichzeitig sollen eine Aufwertung des Eingangsbereiches und die Sicherung der historischen Bausubstanz erzielt werden.

Zudem plant die Stadt die Erneuerung der Freianlage mit Spielplatz sowie Lehr- und Erlebnispfad Bergbau. Insgesamt sind für das Bauprojekt 3,6 Millionen Euro veranschlagt.