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Freitaler Mühlenpark wird später fertig

Wo einst die Lederfabrik stand, sollte demnächst ein Park eröffnet werden. Doch das Projekt verzögert sich. Dafür nennt die Stadt gleich mehrere Gründe.

Von Annett Heyse
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Ein Zugang ist schon zu erkennen, doch mehrmals stockten die Arbeiten am neuen Mühlenpark.
Ein Zugang ist schon zu erkennen, doch mehrmals stockten die Arbeiten am neuen Mühlenpark. © Karl-Ludwig Oberthür

Ein gepflasterter Weg ist schon zu sehen, rechts und links davon Bäume. Doch der Weg endet mitten auf einer Baustelle. Ein Wasserwagen steht auf dem Gelände, Baumaterialien und Paletten liegen herum. Dabei sollte hier an der Poisentalstraße doch in diesen Tagen der Mühlenpark eröffnet werden - Freitals jüngstes Grünflächen-Projekt.

Doch nun verzögert sich das Vorhaben. Wie Stadtsprecher Matthias Weigel auf Nachfrage mitteilte, liege man hinter dem Zeitplan. Eine Freigabe für die Öffentlichkeit sei aufs erste Halbjahr 2022 verschoben. Das ist eine lange Zeitspanne. Das im Augenblick keiner im Rathaus genauer sagen kann, ob der Mühlenpark nun im Winter, im Frühjahr oder erst am Anfang des Sommers fertiggestellt wird, hat viel mit den Gründen für die Verzögerung zu tun.

Personalausfälle und Lieferschwierigkeiten

Da wäre zum einen das Wetter. Seit dem Baustart im Sommer dieses Jahres machten zahlreiche Niederschläge den Männern vom Garten- und Landschaftsbau Natur und Stein zu schaffen. Die Arbeiten mussten witterungsbedingt immer wieder unterbrochen werden, so auch derzeit.

Noch schwerer wogen aber zum anderen Personalprobleme. Wie Weigel weiter ausführte, sei der Krankenstand beim Auftragnehmer auch aufgrund der Corona-Pandemie hoch und vergrößern sich in der derzeitigen Situation noch.

Dazu kamen und kommen Lieferengpässe beim Material - eine Sorge, die die gesamte Baubranche umtreibt.

Immerhin ist ein Großteil der Arbeiten bereits geschafft. Weigel: "Aktuell laufen die Garten- und Landschaftsbauarbeiten zur Gestaltung der eigentlichen Park- und Wegflächen." So werde gepflanzt, auch die Wegeführung ist teilweise schon zu erkennen. Vor Kurzem wurde eine Holzbrücke angeliefert und montiert, die über den alten Mühlgraben führt und die zwei Parkhälften miteinander verbindet.

Parallel dazu laufen die Arbeiten zur Mühlgrabensanierung, zudem wird das geplante Wasserbecken hergestellt, einschließlich der zugehörigen baulichen Anlagen. Im Gange sind auch Arbeiten an der Mühlgrabenbrücke im Bereich der Poisentalstraße.

Probleme bei Sanierung des Fabrikgeländes

Wo derzeit der Mühlenpark angelegt wird, stand einst die Lederfabrik. Lange stritt man in der Stadt, was aus dem alten, stark kontaminierten Gebäude werden sollte. Weil es unter Denkmalschutz stand, kursierte die Idee, die Fabrik zu sanieren und dort Büros für die Kreativwirtschaft und Start-ups einzurichten.

Letztlich setzten sich die Abriss-Befürworter durch - auch wegen der enormen Kosten, die eine Sanierung mit sich gebracht hätten. Im Spätsommer 2019 begann der Abriss, anschließend erfolgte die Sanierung des Geländes.

Auch dies lief nicht so wie geplant. Weil ein Teilbereich nahe dem Netto-Markt besonders stark mit alten Chemikalien belastet war, konnte dort der Boden nicht einfach ausgehoben und abtransportiert werden. Mit hohem technischen und finanziellen Aufwand erfolgte die Sanierung dieser Restfläche erst in diesem Jahr.