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Freital

Senioren sauer über Vergabe der Impftermine

Freitals Seniorenbeauftragte Heidrun Weigel fordert in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister ein schriftliches Anmeldeverfahren.

Viele wollen, nur wenige bekommen einen Termin: Freitals Senioren stehen beim Impfen technisch auf dem Schlauch.
Viele wollen, nur wenige bekommen einen Termin: Freitals Senioren stehen beim Impfen technisch auf dem Schlauch. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolb

Überlastete Telefonnummern und schwieriges Anmeldeprozedere - Heidrun Weigel bekommt von den Freitaler Senioren derzeit viele Klagen zu hören, wenn es um Termine für die Corona-Schutzimpfung geht. "An die Altersgruppe über 80 hat keiner so richtig gedacht", sagt sie.

Zwar solle diese Gruppe bald zuerst geimpft zu werden. Aber allein eine Terminbeschaffung gestalte sich äußerst schwierig für viele alte Menschen. Nun hat die Seniorenbeauftragte der Stadt Freital einen offenen Brief an Oberbürgermeister Uwe Rumberg (parteilos) formuliert.

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Alte Menschen haben kaum Smartphone und PC

Sie kritisiert darin, dass einfach vorausgesetzt wird, dass sich die Impfwilligen übers Internet um einen Termin bemühen. "Gerade in der jetzt aufgerufenen Altersgruppe über 80 ist die Nutzung von Internet oder Smartphone keineswegs selbstverständlich", schreibt Weigel.

Von vielen Senioren höre sie zudem, dass die Service-Telefonnummer für eine Terminvergabe in Warteschleifen ende. Oder aber ältere Menschen das Prozedere um die Anmeldung schlicht nicht verstehen würden.

Außerdem bemängelt Weigel, dass die Senioren weite Wege auf sich nehmen sollen, um geimpft zu werden. "Es ist unverständlich, dass in der größten Stadt des Landkreises kein Impfzentrum eingerichtet wird. Die räumlichen Bedingungen lassen das sicherlich zu."

Heidrun Weigel ist Seniorenbeauftragte und kritisiert, dass das Anmeldeverfahren für die Corona-Schutzimpfung für Ältere schwer durchschaubar ist.
Heidrun Weigel ist Seniorenbeauftragte und kritisiert, dass das Anmeldeverfahren für die Corona-Schutzimpfung für Ältere schwer durchschaubar ist. © Karl-Ludwig Oberthuer

Schriftliche Terminvergabe gefordert

Weigel wirft der Stadtverwaltung auch Untätigkeit vor. "Wie kommt der 87-jährige Alleinstehende zum Impfzentrum?", fragt sie und sagt: "Manche Bürgermeister haben sich aus eigener Initiative zum Handeln entschlossen."

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In ihrem Brief schlägt Weigel eine Reihe von Maßnahmen vor, die alten Leuten helfen sollen, unkompliziert an der Impfung teilzunehmen. Sie fordert eine schriftliche Terminvergabe, ein Hilfetelefon bei der Stadtverwaltung, die Übernahme von Taxikosten für Fahrten zum Impftermin oder auch den Einsatz zum Beispiel von Dienstfahrzeugen der Verwaltung, Feuerwehr oder Technisches Hilfswerk, um alte Menschen zu den Impfzentren zu bringen.

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