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Freitals Stadtmitte: Kommen Edeka, Aldi und dm?

In der Einzelhandelsbranche kursiert ein Exposé mit detaillierten Plänen. Doch alle Beteiligten halten sich bedeckt. Was stimmt denn nun?

So sieht der Entwurf auf der Homepage des Freitaler Architekturbüros W.Werkplan aus.
So sieht der Entwurf auf der Homepage des Freitaler Architekturbüros W.Werkplan aus. © Screenshot: Bildstelle

Streng geheim - mit diesen Worten könnte man Freitals größtes Bauprojekt der nächsten Jahre bezeichnen. Es geht um die Stadtmitte am Sächsischen Wolf. Bekannt ist bisher nur, dass den Stadträten Entwürfe und Konzepte vorgestellt wurden - in nicht-öffentlichen Sitzungen und somit hinter verschlossenen Türen. Es soll dabei auch schon um konkrete Mieter gegangen sein.

Bekannt ist außerdem, was im Entwurf für einen Bebauungsplan steht. Dieser ist noch bis zum 23. September öffentlich einsehbar. Doch viele Freitaler interessiert auch, wer sich in dem geplanten Zentrum ansiedeln möchte.

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Das ist bisher unbekannt. Oder auch nicht? Seit Kurzem kursiert in der Einzelhandelsbranche ein Exposé, in dem die Flächenverteilung für einzelne Mieter genannt wird. Es geht um Edeka, Aldi und die Drogeriekette dm.

Dazu kommen bis zu drei weitere Läden á 350 Quadratmeter und eine Gastronomiefläche von rund 400 Quadratmeter, für die noch Mieter gesucht werden.

Keine Antwort vom Makler

Das fünfseitige Exposé stammt von einem Maklerbüro, welches sich auf Vermietung von Ladenflächen spezialisiert hat, die Hillemeyer Immobilien GmbH mit Sitz in Lippstadt. "Die Kernkompetenz liegt auf der Vermietung von Fachmarkt- und Einkaufszentren ab einer Fläche von ca. 300 qm im gesamten Bundesgebiet", wirbt das Unternehmen auf seiner Homepage.

Jedoch war seitens der Geschäftsführung telefonisch niemand zu erreichen. Ein Rückruf kam bis Redaktionsschluss nicht zustande. Die Internetseite preist verschiedene Handelsimmobilien in ganz Deutschland an - aber nicht das Freitaler Zentrum. Ist das Papier überhaupt echt?

Falls ja, ist es umso aufschlussreicher. In dem Exposé ist das Hauptgebäude des Einkaufszentrums längst aufgeteilt. Den mit 2.950 Quadratmeter größeren Laden soll wohl Edeka beziehen. Gleich daneben ist ein Aldi eingezeichnet, Fläche rund 1.500 Quadratmeter.

Aldi und Edeka bekennen Interesse

Aldi Nord möchte sich nicht näher zu den Plänen äußern. "Die Pflege des Filialnetzes ist ein dynamischer Prozess, wir passen uns fortlaufend auf verändernde Rahmenbedingungen an. Der von Ihnen genannte Standort Neue Stadtmitte in Freital ist natürlich sehr interessant und in unserem Fokus. Weitere Informationen können wir Ihnen derzeit aber leider nicht zur Verfügung stellen", teilt ein Unternehmenssprecher mit.

Mit anderen Worten: Entweder steht noch nicht fest, dass Aldi in Freitals Stadtmitte einzieht oder man möchte es derzeit nicht öffentlich machen.

Bei Edeka ist man da schon einen Schritt weiter. "Auch in Freital möchten wir den Kundinnen und Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit attraktiven Einkaufsbedingungen präsentieren. Daher können wir Ihnen gern unser Interesse an einem Standort in Freital bestätigen", sagt Stefanie Schmitt von der Pressestelle.

Ob schon Verträge unterschrieben wurden und mit welchem Konzept Edeka für Freital plant, könne man aber noch nicht sagen.

dm sucht immer Flächen

Auch die dritten im Bunde, die Drogeriekette dm, hält sich bedeckt. Dem Exposé zufolge ist für dm eine Fläche von 875 Quadratmeter im zweiten Gebäuderiegel vorgehalten. "Um unsere Ansprüche und die unserer Kundinnen und Kunden erfüllen zu können, sind für uns Objekt mit einer Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern und mehr interessant. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, wenn wir derzeit keine Auskunft über aktuelle Verhandlungsstände an einzelnen Standorten geben möchten", teilt Anna Maria Tieck von der dm-Pressestelle mit.

Immerhin: Der Standort in der Freitaler Innenstadt sei für ein familienfreundliches Einkaufserlebnis, welches dm anstrebe, durchaus geeignet, heißt es noch.

Das ist weder eine Zu- noch eine Absage. Mehr wissen müsste dazu der Investor.

Investor nicht zu erreichen

Die HD Investitions und Verwaltungs GmbH mit Sitz im süddeutschen Deizisau hat die Fläche zwischen Dresdner Straße, Poisentalstraße und Weißeritz erworben. Als Geschäftsführer fungiert laut Branchenauskunft Wilhelm Leuze. Leuze ist auch Chef der Dick GmbH, einem namhaften Hersteller von Messern, speziell für den Küchengebrauch.

Doch eine Presseanfrage zu den Plänen für Freital und dem Inhalt des Exposés ließ er zunächst unbeantwortet. Nach mehrmaliger Nachfrage heißt es inzwischen, man sei nicht mehr mit dem Vorhaben Stadtmitte Freital befasst. "Wir haben bereits im Oktober 2020 die Projektgesellschaft HD Objekt Freital GbR verkauft", äußerte eine Firmenvertreterin.

Umso mehr dürften die Freitaler auf eine Informationsveranstaltung am Donnerstag, dem 16. September gespannt sein. Ab 17 Uhr möchte die Stadtverwaltung über die Pläne für Freitals Stadtmitte informieren. Es sprechen die Stadtplanerin, der Freitaler Oberbürgermeister und der Chef des beauftragen Architekturbüros.

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Es wird dabei nicht nur um den Sächsischen Wolf, sondern auch um das Gelände jenseits der Weißeritz gehen. Dort soll ein Wohngebiet mit - laut Exposé - 120 Wohnungen entstehen. Zudem hat sich herumgesprochen, dass als Blickfang ein Hochhaus mit bis zu zwölf Geschossen geplant ist. Investor ist und bleibt hierbei die HD-Gruppe.

Anmerkung: Artikel wurde am 16. September um 14.40 Uhr ergänzt.

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