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Freital: Stadtrat fordert mehr Initiative beim Impfen

Viele Bürger stehen stundenlang zur Impfaktion in der Kälte an der Klinik an. Lars Tschirner will ein Impfzentrum in der Stadt.

Von Annett Heyse
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Lars Tschirner (Bürger für Freital) fordert die Stadtverwaltung auf, ein Impfzentrum einzurichten.
Lars Tschirner (Bürger für Freital) fordert die Stadtverwaltung auf, ein Impfzentrum einzurichten. © Egbert Kamprath

Eigentlich war der Impftag am Helios Weißeritztalklinikum ein Erfolg. 384 Bürger kamen am vergangenen Sonnabend zur Impfkampagne. Wie eine Sprecherin der Klinik mitteilte, konnten alle geimpft werden.

Auch Augenzeugen wie Stadtrat Lars Tschirner (Bürger für Freital) waren positiv überrascht. "Die Leute standen gut 300 Meter bis zur Robert-Koch-Straße an, einige waren schon 6 Uhr morgens da. Das zeigt, dass die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen hoch ist."

Umso mehr ärgert es Tschirner, dass es in Freital nur einzelne gezielte Impfaktionen gibt und darüber hinaus vor allem die Hausarztpraxen von Impfwilligen überrannt werden.

"Die Stadt muss hier etwas tun und kann nicht immer nur mit dem Finger aufs Land oder den Bund zeigen und argumentieren, nicht zuständig zu sein", meint Tschirner. Zumal die Infektionszahlen in Freital besonders hoch sind: Am Mittwoch lag die Zahl der aktuell positiven Fälle bei mehr als 1.500 Männern, Frauen und Kindern.

Nicht auf Land oder Bund warten

Deshalb möchte Stadtrat Tschirner in der Ratssitzung am Donnerstag, den 9. Dezember, einen Antrag einreichen. Diesen hat er bereits jetzt öffentlich gemacht, was eigentlich unüblich ist. "Das Thema beschäftigt mich, wir müssen etwas tun", rechtfertigt er sein Vorgehen.

Im Antrag heißt es unter anderem: "Unser Freistaat, unser Landkreis und unsere Große Kreisstadt haben bei den Coronazahlen mit „Negativrekorden“ in Deutschland bisher geglänzt. Gut wäre jetzt mit „Positivrekorden“ durch aktives Handeln Leben zu erhalten und nicht weiter inaktiv abzuwarten."

Tschirner fordert die Verwaltung auf, sich für ein Impfzentrum in der Stadt einzusetzen. Es könne nicht sein, dass die Arztpraxen überfüllt seien oder die Leute wegen Impfungen in der Kälte warten müssten. Tschirner: "Und dass, obwohl viele Gebäude oder Turnhallen genutzt werden könnten."

Weiter schreibt Lars Tschirner in seinem Antrag: "Wir sollten und müssen als Stadtgemeinschaft diese immer größer werdende Notlage versuchen zu lindern. Sich nur darauf zu verlassen, was an Hilfe von Land und Bund kommt ist zu wenig."

Bei den Helios-Weißeritztal-Kliniken heißt es, man werde bei weiteren Impfaktionen an die Wartenden Richtzeiten verteilen, sodass die Leute dann zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederkommen können. Dieses Prozedere habe man am Sonnabend erstmals angewandt und es habe sich bewährt.