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Freital: Neuer Gewerbepark in der Warteschleife

Der alte Fabrikkomplex hinter der Coschützer Straße kommt weg. Seit drei Jahren wird das Projekt vorbereitet. Die Frage ist: Wann geht es endlich los?

Die Tage des alten Fabrikkomplexes, ehemals Alpha Chemie, sind gezählt. Noch vor Jahresende könnte der Abriss beginnen.
Die Tage des alten Fabrikkomplexes, ehemals Alpha Chemie, sind gezählt. Noch vor Jahresende könnte der Abriss beginnen. © Egbert Kamprath

Verriegelte Türen, bröckelnder Putz, zwischen den Pflastersteinen wächst das Unkraut kniehoch - hinter den Wohnhäusern an der Coschützer Straße ist die Zeit stehengeblieben. Doch die Tage des alten Fabrikkomplexes, ehemals Alpha Chemie, sind gezählt. Noch vor Jahresende könnte der Abriss beginnen.

Diesen Termin nannte nun Alexander Karrei, Geschäftsführer vom Technologie- und Gründerzentrum Freital (TGF). Das stadteigene Unternehmen hatte schon vor Längerem das gut 15.000 Quadratmeter große Gelände im Dreieck von Coschützer Straße, Birkigter Straße und Eisenbahnstrecke erworben. Ziel ist es, hier ein weiteres, kleinteiliges Gewerbegebiet anzusiedeln - den F3 Technologiepark Ost.

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Mehr Platz für Firmenansiedlungen

Ganz neu ist die Idee nicht. Schon Juni 2018 hatte man seitens der TGF entsprechende Pläne im Stadtrat präsentiert. Denn mit der Sanierung und Vermarktung alter Industriebrachen hat man gute Erfahrungen gemacht.

Die TGF, die auch das Gründerzentrum an der Dresdner Straße verwaltet, hatte zunächst nach dem Abriss der alten Windbergarena dort neue Gewerbegrundstücke erschlossen und verkauft. Das Bauland in diesem Technologiepark 2 war so nachgefragt, dass eine Erweiterung erfolgte. Dazu reaktivierte die TGF stillgelegte Flächen entlang der Bahnstrecke.

Doch auch diese sind nun fast alle verkauft, zudem laufen Verhandlungen mit weiteren Kaufinteressenten. Um neue Angebote zu machen und Firmen nach Freital zu locken oder auch hier zu halten, braucht die TGF nun ein zusätzliches Gewerbegebiet. "Wir sind in Freital mit unserer Tallage beschränkt. Ein Gewerbegebiet am Stadtrand auf die grüne Wiese setzen, geht nicht. Dazu fehlt schlicht der Platz", erläutert Karrei.

Die einzige Chance sei, Industriebrachen auf Vordermann zu bringen. Und davon gibt es in Freital einige. Wie eben an der Coschützer Straße.

Altlasten müssen weg

Dort hat Alpha Chemie, einst als Seifenfabrik gegründet und später auf die Herstellung von chemischen Komponenten umgestiegen, allerdings ein problematisches Erbe hinterlassen. Gebäude und Erdreich sind belastet. "Es gab im hinteren Bereich auch ein Öllager, zudem wurde das Gelände im Krieg von einer Bombe getroffen", sagt Karrei.

Eine umfangreiche Altlastensanierung ist unumgänglich. Und teuer. Karrei rechnet mit Abbruch-, Sanierungs- und Erschließungskosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Doch die Zeiten sind sozusagen günstig. Denn derzeit liegt die Förderung für solche Projekte bei 85 Prozent. Dazu kommt noch ein Corona-Bonus von fünf Prozent. Die TGF müsste also nur etwa 800.000 Euro selbst stemmen.

Doch der Fördermittelantrag, bereits vor zwei Jahren eingereicht, ist noch immer nicht bewilligt. "Es gab viele Nachforderungen und wir mussten weitere Unterlagen erstellen und einreichen", informiert der TGF-Chef. Das sei durchaus normal, aber eben ein langwieriger Prozess. Das Vorhaben F3 hängt deshalb in der Warteschleife.

Alexander Karrei ist dennoch optimistisch, die Fördermittel bis Jahresende zu bekommen.

Einige Grundstücke schon reserviert

Anschließend soll es mit dem Abbruch und der Altlastenbeseitigung losgehen. Zudem werden Zufahrten und Straßen angelegt. Karrei rechnet mit einem Baustart spätestens im ersten Quartal 2022. Etwa zwölf Monate wird man brauchen, um das Gelände verkaufsfertig zu gestalten.

Vorgesehen ist, das Areal in acht bis zehn kleinere Parzellen zu teilen. Für einige Flächen gibt es schon Interessenten und Reservierungen. Darunter ist ein bekanntes Unternehmen aus Freital. Auch aus dem Technologie- und Gründerzentrum möchte sich eine Firma ausgliedern und an der Coschützer Straße einen eigenen Sitz errichten.

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In knapp zwei Jahren, schätzt Karrei, dürfte es soweit sein, dass die Neubauprojekte starten können. Bei der TGF hält man derweil Ausschau nach weiteren Brachflächen, die man in eine florierende Zukunft retten kann.

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