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Freitals Technologiezentrum auf Erfolgskurs

2020 war das dritte aufeinanderfolgende Jahr mit einem positiven Ergebnis für die Stadtfirma. Schon werden neue Pläne gemacht.

Das Technologiezentrum in Freital ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Nun gibt es weitere Pläne.
Das Technologiezentrum in Freital ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Nun gibt es weitere Pläne. © Egbert Kamprath

Die Zeiten, als Freitals Stadträte sich mit Debatten zur Jahresbilanz des Technologiezentrums F1 aufrieben, sind noch gar nicht so lange her. Manchem Lokalpolitiker stand angesichts des dicken Minus die Skepsis über das Konzept ins Gesicht geschrieben. Vorbei. Das F1 ist eine Erfolgsgeschichte geworden.

"Wir haben im dritten Jahr hintereinander einen Gewinn erwirtschaftet", verkündet Alexander Karrei, Geschäftsführer der Technologie- und Gründerzentrum Freital GmbH (TGF). Die Tochtergesellschaft der Stadt Freital verwaltet die Gewerbeimmobilie an der Dresdner Straße.

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Der Gewinn lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 236.000 Euro. Es ist die bisher beste Bilanz, die TGF jemals vorlegen konnte.

Grund zur Freude für Alexander Karrei: Der Geschäftsführer kann positive Zahlen für das Technologiezentrum F1 verkünden.
Grund zur Freude für Alexander Karrei: Der Geschäftsführer kann positive Zahlen für das Technologiezentrum F1 verkünden. © Karl-Ludwig Oberthür

Trotz Pandemie kein Knick bei den Zahlen

Zu verdanken ist das dem hohen Vermietungsstand. Mittlerweile sind circa 92 Prozent des Gebäudes belegt. 27 Unternehmen haben sich im F1 angesiedelt, sie beschäftigen zwischen 250 und 270 Mitarbeiter.

Für die nächsten Jahre plant Geschäftsführer Karrei vorsichtig mit einem durchschnittlichen Vermietungsstand von 85 Prozent der Flächen und Gewinnen im Bereich von 100.000 bis 150.000 Euro. Warum so reserviert?

Das Technologiezentrum ist nach wie vor kein Selbstläufer, schon gar nicht in wirtschaftlich so unsicheren Zeiten wie 2020/2021. Deshalb müsse man auch mit etwaigen Kündigungen und längerem Leerstand rechnen, so der TGF-Chef.

Bisher blieb man bei der TGF von einem pandemiebedingten Einbruch verschont. Im vergangenen Jahr verlief das Geschäft nahezu identisch mit dem Jahr 2019. Karrei: "Wir haben uns stabilisiert. Das ist auch eine Bestätigung für die engagierte Arbeit unseres sehr kleinen Teams und unseren Partnern."

Technologiepark vergrößert und fast verkauft

Das Team kümmert sich nicht nur um das Gebäude. Vielmehr ist die TGF zu einem Unternehmen geworden, dass sich auf die Ansiedelung von Firmen in Freital auch jenseits des Technologie- und Gründerzentrums spezialisiert hat.

Die TGF war es, die anstelle der Windbergarena den Technologiepark F2 anlegte und vermarktete. Inzwischen haben sich dort acht Unternehmen niedergelassen.

Im vergangenen Jahr wurden dann die Erschließungsarbeiten für die Erweiterung des F2 abgeschlossen. Entlang der Eisenbahnlinie zwischen Schachstraße und Porzelline wurden alte Industrieanlagen abgerissen, Böden saniert und zusätzliche Gewerbegrundstücke geschaffen.

70 Prozent davon sind bereits verkauft, Verkaufsverhandlungen mit weiteren Interessenten laufen.

Diese Industriebrache hinter der Coschützer Straße, ehemals Alpha Chemie, soll saniert werden. Hier entsteht ein kleineres Gewerbegebiet.
Diese Industriebrache hinter der Coschützer Straße, ehemals Alpha Chemie, soll saniert werden. Hier entsteht ein kleineres Gewerbegebiet. © Egbert Kamprath

Neues Gewerbeprojekt in der Schublade

Vor allem Handwerksbetriebe und produzierende Unternehmen suchen in Freital Grundstücke für Firmenansiedelungen. "Die Stadt ist begehrt. Das hat natürlich auch mit der Nähe zu Dresden zu tun, aber auch mit der guten Anbindung und der Infrastruktur."

Nicht zu unterschätzen sei zudem, dass in Freital Behördenvorgänge deutlich schneller ablaufen würden als in anderen Städten, lobt Karrei die Arbeit der Rathausmitarbeiter. "Von Firmen hören wir immer wieder, wie überrascht sie sind, dass Anfragen zügig und kompetent beantwortet werden und auch Anträge keine so lange Bearbeitungszeit haben wie in manch anderen Kommunen."

Die anhaltend hohe Nachfrage möchte die TGF nun nutzen, um möglichst schnell ein weiteres Vorhaben umzusetzen: den Technologiepark Ost F3.

Baustart um den Jahreswechsel

Dabei handelt es sich um das alte Industriegelände zwischen der Coschützer Straße und Birkigter Straße, ehemals Alpha Chemie. Es ist knapp 15.000 Quadratmeter groß und erheblich mit Rückständen aus der Chemieproduktion belastet. Die TGF plant, die alten Gebäude abzureißen, das Gelände zu sanieren und als Gewerbegebiet zu erschließen.

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Die Kosten dafür liegen bei 4,5 Millionen Euro. Die TGF hat Fördermittel beantragt und rechnet mit einem Eigenanteil von etwa 800.000 Euro. Karrei hofft, dass der Bescheid bis zum Herbst vorliegt, sodass noch vor dem Jahresende mit den Abrissarbeiten begonnen werden könnte, spätestens aber im ersten Quartal 2022.

Kaufinteressenten - es entstehen acht bis zehn kleine Gewerbegrundstücke - haben sich schon gemeldet, darunter dem Vernehmen nach auch ein Freitaler Traditionsunternehmen, welches sich vergrößern möchte und auch räumlich verändern muss.

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