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Entführter Hund wiedergefunden

Die Polizei hat das Tier nach Hinweisen aus einer Dresdner Wohnung befreit. Es ist zurück im Tierheim Freital. Doch die Ermittlungen sind noch nicht beendet.

Diese Hündin der Rasse Cane Corso war aus dem Tierheim Freital verschwunden.
Diese Hündin der Rasse Cane Corso war aus dem Tierheim Freital verschwunden. © Tierheim Freital

Das ging erfreulich schnell. Die Polizei meldete am Donnerstagnachmittag einen Fahndungserfolg. „Der am Sonntag aus dem Freitaler Tierheim gestohlene Hund ist heute Morgen gefunden worden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zeugen hatten den Welpen in der Wohnung eines 31-jährigen Deutschen an der Hochschulstraße in Dresden gesehen. Sie verständigten die Polizei. Die Beamten stellten die Hündin der Rasse Cane Corso sicher und brachten „Biggi“ zurück ins Tierheim.

Regina Barthel-Marr ist überglücklich. Die Tierheim-Chefin hat selbst großen Anteil an diesem schnellen Fahndungserfolg. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen war sie die vergangenen Tage und Nächte unterwegs, um Zeugenhinweisen nachzugehen. „In der Nacht zum Donnerstag hatten wir mithilfe von Anwohnerhinweisen das Suchgebiet auf die Hochschulstraße in Dresden eingegrenzt“, sagt sie. Sie habe dann mit Kolleginnen Posten bezogen und die Eingänge der Hochhäuser beobachtet.

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Zudem werde dort gerade an den Häusern gebaut. „Als die Bauleute am Morgen kamen, haben wir mit ihnen gesprochen und die Situation erklärt.“ Von einem Gerüst aus habe man die Hündin dann in einer Wohnung gesehen. „Damit wussten wir genau, wo sie steckt und konnten die Polizei rufen“, sagt Regina Barthel-Marr. Die Beamten befreiten „Biggi“ aus der Wohnung.

Ermittlung wegen Hausfriedensbruch und Diebstahl

Gegen den 31-Jährigen wird nun wegen Hausfriedensbruch und Diebstahl ermittelt. „Wir stellen Anzeige gegen den Mann“, sagt die kämpferische Tierheim-Chefin. „Ich bin mir sicher, dass er unsere Biggi selber entführt hat.“ Der Dresdner sei etwa zehn Tage vor der Entführung im Tierheim gewesen und habe dort nach Hunden gefragt. „Er benahm sich uns gegenüber sehr dreist. Das ging so weit, dass wir ihn von unserem Gelände verwiesen haben.“ Deshalb sei ihr der Mann auch noch gut in Erinnerung und sie könne sein Gesicht zuordnen. Inwieweit die nun anstehenden Ermittlungen das bestätigen, wird sich zeigen.

Für die Tierheim-Mitarbeiter gehen dramatische Tage zu Ende. „Wir haben alle kaum geschlafen, sind völlig am Ende“, sagt Regina Barthel-Marr. Die Erschöpfung und die Freude über den Erfolg habe sich bei allen erst einmal in Tränen entladen. „Wir haben ordentlich geheult.“

Zeugen verzichten auf 3.000 Euro Prämie

Freude und Dankbarkeit überwiegen aber. „Wir hatten so viele Hinweisgeber.“ Diese verzichteten alle freiwillig auf die ausgelobte Prämie von 3.000 Euro, die das Tierheim auf das Wiederfinden von „Biggi“ ausgesetzt hatte. „Das freut uns sehr, denn wir können das Geld gut anderweitig gebrauchen.“ So wolle man in weitere Sicherheitsmaßnahmen investieren, um die Tiere noch besser zu schützen.

Doch zunächst konzentriert sich alle Fürsorge auf die Hündin, die trotz einer Krankheit in annehmbarer Verfassung ins Freitaler Tierheim zurückgekommen sei. „Wir können sie jetzt weiter behandeln und aufpäppeln“, sagt Regina Barthel-Marr und räumt gleich noch mit einem Missverständnis auf. „Es handelt sich bei Biggi und ihrem Bruder James nicht um geschmuggelte Tiere, sondern sie sind auf normalem Weg bei uns abgegeben worden.“

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Jetzt hat es auch Freital erwischt. Zuvor waren Diebe schon in Riesa und Pirna eingedrungen. Der Schaden für die Betreiber ist immens.

Beide Hunde seien nun ganz offensichtlich glücklich, wieder zusammen zu sein. Und an seriöse Halter sind sie auch schon vermittelt. „Wenn sie gesund und alt genug sind, geben wir sie in gute Hände ab.“

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