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Studentin liefert Idee für Etikett

Eigentlich trinkt Bianca Grütze gar kein Bier. Doch nach dem Aufruf, einen Entwurf für das Rotkopf-Goerg-Bier einzureichen, machte sie sich an die Arbeit.

Bianca Grütze hat das Etikett des neuen Rotkopf-Goerg-Bieres von Getränkehändler Alexander Frenzel entworfen.
Bianca Grütze hat das Etikett des neuen Rotkopf-Goerg-Bieres von Getränkehändler Alexander Frenzel entworfen. © Annett Heyse

Da, in der unteren Hälfte, ist er groß im Bild - Freitals bekannteste Sagengestalt. Rotkopf Görg - das ist die übliche Schreibweise - spielte Fidel, an den Wochenenden war der der Überlieferung nach oft auf Volksfesten und in Kneipen unterwegs. Reich ist er dabei nicht geworden, aber von regionaler Prominenz. Die dürfte bald noch zunehmen.

Denn Rotkopf Görg ist nun Namensgeber eines Bieres. Das Rotbier soll im Mai in den Handel kommen und ist eine Entwicklung von Alexander Frenzel, umtriebiger Getränkehändler aus dem Freitaler Stadtteil Niederhäslich.

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Frenzel hat das Rezept entwickelt und lässt das Bier in einer sächsischen Brauerei herstellen. So wie schon das "Windberg Pilsner", ebenfalls eine Kreation aus seiner kleinen Test-Brauerei. Allerdings gab es beim Rotkopf-Goerg-Bier lange ein Problem.

Statue am Schloss Burgk diente als Vorlage

Schon im Herbst sollte die neue Kreation in den Handel kommen. Aber es fehlte eine pfiffige Idee für ein Etikett. Lange hat Frenzel selbst mit einem Werbefachmann an einem Entwurf herumgefeilt. "Irgendwie sah das alles schon ganz gut aus, aber es war noch nicht das Richtige dabei." Also rief er Anfang 2021 kurzerhand zu einem Ideenwettbewerb auf und lobte einen kleinen Preis für den Sieger-Entwurf aus.

Davon erfuhr Bianca Grütze. Die 25-Jährige ist zwar keine Biertrinkerin, aber Volleyballerin beim SC Freital. Ihre Mannschaft wird unter anderem von Getränkehändler Frenzel gesponsert. Grütze machte sich an die Arbeit.

Als Vorlage diente ihr die Rotkopf-Görg-Statue im Park des Schlosses Burgk. Grütze machte Fotos und experimentierte damit im Computerprogramm Photoshop. Schließlich hinterlegte sie eine Fidel und einen Notenbogen. Dann reichte sie ihren Vorschlag ein.

Und so sieht das Etikett nun aus. Als Vorlage diente die Statue aus dem Park des Schlosses Burgk.
Und so sieht das Etikett nun aus. Als Vorlage diente die Statue aus dem Park des Schlosses Burgk. © Annett Heyse

100 Euro Preisgeld gewonnen

Laut Frenzel beteiligten sich etliche Freitaler. Ein gutes Dutzend Entwürfe habe er bekommen, sogar von Schülern. Der Vorschlag von Bianca Grütze war dann aus seiner Sicht die beste Idee.

Dabei ist die Studentin keine Künstlerin im engeren Sinne. Für ihre Volleyballmannschaft pflegt sie die sozialen Medien, bearbeitet Fotos und Videos und stellt diese ein. "Das mache ich gerne, es macht mir Spaß." Hauptsächlich ist sie aber mit ihrem Studium beschäftigt - Grütze studiert Informationssystemtechnik.

Das klingt nicht nach Pinsel und Stift. In ihrer Freizeit sei sie aber durchaus auch kreativ, sagt sie. "Ich freue mich sehr, dass ich helfen konnte und dass mein Entwurf es auf das Etikett geschafft hat." Zum Dank überreichte ihr Geschäftsmann Frenzel ein Preisgeld von 100 Euro.

Rotkopf Görg: Freitals bekannteste Sage

Warum Alexander Frenzel sein Bier nach der Freitaler Sagengestalt benannt hat, liegt auf der Hand. Es handelt sich um ein Rotbier, entwickelt am Fuße des Windbergs im Poisental. Gut möglich, dass der Musiker auch hin und wieder in Niederhäslich aufspielte.

Der Sage nach soll er eines Abends auf dem Heimweg von einem Fest einigen Zwergen in die Arme gelaufen sein. In einer anderen Version der Sage ist von Berggeistern die Rede. Wie auch immer - die Sagengestalten nahmen ihn mit sich in ein Zauberschloss unter dem Windberg, wo Rotkopf Görg einer seltsamen Gesellschaft aufspielen musste.

Zum Dank bekam er eine Schippe glühender Kohlen in den Hut. Enttäuscht warf der Spielmann die Fracht noch tief in der Nacht hinter sein Haus, wo sie zu Asche verglühte. Lediglich ein Kohlestückchen hatte sich in seinem Hut verfangen und ward am nächsten Morgen zu Gold.

Weitere Biersorte geplant

Zu großem Reichtum dürfte auch Getränkehändler Frenzel nicht gelangen. Ihm geht es ohnehin eher darum, die Kunden mit möglichst vielen lokalen Produkten zu binden. "Wir Freitaler müssen uns gegenseitig unterstützen", sagt er.

Deshalb hat er seinen kleinen Markt nach und nach zum Hofladen umgebaut, bietet Äpfel aus Pesterwitz, Eier aus Blankenstein sowie Käse- und Wurstprodukte von Landwirten aus der Region mit an. Auf den Etiketten des Windberg-Pilsners, schon seit eineinhalb Jahren im Handel, steht "Kauf lokal".

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Beim Pilsner und demnächst beim Rotbier soll es nicht bleiben. Frenzel hat bereits ein neues Rezept in der Schublade liegen: Im Juni und damit pünktlich vor dem Hochsommer soll ein Radler gebraut werden. Es wird "Wilhelmine" heißen und damit an Freitals berühmte Ballonfahrerin Wilhelmine Reichard erinnern. Eine Idee für das Etikett gibt es schon.

Bianca Grütze wird das "Wilhelmine" gerne einmal testen, verspricht sie. "Wenn schon Bier, dann lieber als Radler."

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