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Freital: Richtfest für neue Genossenschaftshäuser

An der Gustav-Klimpel-Straße entstehen 32 neue Wohnungen. Es sollten eigentlich noch viel mehr werden, aber es gibt ein unterirdisches Problem.

Richtfest für eine neue Wohnanlage der Gewo: Aufsichtsrätin Cornelia Walther sowie die beiden Vorstände Friederike Ebert und Angela Malucha können anstoßen.
Richtfest für eine neue Wohnanlage der Gewo: Aufsichtsrätin Cornelia Walther sowie die beiden Vorstände Friederike Ebert und Angela Malucha können anstoßen. © Karl-Ludwig Oberthür

Das Wetter gibt noch einmal alles. Und so können Cornelia Walther, Aufsichtsrätin, sowie die beiden Vorstände Friederike Ebert und Angela Malucha ganz entspannt zwischen den Dachbalken in der Sonne stehen und das Glas erheben.

Denn die Freitaler Wohnungsgenossenschaft Gewo feiert Richtfest. Die neuen Häuser werden derzeit an der Ecke Wurgwitzer Straße/Gustav-Klimpel-Straße gebaut. Bisher befand sich hier eine ungepflegte Grünfläche, die den Bewohner der Häuser in zweiter Reihe Sichtfreiheit bot.

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Doch schon seit Längerem gab es für die Baulücke Pläne, vor Jahren waren Eigenheime im Gespräch. Dazu kam es nie.

Baustart schon 2017 geplant

Stattdessen erwarb die Gewo das komplette Grundstück mit dem Ziel, hier mehrere Genossenschaftshäuser zu errichten. 2016 wurde der Architekturvertrag mit dem Freitaler Büro Werkplan geschlossen.

"2017 sollte Baustart sein", erinnert sich Friederike Ebert. Geplant wurden drei Häuser mit mehr als 40 Wohnungen insgesamt. Doch nach Baugrunduntersuchungen mussten die Pläne grundsätzlich überarbeitet werden, wie Architekt Hardy Wolf schildert.

"In dem Bereich läuft das Zauckeroder Steinkohleflöz aus. Es gibt hier Hohlräume, von denen nicht bekannt ist, ob sie natürlichen Ursprungs sind oder von alten Schächten stammen." Auch das Sächsische Oberbergamt konnte die Angelegenheit nicht klären, ebenso wenig brachten Untersuchungen mit Sonden und Schallwellen Erkenntnisse.

32 neue Wohnungen für Freital

Die Freitaler Wohnungsgenossenschaft musste ihr Bauprojekt deshalb abspecken. Dem Standort tue das gut, so der Architekt. "Es kommen mehr Licht, Luft und Sonne in die Bebauung", sagt Hardy Wolf. Denn statt der geplanten drei Gebäude werden nun zwei einzeln stehende Mehrfamilienhäuser errichtet. Auch eine Tiefgarage wird es geben.

Geplant sind in der Anlage 14 Zweiraumwohnungen mit einer Fläche von jeweils 50 bis 70 Quadratmeter. Dazu kommen zwölf Dreiraumwohnungen - jeweils zwischen 70 und 100 Quadratmeter groß - sowie sechs Vierraumwohnungen mit jeweils bis zu 120 Quadratmeter Wohnfläche. Insgesamt sind das 32 neue Wohnungen für Freital.

Acht Wohnungen werden barrierefrei und mit bodengleichen Duschen ausgestattet, die Häuser erhalten Aufzüge.

Alle Wohnungen ab den ersten Etagen aufwärts bekommen einen Balkon, die Erdgeschosswohnungen sind mit einer Terrasse ausgestattet.

Erstbezug im Herbst 2022

Mit dem Hoch- und Ingenieurbau Wilsdruff hat die Gewo eine Firma aus der Region gefunden, die den Rohbau errichtet. Sobald die Häuser gedeckt und die Fenster eingebaut sind, beginnt der Innenausbau. Der Einzug der ersten Mieter ist für den Herbst 2022 geplant.

Die Mieten werden allerdings recht hoch sein. Für vergleichbare Wohnungen in Freital sind mittlerweile neun bis zehn Euro Kaltmiete pro Quadratmeter marktüblich - auch bei der Gewo. Bewusst setzt die Genossenschaft in ihrem Angebot auf ein breites Spektrum, in dem neben günstigem Wohnraum auch moderne, hochwertige Wohnungen nicht fehlen sollen.

Dafür hat man in den vergangenen Jahren kontinuierlich in Neubauvorhaben investiert, nicht nur in Freital, sondern auch in Bannewitz und Wilsdruff.

Weitere Bauprojekte geplant

Und es gibt weitere Baupläne. So möchte die Freitaler Wohnungsgenossenschaft am Weißeritzgässchen ein Mehrfamilienhaus mit sechs bis neun Mieteinheiten bauen. Geplant ist auch ein Neubau in Zauckerode, wo auf dem Gelände der ehemaligen Baracke an der Heinrich-Heine-Straße ein Mehrzweckgebäude für Verwaltung, Dienstleistungen und Wohnungen entstehen soll.

Allerdings wird die Genossenschaft bei der Umsetzung dieser Projekte ausgebremst. "Die Planungsbüros haben keine Kapazitäten", sagt Friederike Ebert. Dazu kommen steigende Baupreise, ein Ende der Preisspirale ist noch nicht in Sicht.

Auch die zwei Häuser an der Gustav-Klimpel-Straße werden wohl teurer als ursprünglich geschätzt. Geplant wurde mit einer Investitionssumme von 7,1 Millionen Euro. "Das werden wir wohl nicht schaffen", sagt Ebert. Davon abgesehen: Alle bisherigen und auch zukünftigen Bauprojekte stemmt die Genossenschaft aus eigener Kraft und ohne Aufnahme von Krediten.

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