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Freitaler Wohnungsvermieter steht am Pranger

Etliche Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft Raschelberg in Freital protestieren gegen den Vorstand. Es gibt viele Vorwürfe von beiden Seiten.

Herzlich willkommen fühlen sich manche Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft Raschelberg nicht mehr.
Herzlich willkommen fühlen sich manche Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft Raschelberg nicht mehr. © Egbert Kamprath

Nachlässig ausgeführte Reparaturen, gekündigte Garagen, schlechte Grünanlagenpflege, keine Sprechzeiten in der Geschäftsstelle - die Liste der Vorwürfe gegen den Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Raschelberg ist lang.

Am Donnerstagabend gegen 19 Uhr wollen sich die Kritiker vor der Geschäftsstelle an der Wilhelm-Müller-Straße treffen, um gemeinsam über eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu beraten. "Unser Ziel ist es, den Aufsichtsrat und den Vorstand abzuberufen", sagt Siegfried Hochmut, einer der Kritiker.

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Man habe dafür Unterschriften gesammelt - laut Satzung der Genossenschaft müssen einer solchen außerordentlichen Mitgliederversammlung zehn Prozent zustimmen. Bei etwas über 950 Mitglieder, die die WG Raschelberg hat, wären es also 96 Unterschriften. "Wir haben 160", informiert Torsten Klimpel, ein weiterer Kritiker.

Der Ärger über die Arbeit des Vorstandes hat sich wohl über Monate angestaut. "Wir werden nicht ernst genommen. Ruft man an, geht niemand ans Telefon oder man wird bei Meldung von Mängeln abgewimmelt", berichtet Michael Neidenau. Einfach mal mit Problemen schnell in der Geschäftsstelle vorsprechen, sei seit eineinhalb Jahren nicht mehr möglich.

"Der Vorstand verschanzt sich in der Geschäftsstelle und versteckt sich. Und dann heißt es immer: Corona", moniert ein weiterer enttäuschter Genossenschaftler.

Vorstand wehrt sich gegen anonymes Flugblatt

Seitens des Vorstandes ist man empört über die Vorwürfe. "Wir sind per Telefon, Mail oder Fax erreichbar, wir melden uns zurück. Bei Problemen bieten wir Gespräche an, gerne nach Anmeldung auch in der Geschäftsstelle", sagt Jeannette Effenberg, eine der beiden Vorstände.

Sie und ihr Kollege Lutz Trept kritisieren scharf, dass kürzlich in der WG ein anonymes Flugblatt mit all den - aus ihrer Sicht haltlosen und ungerechtfertigten Vorwürfen - verteilt wurde. Der Vorstand hat jetzt reagiert und in den vergangenen Tagen selbst eine Information in alle Briefkästen geworfen.

Darin kritisiert man scharf das Vorgehen der Kritiker. "Unverständlich ist uns, dass offensichtlich von einzelnen Mitgliedern der direkte Kontakt zu uns vermieden und stattdessen anonym agiert wird", heißt es darin unter anderem. Der Vorstand fordert einen "respektvollen Umgang miteinander. Davon lebt unsere Genossenschaft."

Die Unruhe in der Genossenschaft Raschelberg kommt zur Unzeit. In Kürze möchte man das 25-jährige Jubiläum feiern - 1996 wurde die WG Raschelberg aus einer Vorgängergenossenschaft heraus neu gegründet.

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