SZ + Freital
Merken

Freital: Pläne für neues Einkaufszentrum stehen fest

Ende März schließt der Nahkauf in Zauckerode. Auf der Fläche entsteht ein modernes, kleines Einkaufszentrum für Edeka - und noch einiges mehr.

Von Annett Heyse
 4 Min.
Teilen
Folgen
So sieht der fertige Entwurf für das Einkaufszentrum in Zauckerode aus. Einziehen sollen Edeka und Rossmann.
So sieht der fertige Entwurf für das Einkaufszentrum in Zauckerode aus. Einziehen sollen Edeka und Rossmann. © Blickpunkt Invest GmbH

Die Gerüchteküche brodelt in Zauckerode schon seit einigen Wochen. Es geht ums Einkaufen oder besser gesagt - ums nicht mehr Einkaufen können. Der Nahkauf, so heißt es, schließe. Ebenso würden Bäcker und Fleischer zumachen.

Für die Zauckeroder, viele von ihnen im Rentenalter, wäre das mindestens eine unangenehme Situation, für manche vermutlich eine Katastrophe. Der kleine Einkaufsmarkt an der Oppelstraße ist die einzige Einkaufsmöglichkeit in dem großen Wohngebiet.

Kaufland und Netto an der Wilsdruffer Straße sind zwar auch nicht allzu weit entfernt, für viele Zauckeroder aber fußläufig nur schwer zu erreichen. Entsprechend groß ist die Unruhe im Viertel. Was also ist dran an den Gerüchten?

Dresdner Bauträger will investieren

Jede Menge, sagt Holm Claußnitzer. Er ist Gesellschafter der Blickpunkt Wohnraum Dresden, einem Bau- und Erschließungsträger aus Dresden.

Bereits Anfang 2021 hatte sich das Unternehmen öffentlich zu Wort gemeldet und verkündet, anstelle des Nahkaufs ein neues Nahversorgungszentrum mit Einkaufsmarkt, Drogeriefiliale, Apotheke und Arztpraxen zu errichten. Vorgesehen waren zwei getrennte Gebäude und ein neuer Parkplatz.

Dafür hatte ein Ableger von Blickpunkt Wohnraum, die Blickpunkt Invest, bereits das Gelände des Nahkaufs und das anschließende Grundstück mit Parkplatz und Grünflächen erworben.

Allerdings hat der Investor die Pläne nochmals überarbeitet.

Edeka und Rossmann kommen

Vorgesehen ist jetzt, nur noch einen Gebäudekomplex zu bauen. In den Neubau wird der Nahkauf - bereits zu DDR-Zeiten als typische Kaufhalle errichtet - einbezogen. "Der Rohbau des jetzigen Gebäudes bleibt stehen", sagt Holm Claußnitzer.

Der Nahkauf an der Oppelstraße wird zu einem Einkaufszentrum erweitert.
Der Nahkauf an der Oppelstraße wird zu einem Einkaufszentrum erweitert. © Karl-Ludwig Oberthuer

Wo der Nahkauf jetzt rund 800 Quadratmeter Verkaufsfläche hat, soll der zukünftige Markt 1.200 Quadratmeter groß sein. Auch ein Betreiber stehe nun fest, so Claußnitzer. "Edeka wird dort ein Vollsortiment anbieten, inklusive Frischetheken."

Zunächst war Rewe im Gespräch gewesen - Nahkauf ist ein Ableger der Rewe Group. Nun wird es also Edeka. Und der Supermarkt bleibt nicht allein. Auf der Nachbarfläche zieht eine Filiale des Drogeriediscounters Rossmann ein. In den Etagen darüber können bis zu drei Ärzte Praxen eröffnen.

Zudem entsteht eine neue Bäckerei mit Café über zwei Etagen und mit Dachterrasse.

Bäcker bleibt vorerst

Einen Backwarenstand gibt es im Nahkauf auch jetzt schon. Die Filiale wurde lange von der Bäckerei Grafe aus Freital-Oberdöhlen betrieben. Inzwischen bewirtschaftet Matthias Böhler den Backwarenverkauf, er betreibt auch das Dorfcafé Pesterwitz und ein weiteres Geschäft in Dresden.

Bis zum Baustart für das neue Einkaufszentrum bleibe die Filiale geöffnet, sagt er.

Böhler möchte gerne in Zauckerode bleiben und hat sich um das Café im neuen Einkaufszentrum beworben. Klappt das, würde er für die Bauzeit einen Verkaufscontainer einrichten und weiter Brot, Brötchen, Kuchen und Torten anbieten.

Denn Fakt ist: Die Zauckeroder werden für viele Monate ohne direkte Einkaufsmöglichkeiten vor Ort auskommen müssen.

Dem Vernehmen nach soll die Fleischereifiliale - betrieben von der Dürrröhrsdorfer Fleisch- und Wurstwaren - bereits zum Jahresende schließen. Von der Geschäftsführung war bis Redaktionsschluss allerdings niemand zu erreichen, der das bestätigen konnte.

Baustart ist im März 2022

Wie Holm Claußnitzer weiter erklärt, schließt der Nahkauf Ende März. "Dann richten wir die Baustelle ein und die Arbeiten beginnen." Die Bauzeit solle so kurz wie möglich gestaltet werden, werde sich jedoch ein gutes Dreivierteljahr hinziehen. "Wir rechnen mit einer Neueröffnung Anfang 2023." Die Investitionskosten betragen mehr als neun Millionen Euro.

Die Unterlagen für den Bauantrag seien so gut wie fertig und werden noch vor Monatsende eingereicht. Investor Claußnitzer rechnet mit einer Bearbeitungszeit von nur wenigen Wochen. "Die Freitaler Stadtverwaltung habe ich im Gegensatz zu manch anderer Stadtverwaltung als kooperativ und schnell kennengelernt. Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend", lobt er.

Mit diesen Erfahrungen hat Blickpunkt Invest offenbar Lust auf weitere Projekte in Freital bekommen. Der Markt sei hier noch in Ordnung, die Grundstückspreise in einem moderaten Bereich, deutet Claußnitzer an. "Wir wollen weiter in Freital investieren, vor allem auch im Wohnungsbau."