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Freitals Kitaplatz-Krise entspannt sich

Die Zahl der Familien, die einen Platz suchen, ist stark gesunken. Zudem startet die Stadt ein Kita-Neubauprojekt. Doch es gibt noch ein Problem.

An der Albert-Schweitzer-Straße neben der Kita Storchenbrunnen soll ein baugleiches weiteres Gebäude errichtet werden.
An der Albert-Schweitzer-Straße neben der Kita Storchenbrunnen soll ein baugleiches weiteres Gebäude errichtet werden. © Andreas Weihs

Es ist seit Monaten die erste gute Nachricht für junge Eltern, die in Freital einen Kitaplatz suchen: Es konnten wieder mehr Kinder mit einem Betreuungsplatz versorgt werden. Derzeit gibt es noch 27 Kinder, die zwar ein Anrecht auf einen Platz haben, aber nirgendwo untergekommen sind. "Allen diesen Familien wurde allerdings ein Platz angeboten, den sie abgelehnt haben", sagte Steffen Caspar, der Leiter des Amtes für Soziales, Schule und Jugend, im Stadtrat.

Über die nächsten Monate könnte die Zahl von 27 unversorgten Kindern jedoch wieder ansteigen. Denn der Stadt fehlen Plätze, vor allem aufgrund Personalmangels in den Einrichtungen.

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Seit gut einem Jahr ist der Zustand akut. Zur Jahresmitte war das Defizit auf rund 300 fehlende Plätze angewachsen. Die Situation entspannte sich erst im August/September mit dem Wechsel der ältesten Kita-Kinder in die Grundschulen.

Storchenbrunnen-Kita wird verdoppelt

Da in den nächsten Jahren die Zahl der Kinder, die einen Platz in Krippe, Kindergarten oder Schulhort benötigen, nicht sinken sondern aufgrund Zuzug weiter steigen werden, möchte die Stadt weiteres Personal einstellen und auch einen neuen Kindergarten bauen.

Geplant ist, an der Albert-Schweitzer-Straße neben der Kita Storchenbrunnen ein baugleiches weiteres Gebäude zu errichten. Es geht um 88 neue Plätze. Der Neubau wird auf das Gelände des ehemaligen Busbahnhofes gesetzt.

Das Areal muss nun zunächst von Altlasten wie Fundamentresten und Asphaltflächen befreit werden. Dazu vergab der Stadtrat jüngst in seiner Sitzung einen entsprechenden Auftrag. Die Firma Rubin aus Lauchhammer hatte das günstigste Angebot vorgelegt. Die Altlastensanierung kostet etwa 290.000 Euro. Die Kostenschätzung hatte bei zunächst 387.000 Euro gelegen. Insgesamt hatten sieben Angebote, darunter auch von mehreren einheimischen Unternehmen, vorgelegen.

Dass die Firma aus Lauchhammer ein derart günstiges Angebot vorlegte, kam zumindest Stadtrat Sven Heisig (Konservative Mitte) seltsam vor. Er vermutete einen Dumping-Preis und schlug vor, an den zweitbesten Bieter zu vergeben. Dessen Preisvorschlag lag bei 394.000 Euro. Ein Bauamtsmitarbeiter argumentierte, solche Unterschiede kämen aufgrund der Entsorgungskosten zusammen. "Mitunter haben Firmen eigene Deponien oder Lieferverträge mit Deponien. Mitunter ergeben sich auch Preisvorteile im Zusammenhang mit weiteren Baustellen eines solchen Unternehmens", heißt es dazu aus dem Bauamt. Man habe die Firma Rubin geprüft, diese sei schon lange am Markt und als solides Unternehmen bekannt. Zudem prüfe das Landratsamt die Entsorgungswege.

Die Firma Rubin wird in den kommenden Wochen das zukünftige Kita-Gelände vom Wildwuchs befreien. Anschließend werden die Geländeoberfläche, Asphaltreste und Fundamente entsorgt. Das Gelände wird mit unbedenklichem Material aufgefüllt und für den Bau vorbereitet. Die Stadt möchte dann im kommenden Jahr mit dem Kita-Bau beginnen.

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