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Fußballverein baut sein Domizil aus

Immer mehr Sportler wollen beim TSV Kreischa trainieren. Auch ein Frauen-Team hat sich gefunden. Das schafft Probleme im Vereinsgebäude, doch es gibt einen Plan.

Das Sportlerheim des TSV Kreischa soll umgebaut und saniert werden.
Das Sportlerheim des TSV Kreischa soll umgebaut und saniert werden. © Daniel Schäfer

Dicke Regentropfen platschen auf den Kunstrasen, der Wind weht altes Laub vor sich her. Marco Müller schaut etwas wehmütig über den Platz - für einen Fußballer wie ihn kann es keine trostlosere Jahreszeit geben. Der Vorsitzende des TSV Kreischa dreht sich um und schließt die Barracke am Sportplatz auf, aber auch drinnen ist es nicht gemütlicher. Seit Anfang November ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb. Es ist kalt, etwas muffig und unheimlich still in dem Gebäude. Doch nicht mehr lange, so hofft man beim Verein.

In Kreischa hat man dieses Jahr viel vor - sportlich und infrastrukturell. Die beiden Männerteams stehen in ihren Ligen auf Platz eins und könnten aufsteigen. Zudem möchte die Kicker ihr Vereinsheim modernisieren. "Wir haben sechs Kabinen und einen Duschraum. Es reicht einfach nicht mehr", sagt Müller.

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14 Teams im Training

Der TSV - das Kürzel steht für Traditionssportverein - ist über die Jahre langsam aber stetig gewachsen. 14 Fußballmannschaften trainieren hier, die meisten stehen im Spielbetrieb. Es gibt zehn Kinder- und Jugendmannschaften, eine Altherren, die zwei Männermannschaften und seit kurzem sogar ein Frauenteam.

Um überhaupt noch vor alle genügend Platz beim Training zu haben, legten die Fußballer im vergangenen Jahr ein zusätzliches Minispielfeld an. 15 mal 20 Meter groß und mit Ballfangnetz sowie Kunstrasenbelag ausgestattet, sorgt es für etwas Entlastung.

Doch das größere Bauprojekt steht in diesem Jahr bevor. Geplant ist, innerhalb des Vereinsheims Küche und Clubraum umziehen zu lassen. An deren Stelle entstehen zwei neue Umkleiden und ein zusätzlicher Duschraum. Außerdem sind Arbeiten am Dach vorgesehen. Dafür sind Ausgaben von 199.000 Euro eingeplant. Der Verein hat Fördermittel beim Land Sachsen beantragt, die Gemeinde Kreischa schießt 90.000 Euro zu.

Im nächsten Jahr geht es dann weiter: Das Gebäude soll wärmegedämmt werden, zudem erfolgen Renovierungsarbeiten im Inneren. Das kostet weitere 128.000 Euro.

Spekulationen um Platzaufgabe

Dass der Verein noch mal so viel Geld in die Hand nimmt, mag verwundern. Denn die Gemeinde möchte am Rande des Schulgeländes an der Hermsdorfer Straße einen komplett neuen Sportkomplex mit Halle und Platz angelegen. Dieser soll auch für den Vereinssport zur Verfügung stehen. Inwieweit das jetzige Sportgelände des TSV an der Lungkwitzer Straße dann überhaupt noch eine Zukunft hat oder geschliffen wird, ist offen, wird aber bereits diskutiert.

Vereinschef Marco Müller und seine Mitstreiter wollen sich an derlei Spekulationen nicht beteiligen. "Wir müssen jetzt die Bedingungen verbessern und können nicht warten, was vielleicht mal in zehn Jahren entschieden wird. Und selbst wenn, ist es bis dahin eine lange Zeit."

Fakt sei, dass die mit öffentlichen Geldern 2007 zum Kunstrasenplatz umgebaute Sportanlage bis 2032 auf jeden Fall bestehen bleibe, so Müller. Bis dahin gilt die Zweckbindung der Fördermittel. "Das sind noch zwölf Jahre und solang sind wir noch hier."

Aufstieg ist machbar

Und sportlich geht es vielleicht bald schon etwas höher hinaus. Für die erste Männermannschaft stehen noch fünf Ligaspiele auf dem Programm, denn wäre die im Herbst unterbrochene Hinrunde beendet. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Rückrunde nicht mehr gespielt - so momentan die Gedankenspiele des Sächsischen Fußballverbandes. Belegen Kreischas Männer in der Kreisliga A dann den ersten oder zweiten Platz, könnten sie aufsteigen.

Für Vereinschef Müller, der altersbedingt seine letzte Saison bei den Herren spielt, wäre das ein schöner Abschied. "Das Potenzial ist da. Wir haben auch gute Jungs bei den Jugendmannschaften, von denen einige in nächster Zeit zu den Herren wechseln."

Dann könnte die lange Winterpause mit einer ungewöhnlichen Saison für den TSV Kreischa doch noch ein gutes Ende nehmen - und die jetzige Tristesse bald nur noch eine unschöne Erinnerung sein.

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