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Freitaler Betrieb meistert Corona-Krise

Die Maler GmbH aus Freital ist einer der besten Ausbildungsbetriebe in der Region. Herrenjahre sind das für Lehrlinge dort trotzdem nicht.

Geschäftsführer Mario Schneider bespricht mit den Lackierer-Lehrlingen Elisa Zschieschang und Nico Weißleder, was zu tun ist.
Geschäftsführer Mario Schneider bespricht mit den Lackierer-Lehrlingen Elisa Zschieschang und Nico Weißleder, was zu tun ist. © Egbert Kamprath

Elisa Zschieschang und Nico Weißleder stehen in der Werkhalle und schleifen. Die beiden Lehrlinge bereiten Fahrzeugteile von Stoßstangen für die Lackierung vor. Ihre Perspektiven in der Freitaler Firma "Die Maler" GmbH sind bestens. "Die Übernahme-Quote liegt fast bei hundert Prozent", sagt Geschäftsführer Mario Schneider.

Die Fachkräfte braucht er auch. In der Lackiererei ist wieder viel zu tun. Noch mehr sind die Maler eingespannt. In der Corona-Zeit wollten viele ihre Wohnungen renovieren oder nutzten geschlossene Betriebe die Zwangspause, um mal wieder frische Farbe an die Wände zu bringen. "Sich jetzt zu überlegen, mal schnell vorrichten zu lassen, das wird nicht klappen", sagt der Geschäftsführer.

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Für die nächsten Monate sind keine neuen Aufträge mehr machbar. Schneider könnte zusätzliche Mitarbeiter einstellen. "Es sind aber nicht genügend Fachkräfte zu finden", sagt Schneider. Er suche schon seit Jahren. So zieht sein Unternehmen selbst die nötigen Fachkräfte heran.

Nachhaltige Sicherung von Fachkräften

Das ist auch der Handwerkskammer Dresden, zu der der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gehört, nicht verborgen geblieben. Am Dienstag kam Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski nach Freital und hatte eine besondere Auszeichnung im Gepäck: eine Urkunde und ein Schild "Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb 2020".

Nur zwei Unternehmen wurde dieses Jahr im Landkreis diese Ehre zuteil. Neben "Die Maler GmbH" ist das auch die Tischlerei Hering in Pirna. In der Handwerkskammer gibt es einen extra Ausschuss, der die Auszeichnungen vergibt. "Beide Betriebe wurden für ihre qualitativ hochwertige Ausbildung und ihr kontinuierliches Engagement in diesem Bereich geehrt", erklärt Brzezinski.

Im Wettbewerb um gute Nachwuchskräfte spiele die Qualität der Ausbildung eine immer größere Rolle. "Diese Betriebe sorgen auch nachhaltig für die Fachkräftesicherung in der Region sowie die Qualität im Handwerk", sagt Brzezinski.

Andreas Brzezinski (l.), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden übergibt Mario Schneider, Geschäftsführer der Maler GmbH, das Schild für die Auszeichnung.
Andreas Brzezinski (l.), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden übergibt Mario Schneider, Geschäftsführer der Maler GmbH, das Schild für die Auszeichnung. © Egbert Kamprath

Seit mehr als 60 Jahren ist das Maler-Unternehmen am Standort Freital präsent. Dort sind 66 Mitarbeiter und zehn Lehrlinge beschäftigt. Diese lernen die Berufe Fahrzeuglackier/-in, Karosseriebauer/-in oder Maler/-in. "Wir würden auch noch eine Lehrstelle Büromanagement besetzen, haben aber noch niemand Geeigneten gefunden", sagt Schneider. Mit schlechten Zensuren in Mathe gibt es keine Chance.

Bei anderen Berufen kann man mit geschickten Händen oder Fleiß einiges ausgleichen. Schneider holt sich alle Bewerber für eine Lehrstelle vorher mal zum Praktikum ins Haus. "Da merkt man schon, wer beispielsweise Arbeit sieht", sagt Schneider.

Für die Handwerksberufe hat er bisher immer mehr Bewerbungen als Lehrstellen gehabt. Das könnte auch daran liegen, dass etwas mehr als das tarifliche Lehrlingsentgelt gezahlt wird. Bei den Malern sind das aktuell im ersten Lehrjahr 730 Euro, was sich bis auf 965 Euro im dritten Lehrjahr steigert.

Neue Probleme nach Corona-Krise

Bei den Malern lief es in der Corona-Zeit bombig. Im Karosseriebau und der Lackiererei gab es kurz mal eine Flaute. "Da musste ich für einige Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Für Lehrlinge kam das aber nicht infrage", sagt Schneider. Im Lockdown gab es weniger Verkehr auf den Straßen, die Zahl der Unfälle reduzierte sich und damit der Bedarf an Reparaturen. Die Zeit ist überwunden. Auch in der Kfz-Abteilung ist wieder gut zu tun.

Jetzt gibt es ganz neue Probleme: Die Zulieferung läuft nicht mehr wie vor Corona. Zum einen stiegen verschiedene Preise "im Monatstakt". Zum anderen dauere es länger, bis bestellte Ware da ist. Manchmal würde Material direkt vom Lieferfahrzeug zur Baustelle geschafft. Farbhersteller hätten schon erklärt, dass der Lack zwar verfügbar ist, aber nicht genügend Blech für die Verpackungen und Logistikfirmen heben die Hände, weil sämtliche Fahrzeuge im Einsatz sind. Die Lage sei zwar ungewohnt, aber nicht dramatisch für das Unternehmen.

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Bei der Maler GmbH sind die Auszubildenden von Anfang an in die Belegschaft integriert. "Wir haben die Lehrlinge ja nicht nur zum Putzen", sagt Schneider. Er freut sich, dass die strukturierte Ausbildung bei ihm nun auch bei der Handwerkskammer Anerkennung findet.

Brzezinski berichtet von einer positiven Entwicklung. Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Kammerbezirk bewegt sich wieder auf dem Niveau vor der Corona-Krise. Auch der Anteil der Frauen steigt weiter. Die Maler GmbH liegt da im Trend.

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