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Krankenhaus Freital wird erweitert

Die Klinik bekommt einen Anbau. Zudem muss ein Teil der Gebäude aufwendig saniert werden. Schon nächstes Jahr könnte Baustart sein.

Wo Freitals Klinik-Chef Dirk Köcher jetzt steht, soll bald ein Anbau in die Höhe wachsen.
Wo Freitals Klinik-Chef Dirk Köcher jetzt steht, soll bald ein Anbau in die Höhe wachsen. © Karl-Ludwig Oberthür

Eine gepflegte Rasenfläche, Bäume, eine Sitzecke mit Blumenrabatte - für Patienten und Besucher ist die kleine Grünanlage zwischen dem Krankenhaus und der Wehrstraße ein willkommener Aufenthaltsort. Noch können sie dort die Ruhe genießen. In gut einem Jahr wird es damit wohl vorbei sein.

Denn der Mini-Park ist die letzte Stelle im Krankenhaus-Areal, auf der eine Erweiterung der Klinik noch möglich ist. Und genau das hat Betreiber Helios nun vor, wie Klinik-Geschäftsführer Dirk Köcher erklärt: "Wir wollen einen Anbau errichten."

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1. Der Zustand: Noch Dreibettzimmer ohne Bad

Der Grund für die Erweiterung ist die Situation in den Häusern G und H. Im Haus G befinden sich die Überwachungsstation, die Diabetologie und die Geriatrie. Das Gebäude wurde in den Neunzigerjahren errichtet und ist auf einem entsprechenden Stand: "Wir haben dort neben den Zweibettzimmern mit Nasszelle auch noch viele Dreibettzimmer ohne Bad", schildert Köcher.

In Sachsen und auch beim Betreiber Helios strebt man als Standard aber Zweibettzimmer mit Nasszelle an.

Deshalb soll das Haus G von Grund auf saniert und umgebaut werden. Aus den Dreibettzimmern werden Zweibettzimmer, jedes mit Sanitärraum. Ähnlich verhält es sich mit dem Haus H. Hier sind die Unfallchirurgie, die Gefäßchirurgie und die Innere Medizin untergebracht. Auch Haus H muss saniert werden.

2. Die Platzverhältnisse: Geriatrie ist zu klein

Mit dem Wegfall der Dreibettzimmer werden Kapazitäten schrumpfen - theoretisch. Damit das nicht passiert, plant die Klinik einen Erweiterungsbau. Damit ist Platz, alle genannten Bereiche räumlich zu vergrößern und die Anzahl der Betten auf dem jetzigen Niveau zu halten.

Speziell die Abteilung Geriatrie, also der Bereich für sehr alte Patienten mit ihren speziellen Krankheitsbildern, ist zu klein geworden und muss dringend vergrößert werden. Sie soll komplett in den geplanten Neubau ziehen.

3. Der Zeitplan: Mehrere Jahre Bauzeit

Was es bedeutet, ein Gebäude umzubauen, haben die Verantwortlichen vor wenigen Jahren erst erlebt. Damals wurde im Haus G die vierte Etage bereits entsprechend modernisiert und die Dreibettzimmer abgeschafft. Die Erfahrungen helfen jetzt, das richtige Konzept zu finden.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: ein Haus schrittweise Etage für Etage bei laufendem Betrieb in den anderen Stockwerken zu ertüchtigen. Oder aber das gesamte Gebäude leerziehen und auf einen Schlag alle Etagen zu sanieren.

Noch habe man sich nicht für eine der beiden Varianten entschieden, so Köcher. Variante zwei habe den Vorteil, dass man insgesamt schneller vorankomme und nicht mit dem laufenden Betrieb in Konflikte gerate, zum Beispiel hinsichtlich Lärm- und Staubaufkommen. Entscheidet man sich für diesen Weg, muss aber der Neubau komplett stehen und zuerst betriebsbereit sein.

Insgesamt rechnet der Klinik-Chef mit zunächst drei Jahren Bauzeit für die Sanierung von Haus H und die Errichtung des Neubaus. Erst dann wird Haus G umgebaut, was ebenfalls noch einige Monate dauert.

4. Das Baufeld: Anbau an der Wehrstraße

Der Neubau wird direkt an die Häuser G und H angesetzt. Die Cafeteria muss dafür weichen und zieht innerhalb des Krankenhauses um, voraussichtlich neben die Kantine. Das neue Gebäude wird parallel zur Wehrstraße gebaut, aber nur halb so hoch sein, wie jetzt die Häuser G und H.

Das Wohnhaus an der Wehrstraße 22 steht dem Bauprojekt im Weg und wird abgerissen. Es gehört schon seit Längerem Helios, die Wohnungen wurden zuletzt nicht mehr neu vermietet. Die verbliebenen Mieter werden aber nicht einfach vor die Tür gesetzt, wie der Klinik-Geschäftsführer erklärt: "Wir wollen mit viel Vorlauf kündigen und einen Umzug auch unterstützen."

5. Die Kosten: Freistaat soll Bauprojekt fördern

Zu den Baukosten möchte sich die Klinikleitung noch nicht äußern. Ohnehin gibt es im jetzigen Planungsstadium erst einmal einen groben Kostenvoranschlag. Daraus geht hervor, dass die Investitionssumme im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegt.

Um den Neubau sowie die Sanierung beider Häuser finanziell zu stemmen, möchte Betreiber Helios Fördermittel beim Land Sachsen beantragen. Die erste Hürde dafür hat die Klinik bereits genommen: "Unser Projekt wurde ins Krankenhausinvestitionsprogramm des Landes aufgenommen", sagt Dirk Köcher.

Jetzt laufen die Vorplanungen, anschließend wolle man den Fördermittelantrag einreichen. Er rechnet mit einem Bescheid frühestens Mitte 2022. Der Fördersatz liegt bei 80 Prozent.

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