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Freital: Offener Brief kritisiert Wohnungsbau

Saalhausen als kleinster Stadtteil wächst. Das gefällt aber nicht allen.

Von Annett Heyse
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Auf dem Grundstück eines ehemaligen Bauernhofes in Saalhausen entstehen vier Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus.
Auf dem Grundstück eines ehemaligen Bauernhofes in Saalhausen entstehen vier Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus. © Karl-Ludwig Oberthür

In Freitals Ortsteil Saalhausen regt sich Widerstand gegen neue Wohnhäuser am Ortsrand. Nun haben einige Anwohner einen offenen Brief an die Stadtverwaltung verfasst. "Erhebliche privatwirtschaftliche Interessen zerstören den dörflichen Charakter von Saalhausen", heißt es darin.

Und weiter: "Viele Saalhausener sehen in nächster Zeit eine deutliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität in Form wachsender Verkehrsprobleme und daraus entstehender Gefahren, ästhetischer Verstümmelung bis hin zu einer kulturellen Verschlechterung auf sich zukommen." Wie viele Bürger hinter dem zweiseitigen Schreiben stehen, ist unklar.

Grund für den Ärger ist wohl die Bautätigkeit am oberen Ortsrand. Dort stand bis vor einem Jahr noch ein alter Bauernhof. Eine Baufirma aus dem erzgebirgischen Brand-Erbisdorf erwarb das Grundstück, ließ den Hof abreißen und vier Doppelhäuser errichten. In einem weiteren Bauabschnitt wird nun noch ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen und kleiner Tiefgarage angelegt.

Zudem kursiert im Ort das Gerücht, dass im Gelände des ehemaligen Kreispflegeheims Wohnungen entstehen sollen. "Die Bürgerzahl wird sich damit von ca. 140 auf ca. 400 Einwohner sprunghaft erhöhen, was zu einer unzumutbaren Belastung der dörflichen Infrastruktur führen wird", heißt es in dem offenen Brief.

Die Lage sei schon jetzt grenzwertig, führen die Verfasser an: "Keine Parkplätze, keine Fußwege, kein Radweg, zu schmale Straße für die Anbindung nach Zauckerode insbesondere beim stärker werdenden Begegnungsverkehr, unzureichende Internetanbindung, wenig ÖPNV, eingeschränkter Winterdienst", werden genannt.

Das ehemalige Kreispflegeheim steht seit Jahrzehnten leer und verfällt. Ein Teil der Anlagen wurde bereits abgerissen. Mehrmals wechselten die Besitzer. Dem Vernehmen nach gibt es seit Kurzem einen neuen Eigentümer. Inwiefern dieser wirklich den Umbau zu einer Wohnanlage plant, ist unklar.