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„Sicherheit ist oberstes Gebot“

Rabenaus Bürgermeister Thomas Paul ist neuer Kreisjugendfeuerwehrwart. Er freut sich über ein Angebot in Dohna und hat Pläne nach den Corona-Lockerungen.

Rabenaus Bürgermeister Thomas Paul ist neuer Kreisjugendwart der Feuerwehr.
Rabenaus Bürgermeister Thomas Paul ist neuer Kreisjugendwart der Feuerwehr. © Egbert Kamprath

Seit vergangener Woche haben die Jugendfeuerwehren im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge einen neuen Chef. 63 von 83 Delegierten einer Online-Konferenz stimmten für den Rabenauer Bürgermeister Thomas Paul (CDU). Nach knapp fünf Jahren als Stellvertreter hat der 44-Jährige die Verantwortung für 103 Jugendfeuerwehren mit knapp 1.500 Mitgliedern zwischen acht und 18 Jahren übernommen. Warum er sich dieses Amt aufbürdet, und wie es um die Nachwuchsarbeit bestellt ist, darüber hat die SZ mit ihm gesprochen.

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Herr Paul, sind Sie als Bürgermeister nicht mehr ausgelastet?

Doch, aber das eine Amt schließt ja das andere nicht aus. Haupt- und Ehrenamt ergänzen sich gut, weil ich jeweils Netzwerke und Kontakte nutzen kann. Eine Kümmerposition haben beide Ämter. Das heißt, Ansprechpartner zu sein und sich um Probleme zu kümmern. Nicht zuletzt ist auch der Brandschutzbedarfsplan Sache der Gemeinde. Wir Bürgermeister wissen so am besten, wie es um den Nachwuchs bei den 36 Gemeindefeuerwehren bestellt ist. Die beste Quelle dafür sind nun mal unsere Jugendwehren. Außerdem bin ich quasi mit der Feuerwehr aufgewachsen.

Das heißt, Sie waren schon als Kind begeisterter „Feuerwehrmann“?

Ja. An unserer Schule in Oelsa gab es die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“. Weil ich das toll fand, bin ich 1985 mit ein paar Kumpels hingegangen und geblieben. Inzwischen machen meine Kinder schon mit.

Wie sieht es heute mit dem Nachwuchs, gerade jetzt nach über einem Jahr Corona-Pandemie, aus?

Zum Glück gab es nicht die Austritte wie anderswo, auch wenn die Mitgliedschaft bei der Jugendfeuerwehr kostenfrei ist. Die Jugendfeuerwehr steht immer in Konkurrenz zu anderen Freizeitangeboten. Häufen sich diese wie in Ruppendorf, kann es auch mal zur Abwerbung des Nachwuchses kommen. Bei mir in der Jugendwehr Oelsa gab es wiederum Jahrgänge mit so vielen Nachfragen, dass wir eine Warteliste anlegen mussten. Es gibt aber noch ein anderes Problem. Nicht immer ist es leicht, die jungen Leute über viele Jahre zu begeistern. Wenn sie mit zehn bis 14 Jahren in der Jugendwehr sind, stehen sie erst nach drei bis sechs Jahren für den aktiven Dienst zur Verfügung. Und auch nur dann, wenn sie verschiedene Lehrgänge erfolgreich abgeschlossen haben.

Welche Ideen gibt es, die jungen Leute bei Laune zu halten?

Neben mehr praktischen Übungen müssen wir die Social-Media-Kanäle intensiver nutzen, auch nach Corona. Es hat sich gezeigt, wie wichtig diese Online-Angebote sind, weil wir auch so Kontakt halten und Übungen anbieten können. Da das Eintrittsalter in die Jugendfeuerwehr von zehn auf acht Jahre herabgesetzt wurde, können wir schon früh auf Nachwuchssuche gehen. Wir stellen unsere Arbeit in den Grundschulen vor, laden zu Tagen der offenen Tür ein – und freuen uns über ein sachsenweit einmaliges Angebot in Dohna. Dort unterstützt die Oberschule die Feuerwehr. Seit September bietet sie in der zehnten Klasse ein Wahlfach für Feuerwehrausbildung an. Zudem haben wir seit drei Jahren 13 Kinderfeuerwehren mit mehr als 150 Mitgliedern, der Nachwuchs für die Jugendwehr. Ab fünf Jahren kann man dort schon mitmachen. Den Kleinen erklären wir spielerisch, wie sie sich bei Bränden zu verhalten haben und wie gefährlich Zündeln ist.

Wie sieht es bei den angelaufenen Lockerungen abseits von Online-Angeboten mit ersten praktischen Übungen aus?

Die planen wir, wenn auch noch mit Hygieneregeln. Anfang Juni haben wir den Dienstbetrieb wieder aufgenommen und die Bekleidung der Kinder auf neue Größen überprüft. Beim nächsten Treff geht es um Unfallschutz. Denn bei den Außendiensten ist Sicherheit oberstes Gebot. Eigentlich beginnt damit im Januar das Dienstjahr. Dann stehen praktische Übungen wie das Ausrollen des Schlauches und Löschübungen an. Das erste Nach-Corona-Großereignis soll am 18. September der sportliche Teamtag werden, den die Jugendfeuerwehr Großröhrsdorf-Biensdorf mit der Kreisjugendfeuerwehr organisiert.

Müssen Sie auch als Bürgermeister und Mitglied der Oelsaer Wehr die Amtsstube verlassen, wenn die Sirene ertönt?

Natürlich. Mein Pieper, steckt immer in meiner Hosentasche. Auch ohne Sirene weiß ich also, wann ein Einsatz anliegt. Dann bin ich verpflichtet, sofort zum Gerätehaus zu eilen.

Welchen Wunsch haben Sie für die künftige Arbeit der Kreisjugendfeuerwehr?

Dass wir jetzt wieder volle Fahrt für unseren Nachwuchs aufnehmen können. Mein Ziel ist es, eine Geschäftsstelle in Pirna einzurichten, damit wir einen festen Ansprechpartner haben. Zudem möchte ich weitere Fördermittel für die Jugendarbeit erschließen.

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