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Ist das Windbergfest in Gefahr?

Im Rathaus war man fest entschlossen, Freitals größtes Volksfest am zweiten Septemberwochenende durchzuziehen. Doch nun schleichen sich Zweifel ein.

Rummelatmosphäre unterm Sternhimmel: Das Windbergfest soll vom 10. bis 12. September stattfinden.
Rummelatmosphäre unterm Sternhimmel: Das Windbergfest soll vom 10. bis 12. September stattfinden. © Frank Baldauf

Bratwürste, Schlagermusik, Autoscooter - aus Freitals Festkalender ist das Windbergfest am zweiten Septemberwochenende nicht wegzudenken. Zumindest war das vor der Corona-Pandemie so. 2020 kam dann die große Ernüchterung: Der Spätsommer verging ohne die Sause auf dem Freitaler Festplatz.

Zum diesjährigen 100. Stadtjubiläum sollte das Windbergfest wieder zurückkehren und mit viel Freude gefeiert werden. Doch mittlerweile sind sich die Organisatoren im Rathaus da wohl nicht mehr so sicher.

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Auf Nachfrage heißt es: "Aufgrund der aktuellen Corona-Schutz-Verordnung und der angekündigten Änderungen dieser Regelungen finden derzeit eine Reihe von Beratungen und Abstimmungen statt um über Möglichkeiten zu sprechen, wie ein Windbergfest und auch der Anfang Oktober stattfindende Stadtgeburtstag unter diesen Bedingungen aussehen kann."

Tag der Sachsen verdrängte das Windbergfest

Mit anderen Worten: Ein Windbergfest wie in all den Jahren gewohnt, wird es ohnehin nicht geben. Im schlimmsten Fall muss die Stadt die Veranstaltung sogar ganz absagen. Soweit sei man aber noch nicht, heißt es weiter. "Unter den uns derzeit bekannten Regelungen scheint ein Windbergfest unter angepassten Rahmenbedingungen möglich", sagt Peter Pfitzenreiter, Erster Bürgermeister der Stadt.

Doch das Windbergfest 2021 stand von Anfang an unter keinem guten Stern.

Zunächst sollte es gar nicht stattfinden. Und das hat nichts mit Corona zu tun. Bereits 2018 bekam die Stadt Freital den Zuschlag für den 30. Tag der Sachsen 2021. Ganz bewusst hatte man Sachsens größtes Volksfest für genau dieses Jahr an die Weißeritz geholt - schließlich wurde Freital vor genau 100 Jahren, also 1921, gegründet.

Hickhack um Termin

100 Jahre Freital und 30 Jahre Tag der Sachsen - das passte. Traditionell wird der Tag der Sachsen Anfang September gefeiert. Schnell war klar, dass dafür das Windbergfest nicht stattfinden würde können. Also wurde es aus dem Festkalender 2021 gestrichen. Doch damit wollten sich viele Freitaler nicht zufriedengeben.

Die Freien Wähler brachten die Idee in den Stadtrat, das Windbergfest im Mai 2021 stattfinden zu lassen - und damit in einem zeitlich großen Abstand zum Tag der Sachsen. Das wurde so auch beschlossen. Dann kam die Pandemie.

Wegen der Planungsunsicherheit wurde der Tag der Sachsen schließlich abgesagt. Im Winter 2021 beriet der Stadtrat erneut zum Windbergfest und verlegte per Beschluss das Ereignis vom Mai wieder auf den angestammten Termin am zweiten Septemberwochenende.

Kostenfaktor könnte das Fest kippen

Ob dies eine gute und überhaupt noch relevante Entscheidung war, werden nun die nächsten Tage zeigen. Fakt ist: Die Corona-Fallzahlen steigen auch im Landkreis wieder an. Andererseits gibt es ab dem 26. August eine neue Corona-Schutzverordnung für den Freistaat. Diese wurde aber noch nicht veröffentlicht. Was hinsichtlich Volksfesten gelten soll, ist also noch unbekannt. Im Rathaus kann man nur hoffen.

Denn es gibt ein weiteres Problem: die Finanzierung. Wie hoch die Kosten für Sicherheits- und Hygienekonzept fürs Windbergfest ausfallen sollen, kann im Moment niemand auch nur halbwegs sicher sagen. Denn es könnte - je nach Vorschrift - um Absperrungen, Sicherheitspersonal, Besucherbeschränkungen, Testpflicht und ähnliches gehen. Das treibt die Kosten, reduziert die Umsätze und schlägt auf die Stimmung.

Im Rathaus wird hinter vorgehaltener Hand von mehreren zehntausend Euro Kosten nur für das Thema Sicherheit gesprochen. Offiziell möchte Peter Pfitzenreiter das nicht bestätigen. "Eine abschließende Aussage zum Hygienekonzept und den für dessen Umsetzung erforderlichen Kosten ist erst möglich, wenn die neuen Regelungen veröffentlicht und durch die Beteiligten bewertet worden sind", äußert der Erste Bürgermeister.

Damit bleibt alles offen. Es könnte ein ganz normales Windbergfest geben, ein Windbergfest mit vielen Einschränkungen und hohen Kosten für die Stadt oder auch gar kein Windbergfest.

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