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Konsum kommt zurück nach Bannewitz

In Hänichen legt das Handelsunternehmen endlich los mit dem Neubau eines Einkaufsmarktes. Darauf warten Einheimische schon länger.

In Hänichen direkt an der B170 wird demnächst noch mehr Erde bewegt. Falk Heinze (v.l.) vom Baubetrieb Karl Köhler, Konsum-Vorstand Roger Ulke und Bürgermeister Christoph Fröse.
In Hänichen direkt an der B170 wird demnächst noch mehr Erde bewegt. Falk Heinze (v.l.) vom Baubetrieb Karl Köhler, Konsum-Vorstand Roger Ulke und Bürgermeister Christoph Fröse. © Egbert Kamprath

Blasmusik schallte am Freitag durch den Bannewitzer Ortsteil Hänichen. Direkt an der Bundesstraße B170 gab es einen größeren Auflauf von Menschen. Etwa 60 Gäste und Anwohner waren zum ersten Spatenstich für das neue Einkaufszentrum an der Straße Pulverweg gekommen. Den errichtet und betreibt die Genossenschaft Konsum Dresden eG. Insbesondere die Einheimischen wollten wissen, wann sie nun endlich wieder an dem Standort einkaufen können.

"Das wird im ersten Quartal nächsten Jahres der Fall sein", versprach Konsum-Vorstand Roger Ulke. Sollte es keinen frühen Wintereinbruch geben, könnte es aber auch noch dieses Jahr werden. Das sei aber ungewiss.

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Damit kommt Konsum zurück nach Bannewitz. Zu DDR-Zeiten hatte die Genossenschaft einen Laden in der Winkelmannstraße. Mit dem ist das, was der Konsum jetzt in Hänichen plant, aber nicht annähernd zu vergleichen.

Ladesäule für Elektroautos

Knapp 800 Quadratmeter Verkaufsfläche mit Vollsortiment entstehen, sowie 28 Parkplätze. Im Markt soll es eine sieben Meter lange Frische-Theke geben, an der Fleisch-, Wurst- und Käsespezialitäten angeboten werden. Zudem ist eine Salat-Bar geplant und werden Lottoannahme und Postdienstleistungen möglich. Auch die Bäckerei Laube wird mit in den Konsum einziehen.

Das Handelsunternehmen investiert rund 3,5 Millionen Euro in den Markt. „Wir freuen uns sehr darauf, die Gemeinde Bannewitz mit Frischem aus unserer Heimat zu versorgen“, erklärt Ulke. Die Zufahrt erfolgt über den Pulverweg, die Ausfahrt über die Bahnhofstraße.

Am und im Gebäude werde moderne Technik verbaut. Solar-Elemente auf dem Dach liefern unter anderem Strom für die Ladesäule für E-Autos auf dem zugehörigen Parkplatz. Die Kühlanlagen im Markt machen Wärme-Rückgewinnung möglich.

Der Künstlerische Leiter des Kunstkreises Bannewitz, Dieter Matthäus (r., 82) und der Leiter des Kunstkreises, Ulrich Schramm, zeigen das Motiv, das sie als überdimensionales Wandbild für den neuen Konsum in Hänichen gestalten wollen. Es ist eine Acrylbemalung auf Kunststoffplatten. Foto: Klehm/SZ
Der Künstlerische Leiter des Kunstkreises Bannewitz, Dieter Matthäus (r., 82) und der Leiter des Kunstkreises, Ulrich Schramm, zeigen das Motiv, das sie als überdimensionales Wandbild für den neuen Konsum in Hänichen gestalten wollen. Es ist eine Acrylbemalung auf Kunststoffplatten. Foto: Klehm/SZ © Gunnar Klehm/SZ
Auf der noch wüsten Fläche sollen ein Markt mit knapp 800 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen sowie 28 Parkplätze.
Auf der noch wüsten Fläche sollen ein Markt mit knapp 800 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen sowie 28 Parkplätze. © Egbert Kamprath
Hatten mal wieder was zu tun: Zur Unterhaltung beim Spatenstich hat Bürgermeister Christoph Fröse die Poisentaler engagiert.
Hatten mal wieder was zu tun: Zur Unterhaltung beim Spatenstich hat Bürgermeister Christoph Fröse die Poisentaler engagiert. © Egbert Kamprath
Etwa 60 Gäste und Anwohner kamen zum Spatenstich, um sich anzuhören, was die Konsum-Genossenschaft in Hänichen vorhat. Fotos: Egbert Kamprath
Etwa 60 Gäste und Anwohner kamen zum Spatenstich, um sich anzuhören, was die Konsum-Genossenschaft in Hänichen vorhat. Fotos: Egbert Kamprath © Egbert Kamprath

Nach geeigneten Investoren gesucht

Von Anfang der 1990er-Jahre bis 2019 hatte die Dresdner Vorgebirgs Agrar AG einen Landhandel an dem Standort betrieben. Auch die traditionsreiche Kelterei Walther war mit drin. Der Markt war am Ende aber nicht mehr zeitgemäß und verlor an Kunden. Es hätte erheblich investiert werden müssen. Aus Verantwortung für die Gemeinde sollte die Immobilie aber nicht einfach nur verkauft werden. Eine Einkaufsmöglichkeit sollte erhalten werden.

"Da haben wir nach geeigneten Partnern gesucht und wurden beim Konsum fündig", sagt Ingolf Schulze, der Vorsitzende der Vorgebirgs-Agrar. Das Konzept passte auch deshalb, weil Konsum einen großen Anteil regionaler Produkte vertreibt. "Wir haben etwa 20 Prozent regionale Sortimente im Laden", sagt Ulke.

Zwar hätten sich die Bannewitzer gewünscht, dass es mit dem Bau etwas schneller losgeht. "Die Leute freuen sich darauf, wenn sie in Hänichen wieder einkaufen können", sagt Schulze.

Kunst aus Bannewitz

Regionales Kolorit soll der Markt auch schon von Weitem zeigen. An der Seite zur Bundesstraße hin wird ein großes Wandbild an die Fassade kommen. Gestaltet wird das von Mitgliedern des Bannewitzer Kunst-Kreises.

Zum feierlichen Spatenstich am Freitag hatte der Künstlerische Leiter des Kunst-Kreises, Dieter Matthäus, schon mal eine Miniatur des Kunstwerkes dabei. Es wird ein farbenfrohes Bild, gemalt mit Acryl auf Spezialplatten aus Kunststoff. Die verwendete Farbe soll garantiert 100 Jahre lichtecht sein, versprechen die Hersteller des ausgewählten Materials, wie Matthäus Interessierten berichtete.

Im sogenannten Malerhaus am Dorfplatz in Bannewitz kann man sich schon mal einen Eindruck verschaffen, wie ein solches Wandbild wirken könnte. "Dort haben wir mal einen Versuch mit Acryl auf Kunststoffplatten gemacht", sagt der Vorsitzende des Kunst-Kreises, Ulrich Schramm.

Zweiter Markt im Landkreis

"Kunst am Bau muss schon sein. Das wertet das Ganze noch mal auf", sagt Bürgermeister Christoph Fröse (Freie Wähler). Auch wenn ihm klar ist, dass viel entscheidender ist, dass es an dem Standort bald wieder eine Einkaufsmöglichkeit gibt.

Für Konsum ist es der 33. Standort insgesamt und der zweite im Landkreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge. Der erste wurde in Pirna eröffnet. Dreißig Konsum-Märkte gibt es in Dresden und einen in Plauen.

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Die gegenwärtig noch wüste Fläche in Hänichen ist jetzt keineswegs einladend. "Als es am Morgen regnete, wollte ich schon die Gummistiefel rausholen", sagte Ulke. Die konnten im Kofferraum des Autos bleiben, weil es während des feierlichen Spatenstichs trocken blieb. Kaum waren die offiziellen Reden beendet, übernahmen die Bauleute der Baufirma Karl Köhler das Zepter. "Auch beim Bau arbeiten wir mit regionalen Firmen zusammen", sagte Ulke.

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